Der WM-Kampf tobt. Fernando Alonso sieht eine kleine Mini-WM mit sieben Rennen bis zum großen Finale in Abu Dhabi. Trotzdem konzentrieren sich die meisten Teams schon lange auf das nächste Jahr - allen voran Mercedes GP, die mit der WM nichts mehr zu tun haben. "Wir sind mit dem neuen Auto ganz gut unterwegs", sagt Norbert Haug. Mercedes GP habe sich auf die wesentlichen Punkte konzentriert, um den Silberpfeil schneller zu machen. "Ich weiß aber nicht, wie stark sich die Konkurrenz steigert."
Innovative Ideen gesucht
Michael Schumacher äußerte vor dem Wochenende in Spa eine klare Meinung: "Wir müssen jetzt damit anfangen, die Weichen für das nächste Jahr zu stellen und all die Fehler ausmerzen, die wir am diesjährigen Auto erkannt haben, und vielleicht die ein oder andere innovative Idee mit einfließen lassen, die uns einen Vorsprung bringt."
Dabei baut Schumacher voll auf seinen alten Wegbegleiter Ross Brawn. Doch der muss ihn vorerst enttäuschen. Momentan sieht er keinen Regelgraubereich, keinen Doppeldiffusor, keinen F-Kanal und keinen angeblasenen Diffusor, der als Wundermittel wichtige Zehntel im Kampf gegen die Konkurrenz bringen könnte. "Aber das könnte es geben, wenn die Autos enthüllt werden - so läuft das Geschäft", sagt Brawn. "Wir haben noch nichts gefunden. Aber irgendjemand findet vielleicht irgendwo eine Kleinigkeit, die einen Vorteil bringt."
Konzentration auf 2011

Die Prioritäten liegen ganz klar auf 2011. "Unser Jahr war nicht so gut, wie wir es gehofft hatten", gesteht Brawn. "Wir haben keine realistische Chance auf die WM, also konzentrieren wir uns stark auf die nächste Saison, um dann konkurrenzfähiger zu sein." In dieser Saison werde es nur noch einige kleine Neuerungen geben. Überhaupt ist Brawn mit der Entwicklungsgeschwindigkeit im Jahr 2010 nicht wirklich zufrieden.
"Wir haben einige interessante Dinge an anderen Autos gesehen und es war schwierig zu verstehen, was sie brachten", so Brawn. Das Team baute sie nach, konnte den Rückstand aber nicht aufholen. Dabei wurde Mercedes vom Testverbot behindert. "Das ist keine Entschuldigung, aber eine Erklärung", sagt Norbert Haug. Ohne Tests könne schnell ein Upgrade schief laufen - wie bei Mercedes in Hockenheim oder bei McLaren in Silverstone. "Ich glaube sogar, dass unser Monaco-Auto in Ungarn vielleicht besser gewesen wäre", so Haug.
Das Team unternahm deshalb eine genaue Analyse der Performance in dieser Saison. "Wir wissen, wo wir uns verbessern müssen", sagt Brawn. Die Grundlage für das nächstjährige Auto ist bekannt: ein niedrigerer Schwerpunkt, weniger Gewicht, mehr Downforce und die richtige Nutzung der neuen Pirelli-Reifen. "Dafür braucht man ein steifes Auto", so Brawn. "Die Basis zählt und ich kann anhand unserer Fortschritte an der Basis für nächstes Jahr erkennen, dass wir in diesem Jahr keine ausreichend gute Arbeit geleistet haben."



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