Mercedes-AMG hat einen weiteren Blick in die Zukunft seines GT3-Projekts gewährt - lässt aber einige Fragen offen. Die Affalterbacher zeigten am Dienstag erstmals Bilder des künftigen GT3-Fahrzeuges für den Motorsport sowie ein weiteres Modell aus der hochperformanten Black-Series-Reihe, das über eine Straßenzulassung verfügen soll.
Klar ist jetzt: Das GT3-Auto der Zukunft trägt wie sein Vorgänger die Bezeichnung 'Mercedes-AMG GT3'. Der neue Straßenwagen 'Mercedes-AMG GT Black Series' dient dabei als Homologationsmodell. Laut FIA-Vorgaben muss ein Hersteller mindestens 300 Serienfahrzeuge bauen, um daraus ein GT3-Auto für den Einsatz in Serien wie der DTM, WEC und GT World Challenge oder beim 24h-Rennen Nürburgring ableiten zu können.
Wann kommt der neue Mercedes-AMG GT3?
Offen bleibt unterdessen, wann das neue GT3-Fahrzeug sein Renndebüt geben soll: bereits 2027 oder erst 2028? Das Auto befinde sich "derzeit in der intensiven Entwicklungsphase", teilt Mercedes-AMG mit. Bekannt ist nun: Das im Oktober 2025 präsentierte 'Concept AMG GT Track Sport' diente als Technologieträger sowohl für den künftigen AMG-GT3 als auch für den Mercedes AMG GT Black Series.
Jener Technologieträger, um den Mercedes-AMG ein großes Geheimnis gemacht hatte, absolviere seit Oktober "umfangreiche fahrdynamische Erprobungen" auf dem Bilster Berg, in Portimao, Monteblanco sowie auf der hauseigenen Entwicklungsstrecke in Immendingen. Mit dem Beginn der Erprobungsphase auf der Nürburgring-Nordschleife folge nun der nächste Entwicklungsschritt.
Die genaue Motorisierung des AMG-GT3 sowie des Black Series bleibt ebenfalls ein Geheimnis. Es handele sich um eine "AMG-typische V8-Antriebstechnologie", hieß es im Oktober nur. Weitere Details will Mercedes-AMG zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.

Mercedes-AMG GT Black Series: Rennauto mit Kennzeichenhalter
Bei den jetzt veröffentlichten Bildern handelt es sich um zwei unterschiedliche Autos : Das mit roten Akzenten folierte Fahrzeug bildet die Entwicklungsbasis für den neuen Mercedes-AMG GT3, während das in Teilen gelbgrün folierte Auto der Black Series für die Straße ist. Auf den ersten Blick sind ehrlicherweise allerdings kaum Unterschiede zu erkennen.
Die Heckflügel beider Autos wirken gleichermaßen brachial und rein für den Rennstreckeneinsatz geeignet. In der Realität sollen die Unterschiede deutlicher zu erkennen sein. Im Vergleich zum aktuellen Mercedes-AMG GT3 sind die Befestigungspunkte weiter nach vorne in Richtung der Heckscheibe gewandert und der Flügel in der modernen Schwanenhals-Bauweise angebracht.
Auffällig allerdings: Das gelbgrüne Fahrzeug verfügt über eine Kennzeichenhalterung! Daraus könnte man schließen, dass Mercedes-AMG mit dem neuen Black-Series-Modell praktisch ein waschechtes Rennauto mit Straßenzulassung entwickelt.

Schiebe: "Der extremste Black Series aller Zeiten"
"Wir entwickeln den extremsten Black Series aller Zeiten", sagt Michael Schiebe, ehemals CEO von Mercedes-AMG und inzwischen in den Vorstand der Mercedes Benz Group AG berufen, passend dazu. "Gleichzeitig wollen wir mit dem künftigen GT3 den nächsten Rekordjäger im Motorsport stellen. Die Grundlage dafür ist das CONCEPT AMG GT TRACK SPORT - ein Technologieträger, der von Anfang an mehr war als nur ein Konzept. Er ist unser unmissverständliches Bekenntnis zu maximaler Performance, ein Versprechen für die Rennstrecke und die Straße gleichermaßen."
Für die Entwicklung des neuen GT3-Autos ist die junge Affalterbach Racing GmbH zuständig, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Mercedes-AMG. Die Affalterbacher entwickeln erstmals ein GT3-Fahrzeug in Eigenregie, nachdem jahrelang das benachbarte Unternehmen HWA von Hans Werner Aufrecht dafür zuständig war. Die Wege haben sich zum vergangenen Jahresende getrennt.

Sagemüller: "Nun starten wir in die nächste Entwicklungsphase"
"Mit der Auflösung des Konzepts können wir auch den neuen Mercedes-AMG GT3 konkret benennen, mit dem wir für Mercedes-AMG Motorsport die Erfolgsgeschichte im Kundensport fortschreiben wollen", sagt Mercedes-AMG-Motorsportleiter Christoph Sagemüller. "Unser Ziel ist es, erneut ein Fahrzeug zu präsentieren, das die Benchmark setzt. Aus den ersten Tests haben wir bereits wichtige Erkenntnisse gewonnen. Nun starten wir in die nächste Entwicklungsphase und testen auch auf Rennstrecken, die für den GT-Sport relevant sind."
Das künftige Rennauto löst den aktuellen Mercedes-AMG GT3 ab, der schon seit 2016 im Einsatz ist und 2020 sein letztes Evo-Update erhielt. Es wird das dritte GT3-Fahrzeug der Performance-Marke aus Affalterbach. Den Anfang des GT3-Programmes bildete 2011 der Mercedes Benz SLS AMG GT3. Die extreme Black-Series-Reihe für die Straße nahm ihren Anfang im Jahr 2006 mit dem Mercedes Benz SLK 55 AMG Black Series.

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