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DTM

Aston Martin: HWA-Ende? Keine Motoren von Audi! Aber von Honda?

Die HWA AG hat R-Motorsport ein Angebot für eine weitere Zusammenarbeit in der DTM gemacht. Was passiert, wenn es in dieser Konstellation nicht weitergeht?
von Robert Seiwert & Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Wie geht es mit DTM-Neueinsteiger R-Motorsport, das 2019 erstmals mit vier Aston Martin Vantage in der Tourenwagenserie antrat, im nächsten Jahr weiter? Seit einigen Wochen halten sich hartnäckig Gerüchte, dass die Zusammenarbeit mit HWA, dem Partner des neu gegründeten Joint-Venture namens Vynamic, zu Ende gehen könnte.

Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com betrug die Vertragsdauer zwischen den Parteien für das DTM-Engagement ein Jahr. Aston Martin schloss seine Debütsaison, die ursprünglich zunächst für 2020 angedacht war, hinter Audi und BMW abgeschlagen auf dem dritten Platz in der Herstellerwertung ab.

"Die HWA AG hat R-Motorsport bezüglich der DTM-Saison 2020 ein Angebot als Partner für die Entwicklung, Produktion und den Renneinsatz gemacht", sagt Hans Werner Aufrecht, der Vorsitzende des HWA-Aufsichtsrates und langjährige ITR-Vorstandsvorsitzende zu Motorsport-Magazin.com.

R-Motorsport sieht sich schon seit längerer Zeit nach möglichen neuen Partnern für sein Motorsportprogramm um. Nach gesicherten Informationen von Motorsport-Magazin.com aus VW-Kreisen gab es vor geraumer Zeit bereits eine Anfrage an Audi für die Lieferung des von den Ingolstädtern mit großem Zeit- und finanziellen Aufwand entwickelten Turbo-Motor, der in der DTM zum Einsatz kommt.

Dieses Ansinnen war nach Informationen von Motorsport-Magazin.com sogar schon von oberster Stelle abgesegnet worden. Offenbar konnte man sich bei diesem heiklen Thema aber nicht in allen Details einigen, weshalb es nun doch nicht zu einer möglichen Zusammenarbeit kam. "Diese Spekulation werden wir nicht kommentieren", sagt ein Audi-Sprecher zu Motorsport-Magazin.com.

Grund dafür könnte die zunächst angedachte Kooperation von R-Motorsport mit Aston Martin, Red Bull und Honda sein. Die war offenbar nur deshalb nicht zustande gekommen, weil nach dem Mercedes-Ausstieg aus der DTM plötzlich HWA und das Joint Venture ins Spiel gebracht wurden.

"Fürs kommende Jahr ist da mal nichts vorgesehen", sagte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko im Oktober 2018. "Aber generell ist das ein Thema. Und mit der Arbeit, die Gerhard (Berger, DTM-Chef; d. Red.) leistet, ist der Sport wieder attraktiver und damit ganz klar ein Punkt, der für ein erneutes Engagement von Red Bull spricht." Marko war es auch, der den ersten Kontakt zwischen Berger und R-Motorsport Teamchef Dr. Florian Kamelger herstellte.

DTM - Japan-Experte Michael Krumm: So tickt die Super GT: (08:33 Min.)

Honda, das zusammen mit Nissan und Lexus als Gaststarter beim DTM-Finale in Hockenheim antrat, hätte die passenden Motoren im Sortiment: Der japanische Autobauer setzt in der Super GT, dem japanischen Pendant zur DTM, seit mehreren Jahren auf die Zwei-Liter-Turbomotoren. In Hockenheim saß Jenson Button am Steuer des Mittelmotor-Honda NSX-GT, der für 2020 auf eine Version mit Frontmotor umgebaut wird, um dem Class-1-Reglement zu entsprechen.

Eine Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Parteien besteht schon jetzt: Die AF Racing AG mit dem Rennteam R-Motorsport ist strategischer Partner des Hyper-Sportwagenprojekts Aston Martin Valkyrie, gemeinsam mit Aston Martin Lagonda Ltd. und Red Bull Technologies.

Eine Rennversion des Valkyrie kommt in noch zu definierender Stückzahl ab 2020/21 in der neuen Hypercar-Klasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) zum Einsatz. Wer die mindestens zwei bestätigten Autos einsetzen wird, steht offiziell ebenfalls noch nicht fest. R-Motorsport Teamchef Dr. Florian Kamelger spricht seit längerer Zeit von seinem großen Wunsch, mit einem eigenen Team bei den 24 Stunden von Le Mans anzutreten.

Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com ist Multimatic Motorsports, ein Partnerteam von Aston Martin, in das WEC-Projekt des britischen Autobauers involviert. Die Motorsport-Abteilung des kanadischen Automobilzulieferers Multimac führte von 2015 bis 2019 die WEC-Einsätze von Ford in der GTE-Pro-Klasse durch und teilte nach der Beendigung mit, dass man sich für neue Herausforderungen vorbereite. Mit der DTM und statt HWA als neuer Partner für das DTM-Projekt?

Laut Aussage von Kamelger beim DTM-Finale auf dem Hockenheimring soll in Bälde das gesamte Motorsportpaket von R-Motorsport bekanntgegeben werden. "Wir hatten zu viele Ausfälle, zu viele Probleme dieses Jahr", blickt er auf die abgelaufene Saison zurück. "Für das Team war das sehr enttäuschend. Aber jeder Einzelne, der involviert war, kann stolz auf das sein, was da zusammengebracht wurde."


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