Das Qualifying in Hockenheim war für Mercedes GP eine Enttäuschung, darin waren sich alle Team-Mitglieder einig. Das Aerodynamik-Paket hatte große Hoffnungen geweckt, konnte diese aber nicht erfüllen. "Wir hatten hier einen neuen Heckflügel. Bei beiden Fahrern war das Potential gut, aber wir hatten Probleme mit der Konstanz des Autos und des Abtriebs", erklärte Teamchef Ross Brawn. Vor allem der angeblasene Diffusor ist ein komplexer Bereich und im Windkanal nur schwierig zu simulieren. "Wir hatten bei der Leistung am Wochenende Inkonsistenzen. Schon gestern hatten wir am Ende große Leistungsabfälle und dann gab es wieder Zeiten, da war die Leistung sehr stark."

Deswegen will Brawn es nun schaffen, die Gründe für Erfolg und Misserfolg des Systems zu finden, um eine Blaupause zu haben, um es konstant am Laufen zu haben. Er wollte deswegen an der Abstimmung des Chassis weiterarbeiten, um das Potential der eigenen Ideen auch wirklich zu nutzen. In Hockenheim hatte das nicht funktioniert, vor allem im Qualifying nicht. "Aber das Paket ist anders als jenes in Silverstone. Wir brauchen nur Zeit, um das zu optimieren." Und in einem Bereich wie dem angeblasenen Diffusor können kleine Dinge entscheiden, die Fahrhöhe, die Stellung des Gaspedals, das Management der Auspuffgase. "Das müssen wir alles verstehen und Leistung herausholen."

Zwangspause kann Nachdenken nicht stoppen

Offiziell wird das Team nach Ungarn aber zwei der vier Wochen Rennpause nicht arbeiten dürfen, da dann eine Auszeit vorgeschrieben ist, die auch scharf kontrolliert wird. Brawn hatte damit kein Problem, da das alle Teams betrifft und in einer langen Saison auch durchaus Sinn macht. "Wir haben es [die Pause] so geplant, dass wir vor dem nächsten Rennen mehr Zeit [für die Arbeit] haben. Aber es werden schon vorher viele Ingenieure am Strand liegen und nachdenken, das kann man nicht stoppen", sagte er. Vor allem gilt es zu klären, warum die reinen Zahlen eigentlich auf eine starke Abtriebsverbesserung hindeuten, es die aber nicht gibt. "Wir nutzen es nicht richtig. Ob das mit den Benzinladungen zusammenhängt, wissen wir nicht. Wir müssen arbeiten und verstehen, wie es funktioniert."

Deswegen wollte es Mercedes in Hockenheim auch nicht so halten wie McLaren in Silverstone, wo das neue Paket nach dem Freitag wieder abgebaut wurde. Brawn betonte, dass darüber nachgedacht wurde, man aber nicht wie McLaren um die WM kämpfe und daher auch im Rennen experimentieren und Daten sammeln könne. "Durch den Parc Ferme können wir bis morgen nicht viel machen. Nach dem Rennen wissen wir dann mehr als jetzt. Wir wollen das System meistern und schauen, ob wir es für Ungarn besser verstehen. Wir hätten wieder zurückrüsten können, aber hätten dann weniger für Ungarn gelernt."