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DTM

Rene Rast trotz Formel E mit Audi weiter an DTM interessiert

Rene Rast prägte die DTM in den vergangenen Jahren wie kein anderer Fahrer. Trotz seines Formel-E-Einstieges mit Audi bleibt die DTM eine Option.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Rene Rast kehrt 2021 zurück in den Formelsport und geht für Audi in der Formel E an den Start. Nach der offiziellen Bekanntgabe fragten sich viele Fans in den sozialen Netzwerken: Bedeutet sein Wechsel das Aus in der DTM, die kommendes Jahr auf Privatteams und GT3-Rennwagen setzen will?

Rast meldete sich am Dienstag auf seiner Instagram-Seite zu Wort und machte den DTM-Anhängern Hoffnung: "Mein primäres Audi-Motorsportprogramm für 2021 ist die Formel E. Natürlich bin ich aber auch an der DTM interessiert. Im Moment müssen wir abwarten und schauen, ob es möglich wäre, beide Programme auf eine gewisse Weise zu kombinieren."

Ein Doppelprogramm aus Formel E und DTM hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. So steht der Rennkalender für die GT-Pro-DTM offiziell noch nicht fest. Bei Kalenderüberschneidungen würde Rast mit dem Audi-Werksteam in der Formel E starten, die 2021 wie die DTM von Sat.1 im deutschen Fernsehen übertragen wird.

Der Formel-E-Kalender musste kürzlich in Folge der anhaltenden Corona-Pandemie angepasst werden. Die siebte Saison der Elektro-Rennserie beginnt am 16./17. Januar 2021 mit einem Doppel-Rennen in Santiago de Chile, gefolgt von einem weiteren Double-Header in Saudi-Arabien (26./27. Februar 2021). Ob die Serie, die ihre Rennen in Innenstädten veranstaltet, geplante Läufe in Metropolen wie Rom, Paris, Berlin, New York oder London wie geplant austragen kann, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht seriös vorhersagen.

Neben der Kalender- steht die Team-Frage in der DTM. Ab 2021 ist die DTM kein Werkssport mehr, sprich: Teams müssen ihre Budgets selbst aufbringen, wobei Audi und BMW dem alleinigen DTM-Chef Gerhard Berger eine Unterstützung zugesagt haben. Diese könnte die Bereitstellung von Werksfahrern wie Rast beinhalten, damit die Teams bei der Fahrerwahl finanziell entlastet werden.

Die aktuellen DTM-Teams von Audi - Rosberg, Abt Sportsline und Phoenix Racing - prüfen derzeit die Möglichkeit, auch 2021 in der DTM an den Start zu gehen. Laut Berger werden mindestens vier Audis antreten. "Ich kann mir vorstellen, dass da vier oder mehr Autos sein werden, die von Kundenteams eingesetzt werden", sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. "Wir haben Gerhard gesagt, dass wir seine Idee unterstützen. Interessenten gibt es viele. Wie es aber in der Realität aussieht, ist eine andere Geschichte."

In der DTM bestreitet Rast seine vierte Saison mit dem Audi Sport Team Rosberg. 2017 und 2019 gewann er die Meisterschaft mit der Truppe aus Neustadt an der Weinstrasse. Vor dem diesjährigen Saisonfinale in Hockenheim (06.-08. November) führt Rast die Meisterschaft mit 19 Punkten Vorsprung vor Audi-Markenkollege Nico Müller an. Rosberg-Teamchef Kimmo Liimatainen über einen möglichen DTM-Einstieg: "Wir befinden uns in Gesprächen."

Rast tritt bereits seit 2009 in unterschiedlichen Programmen für Audi an und kennt die meisten Teams. 2011 startete er mit Phoenix Racing im ADAC GT Masters und holte 2012 den Sieg bei den 24 Stunden von Spa mit der Mannschaft von Ernst Moser. 2014 gewann Rast mit Abt das ADAC GT Masters, mit Phoenix die 24 Stunden vom Nürburgring sowie mit WRT das 24-Stunden-Rennen in Spa. Auch mit dem früheren Audi-Team Joest sowie mit Land Motorsport arbeitete der 34-Jährige bereits zusammen.

In der Formel E führt Abt Sportsline für Audi auch nach der Werksübernahme 2018 die Renneinsätze durch. Beim diesjährigen Saisonfinale in Berlin mit sechs Rennen in neun Tagen steigerte sich Rast kontinuierlich und erzielte einen Podestplatz im vorletzten Rennen. Der gebürtige Mindener hatte in der Hauptstadt den zuvor rausgeworfenen Daniel Abt an der Seite von Lucas di Grassi ersetzt. Mit dem Brasilianer und ehemaligen Formel-E-Champion bildet Rast in der kommenden Saison das Aufgebot der Ingolstädter.

2021 bestreitet Rast zum ersten Mal seit 2004 wieder eine Saison im Formelsport. 2003 und 2004 erlernte er sein Rüstzeug in der Formel BMW ADAC, bevor er seinen Weg im kostengünstigeren Tourenwagen- und GT-Sport fortsetzte und sich als mehrfacher Meister in den Porsche-Markenpokalen Carrera Cup und Supercup einen Namen machte.

Rasts bisherige DTM-Bilanz seit dem kurzfristigen Debüt während der Saison 2016 für den verletzten Adrien Tambay: 23 Siege, 38 Podestplätze, 18 Pole Positions sowie die Titelgewinne 2017 und 2019 in 74 Rennen für Audi. Nach seinem vierten Sieg in Folge zuletzt im belgischen Zolder zog er mit Audi-Ikone Mattias Ekström nach Siegen gleich. Sein erstes Formel-E-Rennen fuhr Rast 2016 beim Stadtrennen in Berlin für das Team Aguri als Ersatzmann für den aktuellen Meister Antonio Felix da Costa.


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