Für Gary Paffett und Timo Glock gab es auf dem Nürburgring nichts zu holen. Die beiden Piloten beendeten das Rennen in der Eifel auf den Plätzen 15 und 16 - fernab der Punkteränge. Immerhin sorgte das Duo in den Anfangsrunden für reichlich Action und zeigte, was DTM-Boliden so alles aushalten. In Runde zwei rasselten die beiden beim Kampf um den 19. Platz sehenswert aneinander - mit dem Ausgang, dass Glock seinen Mercedes-Gegner in Runde sechs auf Anweisung der Rennleitung vorbeilassen musste. Der Grund: unangemessenes Überholmanöver des BMW-Fahrers.

Glock sah die Angelegenheit etwas anders. "Ich war zwei Sekunden vorn und dann entscheidet die Rennleitung vier Runden später, dass ich Paffett durchlassen muss. Wo bitte ist da die Linie", regte er sich auf. "Der Mortara fährt mir in Budapest drei Mal durchs Auto und man sagt, das sei Tourenwagensport. Hier sagt der Rennleiter jetzt zu mir: 'Was der Gary mit dir gemacht hat, war ein bisschen lieber als das, was du mit dem Gary gemacht hast.' Was ist das bitte für eine Aussage? Was soll ich damit anfangen?"

Diesmal ging Timo Glock leer aus, Foto: BMW AG
Diesmal ging Timo Glock leer aus, Foto: BMW AG

Paffett: Strafe nicht hoch genug

Da dürfte es Glock noch etwas weniger gefallen, dass Paffett selbst mit einer härteren Bestrafung für Glock hätte leben können. "Es war klar, dass er eine Strafe bekommen würde", so der Mercedes-Veteran. "Er hat mir den Platz überlassen und damit war ja klar, dass es seine Schuld war. Meiner Meinung nach war das aber nicht genug, weil mein Auto danach beschädigt und mein Rennen beeinträchtigt war. Darüber war ich nicht glücklich."

Am Ende hielt sich das Ausmaß der Entscheidung allerdings in Grenzen - weder Glock noch Paffett hätten es wohl in die Punkte geschafft. Was war eigentlich passiert? Zu Beginn der Runde kamen sich die beiden Streithähne immer näher und lieferten sich schon in den ersten Kurven ein hartes Duell. Paffett fuhr Glock in die Seite - der revanchierte sich dann wenige Kurven später und drehte den Mercedes beinahe herum. Beide Autos kamen dabei von der Strecke ab.

Wieder keine Punkte für Gary Paffett, Foto: DTM
Wieder keine Punkte für Gary Paffett, Foto: DTM

Ich wollte doch nur helfen...

"Ich wollte nicht, dass er sich dreht. Ich hab ihm ja noch geholfen...", scherzte Glock und erklärte dann seine Sicht der Dinge: "Er hat mir in Kurve 5 keinen Platz gelassen. Ich war auf der Außenseite mit meinem Vorderrad vor seinem Splitter. In der Onboard-Aufnahme sieht man schön, wie er am Kurvenausgang noch mal nach links lenkt, obwohl es rechts herum geht. Er hat mich über den Kerb ins Gras gedrückt."

Dabei habe Glock seinen Vorsprung verloren und Paffett habe eine Wagenlänge gut gemacht. "In Turn 6 habe ich dann reingehalten und das gleiche gemacht. Leider Gottes wurde ich dafür vier Runden später bestraft." Laut Paffett sei Glocks Angriffspunkt zwar absolut legitim gewesen. "Das Risiko nimmst du wohl mit jedem Auto", sagte der Brite. "Am Kurvenausgang ging ihm dann aber der Platz aus und wir berührten uns."