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DTM-Titelkampf: Rast-Kampfansage, Müller/Frijns bleiben cool

René Rast setzt mit dem Zolder-Sieg am Samstag ein Ausrufezeichen im DTM-Titelkampf. Nico Müller und Robin Frijns lässt das allerdings unbeeindruckt.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Vom Gejagten zum Jäger: Diese Transformation hat DTM-Champion René Rast in der bisherigen Saison 2020 durchlebt. Und mit dieser Rolle hat sich der Audi-Pilot mittlerweile ganz gut arrangiert. Auf der Jagd nach dem dritten Titel im vierten Jahr gelang ihm schließlich im Samstagsrennen von Zolder ein eindrucksvoller Start-Ziel-Sieg von der Pole-Position aus.

Den Titel hatte der amtierende Meister ohnehin nie abgeschrieben. Nun kam er dem Gesamtführenden Nico Müller mit dem Tages-Maximum von 28 Punkten wieder einen deutlichen Schritt näher. Vor dem Rennwochenende betrug Rasts Rückstand 47 Punkte, nun hat sich die Lücke auf 34 Zähler verringert. "Das war ein Sieg zur richtigen Zeit. Wir sind stark zurückgekommen", freute sich Rast im Anschluss an seinen 20. Karrieresieg in der DTM.

René Rast nach Zolder-Sieg: Äbte dürfen nicht sicher sein

Rast weiter: "Ich hatte das ganze Rennen über diese starke Pace. Das ist wichtig, wenn du um den Titel kämpfen willst. Hoffentlich können wir in den nächsten fünf Rennen so weitermachen." Es wäre nicht das erste Mal, dass Rast zu einer beeindruckenden Aufholjagd ansetzt. 2018 schien die Titelverteidigung bei Saisonhalbzeit schon ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Doch im Schlussspurt setzte Rast zu sechs Siegen in Folge an. So verpasste er die Meisterschaft am Ende nur um vier mickrige Zähler gegen Mercedes-Pilot Gary Paffett.

DTM Zolder I 2020: Die Highlights des 1. Rennens: (03:31 Min.)

Rast fühlt sich hingegen eher an sein erstes Meisterjahr erinnert: 2017 entschied er beim Finale auf dem Hockenheimring den Audi-Vierkampf um den Titel zu seinen Gunsten. "Der Rückstand ist schon groß, aber 2017 hatten wir schon einmal so einen großen Abstand zu Ekström und das Ding trotzdem noch gedreht", gibt Rast zu bedenken, um sofort eine Kampfansage in Richtung Müller und Robin Frijns zu richten: "Nichts ist sicher. Die Äbte dürfen sich nicht sicher sein und wir müssen einfach so weiter arbeiten."

Rast-Sieg lässt Abt-Audi-Lager kalt

Im Abt-Lager gibt man sich hingegen betont cool. "René hatte heute einen Tag, an dem alles für ihn lief. Das war die Basis für seine Performance heute. Es ist nicht so leicht, alles zusammenzubekommen und auch beim Start nix Dummes zu machen. Alles lief für ihn, aber das hatte ich auch schon mal. Du fährst nicht in einer eigenen Liga, es kommt einfach alles zusammen. Wegen des Abstands bin ich nicht so sehr besorgt. Es waren besondere Umstände, und er hat das meiste daraus gemacht", meint Müller.

In das gleiche Horn stößt Müllers Abt-Audi-Teamkollege Robin Frijns: "Jeder hat gute und schlechte Tage. Ich bin nicht besorgt, niemand flippt wegen Renés Pace aus. Sie war gut und heute lief einfach alles für ihn." Zumal Frijns durch Platz drei im Qualifying und Rang zwei im Rennen selbst Punkte auf Müller gutmachen konnte.

Nico Müller fährt weiter auf Sieg

Der Schweizer hingegen betrieb nach dem siebten Rang im Qualifying mit Position drei im Rennen zumindest die bestmögliche Schadensbegrenzung. Doch warum lief es in dieser wichtigen Session nicht optimal für den Meisterschaftsführenden? "Ich fühlte mich da zu keinem Zeitpunkt eins mit meinem Auto. Das war einfach eine dieser Sessions, in denen einem das Gefühl fehlt. Wir haben dafür dann auch mit P7 bezahlt", begründet Müller.

Nico Müller und das Abt-Team greifen weiter voll an - Foto: Audi

Auch wenn sein Vorsprung in der Gesamtwertung dadurch weiter geschrumpft ist, Müller hat als Gesamtführender immer noch die beste Ausgangslage im Titelkampf. Auf Rechenspielchen will er sich auch in den letzten fünf Rennen nicht einlassen: "Wir haben noch fünf Rennen, der Kampf vorne ist eng. Den letzten Teil der Saison gehe ich mit der Herangehensweise an: Wer am meisten gewinnt, holt auch den Titel."

Damit ist klar, dass Müller weiterhin voll auf Angriff fährt und jeden Zweifel aus eigener Kraft ausräumen will. Es bleibt also äußerst spannend im Audi-internen Dreikampf um die DTM-Krone 2020 zwischen Nico Müller, Robin Frijns und René Rast.

DTM 2020: Meisterschaft nach 13/18 Rennen (Top-5)

Position Fahrer Hersteller Punkte
1 Nico Müller Audi 257
2 Robin Frijns Audi 243
3 Rene Rast Audi 223
4 Sheldon van der Linde BMW 96
5 Mike Rockenfeller Audi 91

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