"Ich habe nie an Glück geglaubt", sagt Lewis Hamilton. Der McLaren-Pilot ist davon überzeugt, dass man sich sein Glück selbst verdienen muss. "Aber dieser Glaube wurde in den letzten vier Rennen sehr strapaziert", erinnert er an seine beiden Kollisionen und sein Getriebeproblem. "Ich fahre mir immer die Seele aus dem Leib, aber diese Herangehensweise hat sich zuletzt nicht bezahlt gemacht."
Verändern wird er sich deswegen nicht. Im Gegenteil: Hamilton muss angesichts der Punktesystem noch mehr angreifen. "Ich möchte wieder gewinnen und reise in dem Glauben nach Korea, dass ich das dort schaffen kann. Vielleicht punktet ja einer der anderen Titelanwärter nicht, dann wäre ich wieder voll dabei."
Vorbild Räikkönen
Auch Hamiltons Teamkollege Jenson Button muss aus seiner Rolle des konstanten Punktesammlers ausbrechen und auf volle Attacke setzen. "Wenn man zu diesem Zeitpunkt vorne liegt, darf man nichts riskieren, aber wenn man hinten liegt, muss man aggressiver fahren, weil man weniger zu verlieren hat", sagt Button. "Ich freue mich darauf, die Führenden anzugreifen."
Sollte das nicht klappen, wisse er immerhin, dass er alles gegeben und probiert habe. Dennoch warnt ausgerechnet Hamilton: "Die WM ist ein Konstanzwettkampf, jeder einzelne Punkt ist wertvoll." Angesichts des Rückstands wird es für beide McLaren-Piloten schwieriger.
"Aber in einer solchen Situation erinnere ich mich an 2007", sagt Hamilton. Damals hatte Kimi Räikkönen zwei Rennen vor Ende 17 Punkte Rückstand (nach dem alten Punktesystem) und wurde dennoch Weltmeister - vor Hamilton und Fernando Alonso. "Ich habe mehr als einmal gelernt, dass die WM bis zur letzten Kurve geht - also gebe ich nicht auf."
Gute Pace
Mut macht Hamilton und Button der Fortschritt an ihrem Auto. "Ich war mit der Pace im Rennen zufrieden", sagt Hamilton. Button setzte die zweitschnellste Rennrunde in Suzuka und bis zu seinem Getriebeproblem konnte Hamilton auf Alonso aufholen. "Da wir nicht alle Updates gefahren sind, die wir mitgebracht hatten, sollten wir für Korea ermutigt sein", so Hamilton.
Auch Button war mit seinem Auto zufrieden. "Es war toll zu fahren, ich konnte ans Limit gehen und es klebte trotzdem auf der Strecke", beschreibt Button. Das sei ermutigend für die letzten drei Rennen. "Das Glück wechselt immer durch. Unser Team hatte zuletzt recht wenig Glück, also wer weiß, wie es beim nächsten Rennen aussieht? Es könnte sich alles umkehren."



diese Formel 1 Nachricht