Mick Schumacher sagt 'Adieu' und 'Goodbye': Der 26-Jährige verlässt die WEC und Alpine nach zwei Jahren, um mit dem Wechsel in die IndyCar-Serie eine neue Herausforderung in Angriff zu nehmen. Seit 2024 ging er für das französische Werksteam in der Langstrecken-WM an den Start und teilte sich dieses Jahr einen Prototypen mit Jules Gounon und Fred Makowiecki.

Die Mannschaft um Teamchef Philippe Sinault und Alpine-Motorsportchef Bruno Famin hätte Schumacher nach dessen Leistungen gerne für eine weitere Saison verpflichtet. Beide Seiten pflegten stets ein gutes Verhältnis, wie wir von unterschiedlichen Quellen gehört haben. Das finale Fahreraufgebot für 2026 ist nach den Abgängen von Schumacher und Paul-Loup Chatin sowie der Verpflichtung von Antonio Felix da Costa noch nicht bekannt.

IndyCar zu gefährlich? Mick Schumacher: Akzeptiere das Risiko (12:36 Min.)

Gounon über Schumacher: "Hat mir ziemlich viel beigebracht"

Auch Schumachers französische Teamkollegen werden ihm nachtrauern. "Mick war ein großartiger Teamkollege", sagte Gounon am Rande des Mercedes-AMG-Saisonabschlusses in Affalterbach zu Motorsport-Magazin.com. "Wir hatten eine Menge Spaß. Er hat mir ziemlich viel beigebracht, weil meine Erfahrung im Monoposto-Bereich praktisch null war."

Gounon absolvierte nur im Jahr 2013 eine Saison in der Französischen Formel 4 und wurde Vize-Meister hinter dem 2019 verstorbenen Anthoine Hubert. In der Folge wandte er sich aus Budgetgründen dem GT-Sport zu und arbeitete sich über Umwege bis zum AMG-Werksfahrer empor. 2025 gab Gounon sowohl in der WEC als auch in der DTM sein Vollzeitdebüt.

"Ich werde Mick vermissen", sagte Gounon. "Wir hatten eine sehr gute Saison. Wir hatten zwei Podestplätze, was für unsere erste gemeinsame Hypercar-Saison - und meine erste - wirklich nicht schlecht ist." Schumacher/Gounon/Makowiecki erwischten einen starken Auftakt mit Podien in Imola und Spa-Francorchamps, konnten im weiteren Verlauf der Saison aber nicht an ihre Leistungen anknüpfen. Das Trio beendete die Saison auf dem 16. Platz.

Gounon versteht Schumachers Entscheidung

Dass Schumacher nun vorerst dem Langstrecken-Sport den Rücken kehrt, konnte Gounon - Sohn des früheren Formel-1-Fahrers Jean-Marc Gounon - nachvollziehen: "Ich bin traurig, aber gleichzeitig verstehe ich ihn. Sein ganzes Leben lang ist er Formelautos gefahren. Er möchte eine neue Herausforderung ausprobieren."

Schumacher kehrt mit dem IndyCar-Deal zu seinen Wurzeln im Formelsport zurück - mit einem eigenen Auto, das für ihn maßgeschneidert wird, ohne Kompromisse mit den Teamkollegen eingehen zu müssen.

Am Teamgedanken in der WEC hatte er aber ebenso Gefallen gefunden, wie uns Mick beim Saisonfinale in Bahrain verriet: "Es war sehr gut, diese Beziehung zu meinen Teamkollegen zu haben und mit ihnen ins Detail reinzugehen, was man sonst (im Formelsport; d. Red.) nicht machen würde. Ich habe nur gute Erinnerungen an die letzten zwei Jahre, in denen wir gut zusammengearbeitet haben, um das Auto voranzubringen."