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DTM

DTM-Chef Berger: Starterfeld, Rossi-Traum, Gerüchte um Stars

Gerhard Berger äußert sich nach längerer Zeit mal wieder öffentlich zum Status quo der DTM: vom Starterfeld über Gastfahrer bis hin zum GT Masters.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Gerhard Berger und die ITR basteln weiter fleißig an der DTM unter dem neuen GT3-Reglement. Nach einigen Monaten der Ungewissheit während des Winters, herrscht nach zahlreichen prominenten Verkündungen inzwischen Aufbruchstimmung. Neun Teams mit 14 Autos von fünf verschiedenen Marken haben sich bislang öffentlich zum Start in der DTM bekannt, weitere sollen folgen.

"Ein bisschen was kommt ja noch", kündigt Berger im aktuellen ran-Podcast von TV-Partner Sat.1 an. "Wir sind irgendwo bei 16, 17 Autos. Die Pflicht haben wir erfüllt, die Kür sollte vielleicht noch kommen. Wir sind am einen oder anderen dran, da kann durchaus noch was kommen."

Mit dem Berliner Rennstall Mücke Motorsport steht ein weiteres Mercedes-Team vor dem Einstieg und der gleichzeitigen Rückkehr in die DTM. Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com schwirren zudem weiter die Namen Aston Martin, Lamborghini und Porsche in der DTM-Welt umher.

Ex-Formel-1-Fahrer Christian Klien vor DTM-Einstieg

Das DTM-Starterfeld erweitern sollen zudem prominente Gastfahrer. Laut Speedweek plant etwa der frühere Formel-1-Fahrer und heutige TV-Experte Christian Klien Gaststarts bei vier DTM-Rennwochenenden (Lausitzring, Zolder, Nürburgring, Assen). Der Österreicher soll laut eigenen Angaben in einen Mercedes-AMG GT3 des jungen Teams JP Motorsport aus Erkelenz steigen, mit dem er 2020 bereits Rennen in der International GT Open bestritten hat.

Berger: "Wir haben einige Gastfahrer, hier oder da werden es auch mehr als 20 Autos sein. Das Starterfeld wird noch stärker sein als letztes Jahr. Wir haben die besten Teams und müssen schauen, dass wir auch noch den besten Fahrermix bekommen. Ich gehe davon aus, dass der eine oder andere gute Name noch auftaucht."

Button: Startnummer gesichert - Gaststart möglich

Dazu zählt sicherlich Jenson Button, der mit seinem Team Rocket RJN den DTM-Einstieg für 2021 angekündigt hat. Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com hat sich der frühere Formel-1-Weltmeister bereits die Startnummer #22 für die DTM gesichert - mit dieser Ziffer holte er 2009 den Titel. In diesem Jahr könnte Button bei einzelnen Rennen mit einem McLaren an den Start gehen, ab 2022 sogar durchgängig.

"Er hat mir gesagt, dass er gern mal einen Gaststart fahren würde", verrät Berger. "Aber grundsätzlich würden sie gerne einen Fahrer einsetzen, der das Team vertritt. Aber bei Jenson ist es immer gut für die Fans, wenn man ihn dabei hat." Der Brite gab schon 2019 sein Debüt im Rahmen des Gaststarts der Super GT beim DTM-Saisonfinale auf dem Hockenheimring. Eine Rückkehr hatte Button damals nicht ausgeschlossen.

Paffett vor Rückkehr - Scheider nicht abgeneigt

Das gilt auch für den zweifachen DTM-Champion Gary Paffett, der dieses Jahr einen Mücke-Mercedes samt Drive-by-Wire-Lenksystem pilotieren soll. Gerüchte über ein BMW-Engagement des ebenfalls zweifachen DTM-Meisters Marco Wittmann halten sich weiter hartnäckig.

Und mit Timo Scheider scheint noch ein weiterer DTM-Doppelchampion zumindest nicht abgeneigt - wenn die Rahmenbedingungen passen. Der frühere Audi- und BMW-Werksfahrer sowie heutige Sat.1-Experte im aktuellen ran-Podcast: "Es gibt Gespräche, mich ins Cockpit zu bekommen. Ich fänd's geil und hätte wirklich Bock drauf. Die Namen, die ich höre, sind Jungs, mit denen ich gern wieder Ellbogen austauschen würde."

Berger träumt von Rossi-Gaststart

Berger betont, dass er sich unter Gaststarts echte Knaller vorstellt. Die Gastfahrer haben ohnehin eine lange Tradition in der DTM, zuletzt saßen Motorsport-Ikone Alex Zanardi, Rallye-Weltmeister Sebastien Ogier oder MotoGP-Star Andrea Dovizioso in den eingemotteten Prototypen der Hersteller.

Berger: "Die Gaststarter, die wir meinen, sind Persönlichkeiten. Das kann mal ein Marcel Hirscher sein, ein Valentino Rossi, keine Ahnung. Da gibt's eine Reihe von Namen, die sehr schnell Auto fahren und sich in den Profi-Rennsport reinmischen können. Aber diese Themen müssen auch finanziert werden, so ein Wochenende kostet ja richtig Geld. Träumen kann man immer. Das aber umzusetzen, ist noch mal etwas anderes."

MotoGP-Superstar Rossi hatte zuletzt 2019 ganz offen mit einem Gaststart in der DTM geliebäugelt und saß zu Beginn dieses Jahres beim 12-Stunden-Rennen von Bahrain in einem GT3-Ferrari von Kessel Racing. Wintersport-Ass Hirscher schnupperte sogar schon DTM-Luft, als er 2015 einen Gaststart in der damaligen DTM-Rahmenserie Audi Sport TT Cup absolvierte.

Berger: DTM ganz anders als GT Masters

Berger ist weiter mit großem Engagement auf der Suche nach prominenten Teams, Fahrern und Partnern - nicht zuletzt, um sich weiter vom ADAC GT Masters in Deutschland zu unterscheiden. Der Österreicher diplomatisch: "Das GT Masters ist Breitensport, der auf einem längeren Streckenformat stattfindet und wo es eine Mischung aus verschiedenen Fahrern mit Hobby- und Profi-Rennfahrern gibt. Diese Mischung und das technische Konzept sind über eine BoP ausgeglichen. Das ergibt einen breiten Kundensport, der seine Berechtigung hat."

Berger weiter: "Das hat mit der DTM aber überhaupt nichts zu tun. Ein Sprintformat mit Profi-Rennsport ist das, was sich der Fan auf der obersten Ebene wünscht. Das machen wir. Das ist schwer zu organisieren. Gerade beim GT Masters gibt es sehr viele Fahrer, die selbst Geld mitbringen, die Autos kaufen oder einsetzen und einen Profi-Fahrer mit raufnehmen und somit die Rennwochenenden finanzieren. Als Geschäftsmodell ist das absolut gängig und in Ordnung, aber es unterscheidet sich sehr von unserem."