In der WEC ist bekanntermaßen Feierabend, aber für Porsche geht es in der IMSA-Meisterschaft mit Vollgas weiter. Die Zuffenhausener bleiben der US-Sportwagenmeisterschaft mit zwei Prototypen erhalten und peilen 2026 die Titelverteidigung an. Seit dem heutigen Mittwoch steht auch offiziell fest, mit welchen Fahrern Porsche das IMSA-Projekt in Angriff nimmt - bei Insidern hielt sich die Überraschung angesichts der Auswahl in Grenzen.

Den #6 Porsche 963 werden sich in der kommenden Saison Kevin Estre und Laurens Vanthoor teilen. Bei den langen Endurance-Cup-Rennen wie Daytona oder Sebring stößt der Australier Matt Campbell hinzu. Das Schwesterauto mit der Startnummer #7 steuern Felipe Nasr und Julien Andlauer, während sich das deutsche Nachwuchstalent Laurin Heinrich für die mehrstündigen Rennen hinzugesellt.

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Porsches WEC-Weltmeister wechseln in IMSA

Dass Estre und Vanthoor, die WEC-Weltmeister von 2024, aus der Langstrecken-WM in die IMSA wechseln würden, war mehr oder weniger klar: Beide verfügen über einen laufenden Vertrag, in dem festgehalten ist, dass sie im Porsche-Prototypen zum Einsatz kommen. Estre und Vanthoor sind 'No-Brainer', wie man in den USA sagen würde: Beide kennen die IMSA-Strecken aus der Vergangenheit und arbeiteten zuletzt drei Jahre in der WEC perfekt zusammen.

Der Franzose Estre und Vanthoor aus Belgien teilten sich den Porsche in der WEC bereits bei mehreren Rennen mit Teamkollege Campbell. Der Australier rückt in der IMSA-Serie nun 'ins zweite Glied' und sitzt nicht mehr bei allen Saisonrennen am Steuer, obwohl er dieses Jahr zusammen mit Mathieu Jaminet (wechselt zu WEC-Neueinsteiger Genesis) die Meisterschaft gewann.

Porsches IMSA-Werksaufgebot 2026

#6 Porsche 963#7 Porsche 963
Kevin Estre (alle Rennen)Felipe Nasr (alle Rennen)
Laurens Vanthoor (alle Rennen)Julien Andlauer (alle Rennen)
Matt Campbell (nur Endurance)Laurin Heinrich (nur Endurance)

Porsche in IMSA: Andlauer folgt auf Tandy

Auf dem #7 Porsche gibt derweil der bisherige WEC-Stammfahrer Andlauer sein Vollzeit-Debüt im IMSA-Werksauto. Der 26-jährige Franzose absolvierte seit 2022 ausgewählte Rennen in den USA, zumeist auf einem Porsche 911 GT3 R sowie zuletzt zweimal in einem Prototypen. Andlauer bestreitet seine erste volle IMSA-Saison an der Seite des früheren Formel-1-Fahrers Nasr.

Der Brasilianer startete zuletzt gemeinsam mit Nick Tandy und gewann 2024 die IMSA-Meisterschaft. Der 41-jährige Tandy, der als erster Fahrer überhaupt die sechs wichtigsten Langstrecken-Rennen der Welt gewonnen hat, zählt 2026 nicht mehr zum Prototypen-Stammaufgebot in den USA. Der Brite wechselt stattdessen in die GTD-Pro-Kategorie und wird einen Porsche 911 GT3 R des Teams AO Racing zusammen mit Landsmann Harry King steuern.

Deutsches Nachwuchstalent weiter im Porsche-Prototypen

Dafür kann sich der Würzburger Heinrich über einen Aufstieg in den Porsche-Prototypen freuen. Der 24-Jährige unterstützt Nasr und Andlauer 2026 bei den Endurance-Rennen in Daytona, Sebring, und beim Finale, dem 'Petit Le Mans' auf der Road Atlanta. Heinrich gab beim WEC-Saisonfinale in Bahrain sein Debüt im Porsche 963 und wusste durchaus zu überzeugen.

"Laurin hat einen großartigen Job gemacht. Er wäre auch nicht hier, wenn wir ihm nicht vertrauen würden", hatte Porsches LMDh-Werksleiter Urs Kuratle den WEC-Debütanten im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com gelobt und angekündigt: "Wir werden ihn weiterhin sehen, auch im LMDh-Auto." Heinrich, der 2024 die GTD-Pro-Meisterschaft auf dem grünen 'Rexy'-Porsche 911 gewann, sagte: "Natürlich ist es mein Ziel, irgendwann Porsche-Werksfahrer zu werden und Full-Time in einem Werksauto zu sitzen."

Für die beiden neuformierten Porsche-Crews beginnt die IMSA-Saison 2026 mit den 24 Stunden von Daytona am 24./25. Januar. Die Zuffenhausener blicken auf zwei aufeinanderfolgende Siege beim US-Klassiker zurück und sind mit 20 Gesamtsiegen einsamer Rekordhalter.