DTM-Titelentscheidung vertagt! Nach dem dramatischen Samstagsrennen beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring wird die Meisterschaft erst am Sonntag vergeben. Titelfavorit Thomas Preining (Manthey-Porsche) belegte den fünften Platz beim Sieg von Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) und kann damit rechnerisch noch eingeholt werden.
Preinings schärfste Titelgegner Marco Wittmann und Maro Engel fuhren im turbulenten Rennen auf die Plätze drei und vier. Wittmann übernimmt damit den zweiten Rang in der DTM-Tabelle mit 20 Punkten Rückstand zu Preining. Engel ist vor dem letzten Rennen des Jahres am Sonntag (Start um 16:30 Uhr!) Gesamt-Dritter, 25 Zähler hinter Preining. 28 Punkte werden am Sonntag noch vergeben.
DTM Punktestand: DTM Gesamtwertung 2026 als Tabelle
Hinter Sieger Auer belegte Mirko Bortolotti (GRT-Lamborghini) den zweiten Platz auf dem Podium. Der Italiener schaffte es mit seinem Lamborghini Temerario GT3 aus zunächst ungeklärten Gründen nicht selbstständig zurück ins Parc Ferme und blieb stattdessen am Streckenrand stehen.
Engstler gibt Entwarnung nach Highspeed-Crash
Der von P2 gestartete Auer feierte den ersten Saisonsieg und den zwölften seiner DTM-Karriere. Der Österreicher erkämpfte sich die Führung in der Startphase, kollidierte dabei aber mit Pole-Setter Luca Engstler (Abt-Lamborghini). Der Allgäuer schlug mit hoher Geschwindigkeit seitlich in die Streckenbegrenzung ein und löste eine 14-minütige Unterbrechung mit roten Flaggen aus.
Engstler konnte das Medical Center nach einem Check noch während des laufenden Rennens verlassen. "Den Umständen entsprechend geht es mir gut", sagte der Abt-Pilot bei ProSieben. "Das war schon ein großer Schlag, aber bei mir ist alles in Ordnung. Hoffentlich können die Jungs das Auto für morgen reparieren."
Drama um Maro Engel bei Boxenstopp
Nach dem Re-Start hatte Engel (von P7 gestartet, schnell auf P3 nach vorne) keine Mühe, die Führung von Mercedes-AMG-Markenkollege Auer zu übernehmen. Preining (von P3 gestartet) belegte zu diesem Zeitpunkt nur Platz elf, nachdem er in der Startphase von der Strecke abgekommen und weit zurückgefallen war.
Engel sah kurzzeitig wie der sichere Sieger aus, doch dann entfaltete sich das Drama bei seinem Boxenstopp in Runde 20: Wieder einmal klemmte es bei der Winward-Mercedes-Boxencrew, wodurch der Reifenwechsel 16,4 Sekunden dauerte. Engel wurde bis auf den vierten Rang durchgereicht, während Auer kampflos wieder die Spitze übernahm.
Engel nach Platztausch mit Wittmann: "Kein Verständnis"
In der Schlussphase duellierte sich Engel mit Wittmann um den letzten Platz auf dem Podium und setzte sich zunächst durch. Die Rennleitung ordnete wenige Minuten vor dem Zieleinlauf allerdings einen Platztausch wegen einer leichten Kollision an, was Wittmann den dritten Platz zurückbrachte. Engel musste sich mit P4 begnügen, blieb aber immerhin vor Preining.
"Dafür habe ich kein Verständnis", sagte der ziemlich frustrierte Engel bei ProSieben. "Er (Wittmann) drückt mich von der Strecke in Turn 7, ich lasse noch Platz am Kurvenausgang..." Wittmann bewertete den Vorfall so: "Ich glaube, er war ein bisschen zu ungestüm und hat mich weit gefahren. Die Regel sagt, dass man Platz lassen muss. So habe ich den Platztausch bekommen und konnte mich über die zwei Runden retten."
Auf den Plätzen sechs bis acht folgten Kelvin van der Linde, Jules Gounon und Arjun Maini. Marco Mapelli und Finn Wiebelhaus komplettierten die Top-10. Neben Engstler sah auch Timo Glock nicht die Ziellinie. Der Dörr-McLaren-Pilot lag auf Kurs zu einem Top-8-Ergebnis, wurde nach den Boxenstopps aber unglücklich von Jules Gounon getroffen.
DTM Hockenheim: So lief das Rennen am Samstag
Der Start: Hinter Pole-Setter Luca Engstler griff Thomas Preining von P3 seinen Vordermann Lucas Auer auf dem Weg in die erste Kurve an, kam aber nicht vorbei. Dahinter kollidierte Ricardo Feller im zweiten Manthey-Porsche mit Thierry Vermeulen und drehte den Ferrari. Wenig später kam Preining außen von der Strecke ab und fiel vom dritten bis auf den neunten Platz zurück! Maro Engel gelang ein Mega-Start von P7 bis vor auf die dritte Position. Dahinter folgten Feller, Mirko Bortolotti und Marco Mapelli.
Die erste Rennhälfte: In der 2. Runde kämpften Auer und Engstler um die Führung, wobei sich der Abt-Lamborghini-Pilot in Folge einer Kollision mehrfach drehte und seitlich in die Streckenbegrenzung rutschte. Rennleiter Sven Stoppe beorderte umgehend das Safety Car auf die Strecke. Wenig später ließ Stoppe rote Flaggen für einen zwischenzeitlichen Abbruch schwenken, weil das Streckenpersonal die Betonelemente an der Unfallstelle austauschen musste.
Die Top-11 unter der roten Flagge: 1. Auer, 2. Engel, 3. Feller, 4. Bortolotti, 5. Mapelli, 6. Wittmann, 7. Van der Linde, 8. Glock, 9. Buus, 10. Gounon, 11. Preining
Nach einer 14-minütigen Rot-Phase wurde das Rennen hinter dem Safety Car wieder aufgenommen. Feller kassierte nach der Rennfreigabe von P3 für seinen Vermeulen-Dreher drei Penalty Laps. Wittmann schnappte sich Mapelli und übernahm den vierten Platz. Engel übernahm im gleichen Atemzug mühelos die Führung von Auer.
In Runde 7 setzte sich Preining gegen Porsche-Markenkollege Bastian Buus durch und verteidigte sich obendrein gegen Hintermann Gounon - P8 für den Grello-Piloten. Danach sortierte sich das Feld und es kehrte kurzzeitig etwas Ruhe ein, bevor sich in Runde 11 das Pflicht-Boxenstoppfenster öffnete.
Wiebelhaus, Paul, Feller und Baert eröffneten den Boxenstopp-Reigen in Runde 12 aus dem hinteren Mittelfeld. Einen Umlauf später folgten Gounon und Cairoli, während der Rest des Feldes lieber auf der Strecke blieb. Bei Nicki Thiims Stopp klemmte ein Vorderrad beim Reifenwechsel in Runde 14, die auch Ben Dörr für seinen Pflicht-Stopp nutzte.
Der weitere Rennverlauf: Preining bog von P8 in Runde 15 in die Box ab, auch Vordermann Timo Glock kam rein - die Manthey-Truppe war schneller, was Preining einen Positionsgewinn bescherte. Glock dahinter erhielt einen Treffer von Mercedes-Pilot Gounon, drehte sich auf der Strecke und fiel ans Ende des Feldes zurück.
In Runde 16 wurde es hektisch in der Boxengasse: Mapelli, van der Linde, Maini und Buus stoppten in einer Reihe. Einen Umlauf später legten Wittmann und Vermeulen ihre Pflicht-Reifenwechsel ein, womit nur noch Spitzenreiter Engel, Auer und Bortolotti auf ihren Startreifen fuhren.
In Runde 18 überholte Preining in der Spitzkehre den BMW von van der Linde und übernahm die sechste Position. Bortolotti bog in Runde 19 von Platz drei ab und konnte seine Position nach der Rückkehr auf die Strecke halten.
Dann Drama in Runde 20: Engel und Auer legten zeitgleich ihre Reifenwechsel ein - und bei Engels Winward-Mercedes ging der Stopp komplett schief! Das rechte Hinterrad ließ nicht sauber wechseln, wodurch der Stopp 16,4 Sekunden dauerte. Engel fiel bis auf Platz vier hinter Wittmann zurück, während Auer die Führung übernahm.
In Runde 29 griff sich Preining ein Herz, kassierte Mapellis Abt-Lamborghini und übernahm den fünften Platz hinter Engel. Kurz zuvor wurde der Österreicher per Funk darauf hingewiesen, auf sein "Risiko-Management" zu achten. In Runde 31, drei Minuten vor Schluss, setzte sich Engel gegen Wittmann durch - Platz drei für den zu diesem Zeitpunkt schnellen Mercedes-Piloten. Aber: Die Rennleitung ordnete einen Platztausch zwischen den beiden an - damit Wittmann wieder Dritter!



diese DTM Rennbericht