Nach dem Qualifying war für Timo Glock Schluss mit lustig. "Ich rede hier sicher nichts schön. Wir sind im Nirgendwo", lautete das ernüchternde Fazit des Deutschen. Zwar hat Virgin mit den Plätzen 20 und 21 es immerhin in die Startaufstellung geschafft - im Gegenteil zu HRT - aber der Rückstand auf Red Bull ist enorm. "Wir brauchen uns nichts darauf einbilden. Wenn die Anderen die weichen Reifen auspacken, wird es auch für uns eng", erklärte Glock.

Deshalb wollte er sich auch kein Urteil über HRT erlauben, die bei der FIA eine Ausnameregelung beantragt haben, um doch noch im Rennen starten zu können. "Sie sind in einer anderen Situation als wir. HRT kam zum Rennen ohne einen Kilometer mit dem neuen Auto gefahren zu sein und das ist schon ein Sicherheitsthema. Aber die Entscheidung liegt bei FIA", sagte der Deutsche. Sein Fokus liegt auf der Performance von Virgin.

"Ich habe aus meiner Sicht das Maximum herausgeholt, mehr geht nicht. Daher bin ich mit meinem Job zufrieden", erklärte Glock. Der Virgin-Pilot hat dieses Jahr eine neue Ingenieurstruppe um sich herum. "Ich habe einen neuen Fahrzeug- und einen neuen Dateningenieur. Beide haben einen guten Job gemacht. Wir arbeiten gut zusammen und haben dadurch schnell eine Richtung gefunden", erzählte Glock. Nach dem Barcelona-Test war der Deutsche mit dem Setup des Autos alles andere als glücklich.

Probleme von Anfang an

"Das Auto war nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Wir mussten viel umbauen und dann hat es gepasst. Jetzt ist das Auto einigermaßen fahrbar, aber wie gesagt wir brauchen nichts schön reden", betonte Glock. Der Deutsche hat bereits ein ernstes Wörtchen mit dem Team geredet, denn er erwartet sich vom Team eine deutliche Steigerung. "Wir sind nicht da, wo wir sein sollen. Das Team muss sich Gedanken machen wie wir in der nächsten Zeit vorgehen sollen", erklärte Glock.

"Ich habe meine Gedanken gesagt. Meine Vorstellung ist, dass die Updates, die wir bekommen stimmen müssen. Aber die Berechnungen haben hier etwas anders gesagt als wir dann auf der Strecke gesehen haben. Da müssen wir den Dingen auf den Grund gehen", fuhr er fort. Der Virgin-Pilot macht sich vor allem Sorgen, dass Virgin mit den Updates der Top-Teams nicht mithalten kann. "Vielleicht müssen wir darüber nachdenken, die 107-Prozent-Regel vom zweiten Team abzulesen, weil Red Bull so stark ist", scherzte der Deutsche.

Alles in allem ist ihm aber nicht zu Scherzen zumute. Im Rennen hofft Glock zumindest Team Lotus angreifen zu können, im Qualifying fehlte auf das Team eine halbe Sekunde. "Sie haben hier Probleme mit den Reifen. Sie kriegen sie nicht auf Temperatur. Das macht es für uns morgen spannend, aber in Malaysia könnte die Sache wieder ganz anders aussehen", meinte Glock.