Viel Gerangel und viel Wehklagen gab es in der Vergangenheit wegen der Resourcen-Beschränkung (RRA - Resource Restriction Agreement) in der Formel 1. Vor allem die großen Teams bedauerten, dass sie sich plötzlich nicht mehr so ausdehnen konnten wie zuvor. Doch das dauerte nicht lange, da irgendwie doch alle akzeptierten, dass dem endlosen Geldausgeben in der Königsklasse Einhalt geboten werden musste, weswegen sich Leute wie McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh oder Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali mittlerweile auch lobend darüber äußern. Dass nun darüber gesprochen wird, die Budgets wieder um zehn Millionen Euro anzuheben, sahen sie diesbezüglich nicht als Problem, sondern als Zeichen der Flexibilität der Teams.
"Ich denke, die Ressourcen-Beschränkung hat viel erreicht, viel Geld gespart und wohl auch geholfen, ein paar Teams zu retten, also war es ein gutes Programm", meinte Whitmarsh. Er räumte ein, dass es in einem Umfeld wie der Formel 1 immer Leute geben wird, die Schlupflöcher oder Vorteile suchen, das sei aber normal. "In den vergangenen Wochen gab es dann die gute Neuigkeit, dass die Teams sich darauf verständigt haben, die RRA [bis 2017] zu verlängern, was sehr wichtig ist. Gleichzeitig gab es ein paar Anpassungen, es wurde also prinzipiell vereinbart und jeder hat das unterschrieben. Ich denke, durch das Dokument wurde schon viel gespart, vor allem bei der Anzahl des Personals, der Anzahl der Leute, die wir an der Strecke haben, der Anzahl an Windkanal-Tests, bei CFD, Streckentests...", sagte Whitmarsh.
Viel gespart
Er hatte durchaus die Gefahr gesehen, dass die RRA nicht verlängert würde, doch alle Teams seien vernünftig gewesen und hätten sich geeinigt. "Ich denke, die gute Nachricht ist, dass es bislang funktioniert hat und wir es verlängert haben. Es gab ein paar Anpassungen: in einigen Bereichen hat man es verschärft, in anderen etwas gelockert. Es sind nur kleine Punkte, die im Moment gelöst werden, aber die Prinzipien sind sehr klar und positiv für die Formel 1", meinte Whitmarsh, der auch FOTA-Präsident ist.
Sein Vizepräsident ist Domenicali und der schloss sich der Meinung seines FOTA-Vorgesetzten an. "Das Wichtigste ist, dass es eine Situation gab, in der man bis zu einem gewissen Zeitpunkt akzeptieren konnte, weniger auszugeben und danach, wer weiß? Man weiß ja wohl, dass es im Kreislauf des Lebens Hochs und Tiefs gibt", erklärte der Ferrari-Teamchef. Er fand, dass nun eine gute Vereinbarung gefunden wurde, um die Ausgaben bis 2017 auf einem vernünftigen Level zu halten, wodurch die Teams Stabilität haben.
Ausgleich hilft Red Bull
Red-Bull-Teamchef Christian Horner war der gleichen Ansicht, denn er sah vor allem unabhängige Teams wie Red Bull durch das RRA in der Lage, vorne mitzuhalten. "Vor ein paar Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass ein Energy-Drink-Hersteller mit Teams wie Ferrari oder McLaren mithält, aber da die Regeln ausgeglichen sind, konnte ein Team wie unseres stärker werden - wenn die Dinge in einigen Bereichen ausgeglichen sind, die Martin erwähnt hat, beispielsweise beim Testen oder den Unkosten. Ich denke, es ist wichtig, dass es weiter Einigkeit gibt, denn wir müssen Teams wie Ferrari und McLaren ebenso unter einen Hut bekommen wie kleinere", sagte Horner.

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