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24 h Nürburgring

24h Nürburgring 2020: Corona-Fälle bei Porsche - Grello-Rückzug

Porsche vermeldet nach dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans positive Corona-Fälle im Team. Das hat Konsequenzen für das 24h-Rennen auf dem Nürburgring.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Der Manthey-Porsche mit der Startnummer #911 - besser bekannt unter dem Namen 'Grello' - wird am kommenden Wochenende nicht beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teilnehmen. Grund hierfür sind drei positiv ausgefallene Corona-Tests bei der Porsche-Mannschaft nach dem zurückliegenden 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Das gab der Sportwagenhersteller am Montagabend in einer Pressemitteilung bekannt.

Die Corona-Vorfälle haben weitere Konsequenzen für das 24h-Rennen in der Eifel vom 24. bis 27. September 2020, Porsche wird laut Ankündigung mit einer reduzierten Teilnehmerzahl antreten. Betroffen seien Rennfahrer mit Werksverträgen sowie Mitarbeiter von Porsche Motorsport und Manthey-Racing, die in Le Mans im Einsatz waren.

Die Entscheidung nach routinemäßigen Corona-Tests am Sonntag in Le Mans betrifft insgesamt neun Rennfahrer, die am kommenden Wochenende auf sechs 911 GT3 R von vier Kundenteams teilnehmen sollten, darunter die bekannte und auf dem Nürburgring beheimatete Manthey-Crew. Porsche sucht derzeit nach Lösungen, um den Einsatz der übrigen 911er zu ermöglichen und kündigt Details in Kürze an.

"Für uns steht die Gesundheit der Menschen an erster Stelle", wird Porsche-Motorsportleiter Fritz Enzinger zitiert. "Aufgrund der vorliegenden Sachlage ist für uns völlig klar, dass wir unsere sportlichen Ziele hinter die des Gemeinwohls stellen. Wir werden alles tun, um unsere Kundenteams mit einsatzfähigem Personal und den zur Verfügung stehenden Werksfahrern beim bevorstehenden Rennen maximal zu unterstützen."

Betroffen sind neben Manthey-Racing die Porsche-Kundenteams KCMG (Richard Lietz, Patrick Pilet, Romain Dumas), Frikadelli Racing (Matt Campbell, Michael Christensen, Kévin Estre) und Falken Motorsport (Thomas Preining, Matteo Cairoli). Bei den vorgesehen Manthey-Piloten für die #911 handelt es sich um Julien Andlauer und Matt Campbell.

Nicolas Raeder, Geschäftsführer Manthey-Racing GmbH:: "Wir haben die Entscheidung gemeinsam mit Porsche Motorsport getroffen. Wir, der 'Grello' und die Nordschleife gehören zusammen. Aber unter diesen Umständen ist für jeden bei Manthey-Racing klar, dass die Gesundheit aller Beteiligten beim 24-Stunden-Rennen Vorrang hat."

Update am Dienstag

Das Porsche-Team KCMG hat am Dienstagnachmittag seine veränderte Fahreraufstellung bekanntgegeben. Für Romain Dumas, Patrick Pilet und Richard Lietz hat das Team prominenten Ersatz gefunden: Die Porsche-Werksfahrer Earl Bamber, Timo Bernhard und Jörg Bergmeister komplettieren das Aufgebot zusammen mit Dennis Olsen.

Update 2 am Mittwoch

Frikadelli Racing hat ebenfalls auf die Vorgänge reagiert. Porsche-Werksfahrer Mathieu Jaminet, Porsche Test- und Entwicklungsfahrer Lars Kern, Lance David Arnold und Maxime Martin stoßen zum Team hinzu anstelle der betroffenen Fahrer Kévin Estre, Michael Christensen und Matt Campbell.

Falken Motorsport hat sich unterdessen dazu entschieden, die Fahrer Thomas Preining und Matteo Cairoli nicht zu ersetzen und tritt mit insgesamt sechs Piloten beim 24h-Rennen an. Klaus Bachler und Sven Müller fungieren dabei als Doppelstarter.

Die Vorfälle haben weitere Folgen für das Porsche GT Team, das auf den Start beim IMSA-Rennen in Mid-Ohio am 27. September verzichten wird. Die Werksfahrer Laurens Vanthoor, Fred Makowiecki und Nick Tandy waren in Le Mans am Start und reisen aus diesem Grund nicht in die USA. Porsche wird erst beim achten Saisonlauf am 10. Oktober in Charlotte wieder starten.

"Auf Basis der gestrigen Entscheidung, dass kein Mitarbeiter oder Rennfahrer unseres Le-Mans-Einsatzteams beim 24h Rennen am Nürburgring teilnimmt, haben wir heute entschieden, dass diese Regelung auch für das bevorstehende IWSC-Rennen in Mid Ohio gilt. Damit werden Laurens, Nick und Fred ihre Reise in die USA nicht antreten", erklärt Fritz Enzinger, Leiter Porsche Motorsport. "Dies ist sehr bedauerlich, aber die Gesundheit aller Beteiligten steht auch hier klar im Zentrum unserer Entscheidungen."


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