Ganz bittere Nachricht für Ben Dörr (Dörr-McLaren): Der McLaren-Pilot hat nachträglich den zweiten Platz beim Sonntagsrennen der DTM auf dem Sachsenring verloren. Das Urteil fiel mehr als drei Stunden nach dem Rennende: Dörr ist im Nachgang disqualifiziert worden.
Damit ist der zweite Platz futsch, den sich der 20-Jährige im spektakulären Sonntagsrennen erkämpft hatte. Für ihn selbst, sein Team Dörr Motorsport und auch die Marke McLaren wäre es der erste Podestplatz in der Geschichte der DTM gewesen.
Dörr disqualifiziert: Das sind die Gründe
Das Dörr-Team verstieß gegen mehrere Punkte im Sportlichen Reglement. Dörr absolvierte die Einführungsrunde zur Startaufstellung auf einem Reifensatz, den er nicht im Qualifying am Morgen genutzt hatte. Laut Regelbuch müssen die Top-10 der Startaufstellung - Dörr war Achter - aber mit ihrem Quali-Satz starten. Dann wechselte das Team in der Startaufstellung zwar auf die korrekten Reifen (aus dem Qualifying), aber zu diesem Zeitpunkt ist der Wechsel von Slicks auf Slicks per Reglement ebenfalls verboten.
Dörr begann das Rennen dann zwar auf dem korrekten Reifensatz (aus dem Qualifying), verwendete nach seinem Boxenstopp aber den Satz, den er in der Runde zur Startaufstellung genutzt hatte. Dieser angefahrene Reifensatz enthielt somit bereits eine gewisse Temperatur, was bei den ungeheizten Slicks in der DTM theoretisch einen Vorteil bringen kann.
Erstes DTM-Podium für Dörr und McLaren futsch
Durch den Ausschluss von Dörr rückt Jules Gounon (Winward-Mercedes) vom dritten auf den zweiten Platz hinter Doppelsieger Ayhancan Güven (Manthey-Porsche) nach vorne. Neuer Dritter ist der Brite Ben Green mit seinem Emil-Frey-Ferrari.
Dörr hatte das Rennen vom achten Startplatz aufgenommen und eine blitzsaubere Vorstellung abgeliefert. Vor allem die beiden Pflicht-Boxenstopps gelangen der jungen Dörr-Mannschaft deutlich besser als bisher. Zudem profitierte Dörr von Problemen und Ausfällen der vor ihm gestarteten Fahrer Jordan Pepper, Thomas Preining, Jack Aitken und Mirko Bortolotti.
Dörr-Teamkollege Glock vorzeitig ausgefallen
"Wir haben fleißig gearbeitet", jubelte Dörr noch vor der Disqualifikation gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Ich habe mich bis gestern nicht so wohl gefühlt. Das wurde heute besser, auch mit dem achten Platz im Qualifying. Es war alles perfekt, wir sind ohne Probleme durchgefahren. Es ist schön zu sehen, wie alles zusammenwächst und besser wird. Das ist einfach unbeschreiblich! Nach der Pole Position am Nürburgring haben wir das nochmal getoppt."

Dörr Motorsport bestreitet derzeit seine zweite Saison in der DTM, am Steuer der beiden McLaren 720 S GT3 sitzen Rennstallbesitzer-Sohn Dörr und Rückkehrer Timo Glock. Der frühere Formel-1-Fahrer fiel im Sonntagsrennen vorzeitig wegen eines technischen Problems aus.



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