Lange Zeit hatte es in Barcelona danach ausgesehen, als ob sich Lewis Hamilton seinen zweiten Saisonsieg hätte sichern können. Runde um Runde kam er zum Schluss dichter an Sebastian Vettel heran - doch der Red-Bull-Pilot verteidigte P1 bis zur Ziellinie. Laut RBR-Motorsportberater Helmut Marko sei es gar nicht so spannend gewesen, wie angenommen. "Wir wussten, dass uns eine halbe Sekunde Vorsprung reicht, damit Hamilton auch mit aktivem DRS nicht überholen kann", so der Österreicher.

Vettel hätte lediglich Gefahr laufen können, in Sektor drei auf einen Nachzügler aufzulaufen, was dann einen Zeitverlust zur Folge gehabt hätte. Doch die Überrundeten machten Platz und so sicherte sich der 23-Jährige seinen vierten Saisonsieg. "Ich glaube, das war eines seiner perfektesten Rennen", schwärmte Marko. Vettel habe genau einen Schwachpunkt während des Rennens gehabt: Sektor drei. "Ich glaube, dass das ein persönliches Handicap von Sebastian war", vermutete Marko.

Dafür sei der Weltmeister in den Sektoren eins und zwei schneller gewesen als Verfolger Hamilton - also in den schnellen Passagen. Das könnte ein erster Ausblick auf den anstehenden Monaco GP sein. Vorteil Red Bull? "McLaren hat hier eine Spezifikation B an den Start gebracht, also fast ein neues Auto", so Marko. "Ich glaube nicht, dass sie bis Monte Carlo einen größeren Schritt machen können."

Wenn McLaren beim nächsten Rennen also nicht der große Gegner wird, dann vielleicht Ferrari? Marko wiegelte ab. "Den Speed, den wir gehen können - dazu ist Ferrari in nicht in der Lage", meinte Marko und verwies auf die Duelle zwischen Mark Webber und Fernando Alonso. Doch zu weit wollte sich der Österreicher auch nicht aus dem Fenster lehnen: Trotz guter Trainingseindrücke könne sich bei den Rennen immer Vieles ändern.