Ein Tag bei Virgin, ein Tag bei Renault, Jerome D'Ambrosio durfte bei den Rookie-Tests in Abu Dhabi zwei recht verschiedene Fahrzeuge ausführen, wobei er sich nach seinem zweiten Platz am Mittwoch mit Vergleichen zurückhalten wollte. "Ich denke, es wäre nicht fair, die zwei Autos und die zwei Teams zu vergleichen. Ich kann nur sagen, heute war ein toller Tag. Virgin hat mir aber gestern und an den Freitagen viele Dinge gezeigt und dadurch dazu beigetragen, dass es heute gut lief. Die Leistung der Autos kann man aber nicht vergleichen. Renault hat viele Jahre Erfahrung in der Formel 1 und Virgin ist ein Rookie-Team", erklärte der Belgier.
Im Vergleich zu den anderen Rookie-Teams habe sich Virgin aber gut geschlagen und er habe sich dort sehr wohl gefühlt, meinte er weiter. "Bei Renault war es aber auch toll. Sie sind ein Topteam und dieses Auto war bei den heutigen Bedingungen großartig." Wirklich auf eine Rundenzeit war D'Ambrosio erst gegen Testende gegangen, davor hatte er Basistests und Aerodynamik-Evaluationen durchgeführt. Wie viel Benzin er am Ende des Tages drin hatte, konnte er nicht eruieren. "Sie haben mir nur gesagt, es kommen neue Reifen drauf und ich soll Gas geben. Ich war recht schnell, es dürfte also nicht weit von einem Qualifying-Setup weggewesen sein."
Ein Go-Kart-Vergleich
Einen Unterschied im Auto merkte er jedenfalls, denn es gab aufgrund der frischen, weichen Reifen mehr Grip, er konnte später bremsen und früher aufs Gas. Zudem war die Strecke auch besser. "Ich habe es genossen, es war ein toller Tag. Von der Formel 1 habe ich immer schon geträumt und jetzt war ich bei Virgin und heute bei Renault. Ich vergleiche das Gefühl gerne mit Go-Karts. Ich liebe es, welches Gefühl man in einem Go-Kart hat und wie das Auto durch die Kurve kommt", meinte er. Ein Formel-1-Auto ist dennoch ein wenig anders als ein Go-Kart und ein Renault anders als ein Virgin. Deswegen hatte D'Ambrosio auch ein paar Runden gebraucht, um den zusätzlichen Abtrieb des R30 zu verstehen. "Weil das Auto aber so effizient ist, kommt das von selbst." Ein kleiner Ausrutscher war aber trotzdem dabei.
Am Ende des Tages war der Belgier mit seiner Zeit dann näher am Red Bull von Daniel Ricciardo an der Spitze dran als Robert Kubica im Qualifying am Samstag an Sebastian Vettels Pole. Doch allzu viel hineininterpretieren wollte D'Ambrosio darin nicht. "So was erkläre ich nicht. Die Zeiten sind relativ, denn man weiß nicht, was im Auto war. Ich will da cool bleiben. Ich weiß, Robert und Sebastian sind fantastische Fahrer und ich muss noch viel arbeiten, um das zu leisten, was sie geleistet haben. Es bringt jetzt nichts, wenn ich sage, ich war da und dort schneller. Das geht nur, wenn man zur gleichen Zeit in Q1 und Q2 fährt und jeder gleiche Bedingungen hat", betonte er. Ungleich war in jedem Fall, dass D'Ambrosio keinen F-Kanal im Auto hatte.
Die Zeit wird es zeigen
Ihm war es nur wichtig, dass das Team mit ihm zufrieden war und seine Arbeit stimmte. "Beide Teams waren recht zufrieden. Das ist gut, also hoffentlich kann ich das in ein Cockpit für 2011 umwandeln." Wie es mit einem Platz für 2011 in der Formel 1 aussieht, wollte er aber nicht sagen. "Da solltet ihr Eric Boullier fragen. Es passieren viele Dinge. Mir ist es wichtig, den Job im Auto zu machen. Danach werden wir sehen. Die Zeit wird es zeigen."

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