Fernando Alonso und Ferrari hatten beim Saisonfinale in Abu Dhabi die besten Chancen auf den Titel, doch durch einen strategischen Fehler der Scuderia scheiterte der Titelgewinn. Wenn es in der Formel 1 zuginge wie im Fußball, dann wäre Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali wohl jetzt auf Jobsuche. "Zum Glück ist es nicht Fußball", meinte der 45-Jährige. "Ich weiß, dass die Leute mich als Trainer von Ferrari ansehen, aber Teamchef ist eine völlig andere Rolle als Trainer. Das ist ein Geschäft und ich muss mit den verschiedensten Aspekten - nicht nur den sportlichen - umgehen", fuhr er fort.

Der Italiener gibt zu, dass er nach dem verpassten Titel zwei schlaflose Nächte hatte und über einen möglichen Rücktritt nachdachte. "Nach Abu Dhabi habe ich für mich nachgedacht, ob es die richtige Entscheidung ist, zu bleiben. Aber ich kam zu dem Entschluss, dass Aufhören ein Fehler wäre. Ich kenne das Team und ich denke, ich bin die richtige Person, um das Maximum aus dem herauszuholen, was wir haben. Wir haben in den vergangenen Monaten fast alles in Maranello geändert und schon bald werden wir die Ergebnisse dieser Veränderung sehen", verriet Domenicali.

Der Italiener ist froh, dass die Formel 1 nicht vergleichbar mit Fußball ist. "Ein Team in der Formel 1 aufzubauen, dauert Monate oder sogar Jahre - und was das angeht, hatte ich immer die Unterstützung des Präsidenten und der Aktieninhaber", sagte Domenicali gegenüber La Republica. Zumindest in anderen personellen Bereichen soll es Veränderungen geben. Gerüchten zufolge soll der frühere McLaren-Designer Pat Fry zukünftig eine größere Rolle bei Ferrari spielen.

"Wir werden in Kürze eine offizielle Bekanntgabe machen. Ich bin überzeugt, dass die Leute, die die Entscheidungen treffen, alle Werkzeuge haben, um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen", erklärte der Ferrari-Teamchef. Für 2011 ist Domenicali optimistisch. "Wir haben eine gute Ausgangslage und Regeländerungen. Jetzt müssen wir das Maximum durch extreme Lösungen herausholen", so Domenicali. Auch von Felipe Massa erwartet er einiges. "Ich bin sicher, dass wir 2011 einen großartigen Felipe Massa sehen werden. Er weiß, dass er sich eine Saison wie 2010 nicht mehr leisten kann", sagte Domenicali.