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Rene Rast startet 2021 nicht in der DTM

Rene Rast wird 2021 nicht mehr in der DTM antreten. Der dreifache Champion soll sich stattdessen auf andere Audi-Motorsportprogramme fokussieren.
von Robert Seiwert & Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Rene Rast wird in der Saison 2021 nicht mehr in der DTM antreten. Das hat Motorsport-Magazin.com aus unterschiedlichen Quellen erfahren. Der Champion der Jahre 2017, 2019 und 2020 fokussiert sich stattdessen in erster Linie auf die Formel-E-Weltmeisterschaft, in der er mit dem Audi-Werksteam seine erste volle Saison bestreitet. Die siebte Saison der Elektro-Rennserie beginnt am 26./27. Februar 2021 mit zwei Nachtrennen in Saudi-Arabien.

Außerdem soll Rast nach Informationen von Motorsport-Magazin.com in das Entwicklungsprogramm des neuen LMDh-Projektes eingebunden werden, mit dem Audi ab 2023 zu den 24 Stunden von Le Mans zurückkehrt. Das neue Reglement des ACO und der IMSA soll es Herstellern wie Audi und Porsche ermöglichen, bei den wichtigsten Sportwagen-Langstreckenrennen der Welt um Siege kämpfen zu können.

Vor diesem Hintergrund ist Rasts möglicher Einsatz in der DTM-Saison 2021 nicht geplant. Obendrein könnte es zu Kalender-Überschneidungen mit der Formel E kommen. Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com plant die Elektro-Rennserie am 19. Juni 2021 ein Rennen - möglicherweise in Mexiko-City - auszutragen. Dieser Termin würde sich zeitlich mit dem Saisonauftakt der DTM im italienischen Monza (18.-20. Juni) überschneiden.

Zudem liegen die DTM-Testfahrten in Hockenheim (07./08. April) und auf dem Lausitzring (04.-06. Mai) mitten im laufenden Betrieb der Formel-E-Saison.

Audi mit Kundenteams weiter in DTM

Lange war unklar, ob Rast wegen des Formel-E-Engagements auch das Projekt 'Titel-Hattrick' in der DTM in Angriff nehmen kann. Vorausgegangen waren der werksseitige Ausstieg von Audi und BMW sowie ein Wechsel der DTM zum FIA-GT3-Reglement. In 76 DTM-Rennen für Audi erzielte Rast 24 Siege, 40 Podestplätze sowie 20 Pole Positions. Nach nur vier vollen Jahren hat sich der 34-Jährige hinter Bernd Schneider und Klaus Ludwig als erfolgreichster Fahrer in den Geschichtsbüchern der Tourenwagenserie verewigt.

Nach dem Werksausstieg sollen weiterhin Audi-Rennwagen in der DTM antreten. Der Autobauer aus Ingolstadt hat Serienchef Gerhard Berger seine Unterstützung zugesagt. Der Einsatz von mindestens vier Audi R8 LMS GT3 steht im Raum. Der amtierende Team-Champion Abt Sportsline setzt mindestens zwei Autos ein. Auch Rasts ehemaliges Team Rosberg hat eine Fortsetzung in der DTM mit zwei Autos angekündigt.

24h Nürburgring: Überschneidung mit Formel E

Rast wird 2021 wegen Kalenderüberschneidungen wohl auch das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (03.-06. Juni) auslassen. Zeitgleich zum Langstrecken-Klassiker in der Eifel trägt die Formel E nach aktueller und veröffentlichter Kalenderplanung in Santiago de Chile (05./06. Juni 2021) ihre Saisonrennen Nummer sieben und acht aus. Rast gewann das 24h-Rennen Nürburgring 2014 und siegte auch bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps in den Jahren 2012 und 2014. Audi Sport teilte zuletzt mit, dass Rasts Programm 2021 durch ausgewählte Einsätze im Kundensport ergänzt werden soll.

Rene Rasts DTM-Statistik mit Audi

Statistik Anzahl
Rennen 76 (2016-2020)
Siege 24
Podestplätze 40
Pole Positions 20
Schnellste Runden 14
Punkte 1.113
Meisterschaften 3 (2017, 2019, 2020)

Rast: Was die Formel E so einzigartig macht

Rast kam beim vergangenen Formel-E-Saisonfinale mit sechs Rennen in Berlin-Tempelhof bereits als Nachfolger von Daniel Abt bei Audi zum Einsatz. Beim vorletzten Lauf in der deutschen Hauptstadt erzielte er seinen ersten Podestplatz. 2021 startet er weiter mit dem früheren Formel-E-Champion Lucas di Grassi für Audi Sport ABT Schaeffler.

Auf die Frage, was die Fans von der neuen Saison erwarten können, wurde Rast in einer Audi-Pressemitteilung zitiert: "Wenn wir das bloß selbst wüssten! Aber das macht die Formel E eben so einzigartig und ganz anders als zum Beispiel die Formel 1: In der Formel E ist es immer turbulent, immer unvorhersehbar und mehr als die Hälfte aller Teams und Fahrer kann gewinnen."


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