Was bedeutet es für Sie, diesen Punkt geholt zu haben?
Kamui Kobayashi: Es war eine gute Mannschaftsleistung an diesem Wochenende. Wir waren bei den Rennen zuvor in sehr schwierigen Situationen, und es war schön, in Istanbul beide Autos ins Ziel zu bringen und diesen Punkt zu holen. Aber es ist nur ein Punkt, und damit können wir nicht zufrieden sein. Es kann nur ein erster Schritt sein.

Was bedeutet Ihnen mehr: es im Qualifying zum dritten Mal unter die besten Zehn geschafft zu haben oder jetzt erstmals im Rennen?
Kamui Kobayashi: Das Qualifying bedeutet mir definitiv mehr, weil es die wahre Leistungsfähigkeit zeigt. Im Rennen kann man immer von Problemen anderer profitieren oder selbst eines haben. Deshalb ist das Rennergebnis etwas anderes. Im Qualifying geht es um die schiere Leistung, und ich denke, wenn wir alles richtig machen, haben wir immer eine Chance, es in den letzten Qualifying-Abschnitt zu schaffen.

Wie haben Sie sich motiviert, als Sie immer wieder ausfielen?
Kamui Kobayashi: Manchmal war es nicht leicht, schlechte Erinnerungen wie den Unfall von Melbourne loszuwerden, als ich den Frontflügel verloren hatte. Aber Motivation war nie ein Problem. Ich liebe es, Rennen zu fahren, und unsere Ziele waren ja auch immer realistisch. Wir wollten Punkte holen und haben nicht davon geträumt, morgen Rennen zu gewinnen.

Was erwarten Sie von den kommenden Rennen?
Kamui Kobayashi: In Kanada erwartet mich eine neue Rennstrecke, ich kenne den Kurs nicht einmal aus dem Simulator und muss ihn im freien Training lernen. Da sind andere Fahrer etwas im Vorteil, aber das sollte kein Problem sein. Generell denke ich, dass wir jetzt auf einem guten Weg sind. Die Art und Weise, wie wir alle zusammenarbeiten, hat sich ohnehin besser eingespielt, und es war sehr schön, die Mechaniker in Istanbul erstmals nach einem Rennen lächeln zu sehen! Bis dahin hatte ich sonntagabends nur enttäuschte Gesichter gesehen. Ich bin sicher, dass wir mit diesem positiven Gefühl, das jetzt jeder mitnimmt, und unseren Verbesserungen am Auto in Zukunft besser abschneiden werden.

Was ist das Wichtigste, was Sie noch lernen müssen?
Kamui Kobayashi: Da gibt es Vieles! Ich bin erst vier komplette Formel-1-Rennen gefahren - zwei in diesem und zwei im vergangenen Jahr. Das ist nicht gerade viel, ich muss hart arbeiten und viel lernen. Der Umgang mit den Reifen ist ein Beispiel. In Istanbul habe ich sie zu früh zu hart beansprucht und konnte am Ende auf die Karkasse des rechten Vorderreifens schauen. Man muss lernen, sich das richtig zu überlegen, dafür braucht man Erfahrung.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Ihrem Teamkollegen Pedro de la Rosa?
Kamui Kobayashi: Pedro ist ein sehr netter Kerl und mit all seiner Erfahrung ein wirklich guter Teamkollege für mich. Ich bin der Anfänger, er weiß alles, und er teilt sein Wissen mit mir.