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DTM Spa: Audi überrascht nach BMW-Debakel am Samstag

BMW kassiert zum Start in die DTM-Saison 2020 eine deftige Klatsche in Spa. Das überraschte auch die Konkurrenz aus dem Audi-Lager.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Vier Audi im Qualifying vorne, gar fünf im Rennen. Kurzum: BMW hat beim DTM-Saisonauftakt im belgischen Spa-Francorchamps eine Klatsche auf ganzer Linie kassiert. Beim Zieleinlauf des Samstagsrennens hatte Philipp Eng als bestplatzierter M4-Pilot mehr als 36 Sekunden Rückstand auf Sieger Nico Müller, im Qualifying betrug das Delta mehr als sechs Zehntelsekunden - beides eine Welt in der DTM.

Panik wollte sich noch nicht breitmachen im BMW-Lager nach dem ersten von 18 Saisonrennen. Und sicherlich waren die Umstände in Belgien besonders: quasi ohne Erfahrung mussten alle Teams ins Qualifying starten, nachdem das einzige Training am Wochenende unter nassen Bedingungen stattgefunden hatte.

Dabei schienen die Audianer von der mangelnden BMW-Performance überrascht gewesen zu sein. "Bei den offiziellen Testfahrten und auch hier beim Spa-Test sahen sie viel besser aus", wunderte sich Rene Rast, der mit seinem ungeplanten zweiten Boxenstopp und Platz fünf am Ende zeigte, dass die rennbestimmenden Schwierigkeiten mit dem Reifen-Management auch Audi erwischen können.

Offizielle Ergebnisse gibt es nicht vom eintägigen Testtag in Spa vor wenigen Wochen, als Augusto Farfus für BMW und Benoit Treluyer auf Audi je mehr als 100 Runden abspulten, um Daten auf der quasi unbekannten DTM-Strecke zu sammeln. Der BMW soll hier in Sachen Pace einen etwas besseren Eindruck hinterlassen haben.

DTM 2020 Spa: Samstags-Rennen in der Zusammenfassung: (03:57 Min.)

"Ich bin nicht sicher, ob Audi da wirklich gepusht hat", grübelte BMW-Juwel Sheldon van der Linde, der im Qualifying mit Platz fünf das beste Resultat für die Münchner eingefahren hatte, im Rennen aber an technischen Problemen im Turbo-Umfeld litt. "Vielleicht waren die einfach cleverer. Und dann kommen sie hierher und stechen uns im Qualifying aus. Wir wussten schon, dass wir nach dem Test nicht so viel schneller sein würden, aber das kam schon überraschend."

Dass Audi erneut ein harter Gegner sein würde, hatte BMW trotz zahlreicher Überarbeitungen während des Winters erwartet - aber gleich so massiv? Die Ingolstädter schienen zumindest am Samstag in jeglichen Bereichen besser aufgestellt, vom enorm wichtigen Umgang mit den Hankook-Reifen bis hin zur reinen Pace über eine Runde auf dem 7,004 Kilometer langen Kurs.

"Die waren schon letztes Jahr stark, vor allem in den Rennen", meinte BMW-Pilot Timo Glock. "Es gibt keinen Grund, warum sie nicht auch jetzt schnell unterwegs sein sollten. Aber auch die hatten heute ein paar Probleme mit den Reifen."

Trotz der mangelnden Performance bei Temperaturen um die 30 Grad während des Rennens wollte sich bei Audi niemand zu weit aus dem Fenster lehnen. "Wir dürfen jetzt nicht arrogant sein", mahnte der Zweitplatzierte Jamie Green. "Aber erwartet hatte ich das nicht, ich war schon ein wenig überrascht." Markenkollege Rockenfeller: "Ich bin lange genug in der DTM und würde den Gegner nie unterschätzen."


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