Dass ich in Suzuka als Zehnter wieder einen Punkt geholt habe, war nach sechs Rennen ohne zählbares Ergebnis natürlich sehr schön, auch wenn wir in Japan nicht wirklich ein problemloses Wochenende hatten, und vor allem, weil wir ja schon mehr für 2011 als noch für dieses Jahr arbeiten. Aber vom Gefühl her mindestens genauso schön und wichtig ist es für einen Fahrer, zu wissen, dass man wirklich schnell war.

Uns ist zum Beispiel in Japan ein kleiner Strategiefehler unterlaufen, wir hatten gerade im Qualifying das Problem mit meinem Unterboden - wenn man sich das alles anschaut, war ich wirklich nicht schlecht unterwegs, war mein Speed im Rennen wirklich konstant gut. In Monza zum Beispiel war ich sehr gut unterwegs, und auch wenn ich da am Ende nur Elfter geworden bin, weil halt vorne alle angekommen sind, war das für mich ein sehr gutes Rennen, bestimmt gleichwertig mit dem von Japan - auch wenn ein Punkt am Ende natürlich immer extrem wichtig ist.

Weniger Baustelle als gedacht

Ich bin nach Suzuka nach Europa zurückgeflogen, weil ich einen Tag im Simulator war, gleich am Dienstag nach Japan. Dann bin ich am Montag von Genf über Paris hierher geflogen, Dienstag in Seoul angekommen, wir sind direkt mit dem Teambus hierher gefahren, am Dienstagnachmittag im Hotel angekommen, hatten dann den ganzen Mittwoch für uns...

Es ist nie gut, wenn man den ganzen Tag nichts zu tun hat, aber wir waren an der Strecke, ich bin zwei Runden gelaufen, um den Jet-lag zu vertreiben, bin das aber alles ruhig und gelassen angegangen. Die Anpassung an die Zeitumstellung hat hier für mich viel, viel besser als in Japan geklappt, da hatte ich ziemliche Probleme, aber hier passt es von Anfang an viel besser.

Die Strecke gefällt mir wirklich gut, auch der Asphalt, die Curbs, alles hat von Anfang an einen sehr guten Eindruck gemacht. Ich freue mich sowieso immer, wenn wir mal wieder auf eine neue Strecke kommen. Viele haben vorher alles Mögliche erzählt, aber ich bin ehrlich gesagt gar nicht wirklich überrascht, dass die Strecke so gut ist, ich habe fast damit gerechnet. Hermann Tilke hat das gemacht, da habe ich mir keine so großen Sorgen gemacht. Aber es ist sogar noch weniger Baustelle, als ich ursprünglich gedacht habe.

Fragezeichen Asphalt

Das größte Fragezeichen bei einem neuen Kurs ist natürlich die Asphaltbeschaffenheit - optisch sieht er ein bisschen aus wie der von Valencia, sehr kompakt, nicht besonders aggressiv. Aber man muss da vorsichtig sein - wenn er zu glatt ist, so dass man rutscht, kann das indirekt einen negativen Effekt auf die Reifen haben, wenn die durch das Rutschen leiden, wie wir das in Montreal schon hatten.

Aber am Donnerstagabend haben wir von Bridgestone schon einiges an Datenmaterial bekommen, um uns mit unserer Grundabstimmung darauf einstellen zu können. Ich glaube aber nicht, dass es hier am Sonntag noch wirklich Reifenprobleme geben wird, wir haben auch die harten Reifen hier und die Strecke wird ja immer mehr Grip bekommen.

Sebastien Buemi möchte den F-Kanal noch meistern, Foto: Sutton
Sebastien Buemi möchte den F-Kanal noch meistern, Foto: Sutton

Auch was das eventuell befürchtete Aufbrechen des Asphalts angeht, habe ich keine Bedenken - da waren schließlich Fachleute am Werk, die die entsprechende Erfahrung haben. Das einzige Problem könnte es geben, wenn es am Sonntag tatsächlich doch noch regnen sollte. Wenn sich dann das Öl, das aus einem neuen Asphalt immer ein bisschen austritt, mit dem Wasser vermischt, dann wird es sehr, sehr schwierig.

Ich hoffe auf jeden Fall, ein gutes Wochenende zu haben, ohne Probleme am Auto, von denen wir ja zuletzt doch ein paar hatten, dann ein gutes Qualifying, ein Rennen ohne Zwischenfälle. Die Ingenieure und Mechaniker haben sehr hart gearbeitet, damit die Dinge, die uns zuletzt gestört haben, nicht mehr vorkommen.

Den F-Duct bin ich hier im Training allerdings nicht gefahren, sondern nur Jaime. Nachdem Franz Tost die neuen Teile Donnerstagnachmittag doch noch mitgebracht hat, ist Jaime zumindest am Freitag mal damit gefahren. Er hat auch den letzten Aerotest gemacht, hat viele Daten gesammelt, deshalb probierte er weiter, das macht dann mehr Sinn, als wenn ich jetzt wieder weitermachen würde. Wir pushen auf jeden Fall hart, um das Teil in den letzten Rennen noch zum Funktionieren zu bekommen.