Jetzt steht es offiziell fest: Mick Schumacher hat das WEC-Team Alpine nach zwei Jahren zum Ende der Saison 2025 verlassen. Die Entscheidung teilte der 26-Jährige am Donnerstagabend in seinen sozialen Medien mit. Wie es in der kommenden Saison für Schumacher weitergehen wird, verriet er noch nicht.

"Ich bin sehr dankbar für diese vergangenen zwei Jahre mit dem Alpine Endurance Team", schrieb Schumacher auf seiner Instagram-Seite. "Ich habe so viel auf und neben der Strecke gelernt, und ich bin jedem dankbar, der ein Teil davon war. Ich wünsche ihnen für die Zukunft nur das Beste."

Mick Schumacher vor Wechsel? Irre Transfer-Wende in der WEC! (17:54 Min.)

Alpine bedankte sich ebenfalls zum Abschied und teilte mit: "Vielen Dank, Mick! Es war eine Freude, die vergangenen zwei Jahre mit dir zusammenzuarbeiten. Wir wünschen dir nur das Beste für das, was als Nächstes kommt!" Nach unseren Informationen pflegte Schumacher stets ein gutes Verhältnis zum Team, insbesondere zu Motorsport-Vizepräsident Bruno Famin, der bis August 2024 auch das Formel-1-Team der Franzosen leitete.

Mick Schumacher vor Wechsel in IndyCar-Serie?

Schumachers Abschied von Alpine hatte sich angedeutet, wie Motorsport-Magazin.com am Rande des WEC-Saisonfinales in Bahrain bereits berichtet hatte. Er soll vor dem vorläufigen Abschied aus der Langstrecken-WM und stattdessen einem Wechsel in die IndyCar-Serie stehen, nachdem er sich von einem privaten Test mit dem US-Team RLL begeistert gezeigt hatte. Eine offizielle Bestätigung für sein Programm in der Saison 2026 steht noch aus, könnte nach unseren Informationen aber noch im Laufe des Novembers erfolgen.

"Es ist kein Geheimnis, dass ich Single-Seater mag", sagte Schumacher in Bahrain zu Motorsport-Magazin.com. "Ich bin sehr gerne in meinem eigenen Auto, einem mit Downforce und viel Leistung. Das IndyCar hat sich ähnlich angefühlt wie ein Formel-2-Auto, nur ein bisschen stärker und schneller. Und meine Zeit in der Formel 2 (Meister 2020; d. Red.) war ja sehr stark. Kein Wunder, dass ich mich relativ schnell wohlgefühlt habe."

Mick sagte weiterhin: "Natürlich war die Formel 1 immer das Ziel. Das hat nicht geklappt. Ich habe aber natürlich die Option, woanders Rennen zu fahren, wo es mir auch Spaß macht. Egal, wohin mich die Reise jetzt führt, weiß ich, dass ich eine gute Zeit haben werde."

Schumacher weg: Mehrere Veränderungen bei Alpine

Schumacher bestritt seit 2024 16 Rennen für das Alpine-Werksteam in der WEC. Dreimal fuhr er mit dem #36 Alpine A424 aufs Podium: 2024 in Fuji sowie bei den diesjährigen 6-Stunden-Rennen in Imola und Spa-Francorchamps. Ein Sieg blieb der Crew um Schumacher verwehrt - dieser Meilenstein ging stattdessen auf das Konto des Schwesterautos um den Österreicher Ferdinand Habsburg beim Triumph in Fuji. Beim Highlight des Jahres, den 24 Stunden von Le Mans, ging Alpine hingegen stets leer aus.

Schumacher und seine Teamkollegen Jules Gounon sowie Fred Makowiecki beendeten die Saison 2025 mit 35 Punkten auf dem 16. Platz. Alpine konnte nicht an seine starke Debütsaison (P4 in der Hersteller-Wertung) anknüpfen und musste sich mit dem sechsten Rang im Feld der acht Hersteller begnügen. Für 2026 planen die Franzosen ein technisches Update für ihren LMDh-Prototypen einzuführen.

WEC: Erst Porsche weg, jetzt auch noch Schumacher

Bei Alpine stehen vor dem dritten Jahr in der WEC einige personelle Veränderungen an: Neben Schumacher hat auch Paul-Loup Chatin das Team verlassen. Der Franzose hat sich dem Neueinsteiger Genesis Magma Racing, der Luxustochter von Hyundai, angeschlossen. Mit dem früheren DTM-Fahrer und Formel-E-Champion Antonio Felix da Costa steht ein Neuzugang bereits parat. Mindestens ein weiterer Fahrer wird noch kommen, um das nächstjährige Aufgebot zu komplettieren.

Der voraussichtliche WEC-Abschied von Schumacher bedeutet aus deutscher Sicht einen weiteren Rückschlag für die global boomende Langstrecken-Weltmeisterschaft. Zuvor hatte bereits Porsche angekündigt, sich Ende 2025 werksseitig zurückzuziehen. Damit nimmt nächstes Jahr mit BMW nur noch ein deutscher Hersteller den Kampf mit Weltmeister Ferrari, Toyota und Co. auf. Die Münchner warten noch auf ihren ersten Sieg in der Hypercar-Klasse.

Alle Infos und Hintergründe zum bitteren Porsche-Aus lest ihr in diesem Artikel: