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WEC-Test: Ogier-Fazit nach Toyota-Debüt - Bestzeit für Flörsch

Die WEC-Saison 2021 endete in Bahrain mit dem Rookie Test. Sebastien Ogier erstmals im Toyota-Hypercar unterwegs. Sophia Flörsch erzielt LMP2-Bestzeit.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Einen Tag nach dem kontroversen WEC-Saisonfinale in Bahrain hielt die FIA-Langstreckenweltmeisterschaft ihren offiziellen Rookie Test auf der selben Rennstrecke ab. Dabei waren alle Augen auf den siebenfachen Rallye-Weltmeister Sebastien Ogier gerichtet, der erstmals in einem Prototypen Platz nahm und seine Runden im Toyota GR010 Hybrid drehen konnte.

Der Franzose, der ab 2022 mit einem Wechsel auf die Langstrecke liebäugelt und nur noch bei ausgewählten WRC-Rallyes an den Start gehen möchte, erzielte die drittbeste Rundenzeit auf dem Bahrain International Circuit. Nach insgesamt 84 Runden am Vor- und Nachmittag stand bei Ogier eine persönliche Bestzeit von 1:49.017 Minuten zu Buche.

Die Tagesbestzeit sicherte sich Nicolas Lapierre im Signatech-Alpine LMP1, der während der gesamten Saison den beiden Werks-Toyotas unterlegen war. Der Franzose benötige vormittags 1:48.697 Minuten für seine beste Runde in Bahrain und war auch in der zweiten Session am Nachmittag der schnellste Fahrer auf der Strecke (1:48.875 Minuten).

Hinter Lapierre und direkt vor Ogier ordnete sich Charles Milesi in der Zeitenliste des Rookie Tests ein. Der Franzose, der 24 Stunden zuvor mit WEC-Neueinsteiger WRT die LMP2-Weltmeisterschaft gewonnen hatte, durfte sich erstmals in einem der beiden Hypercars von Toyota versuchen. Milesi fuhr seine schnellste Runde mit einer 1:48.865 Minuten, bevor am Nachmittag Stammfahrer Mike Conway das Auto mit der Startnummer #7 übernahm.

"Ich habe mich ergebnistechnisch nicht unter Druck gesetzt, weil es so viele neue Parameter für mich gab", sagte WEC-Rookie Ogier. "Ich musste mich an die Kurvengeschwindigkeiten, das Bremsen, die Rotation des Autos und das Hybridsystem gewöhnen. Es ist eine andere Denkweise, eine Runde zu fahren und dann zu versuchen, in der nächsten besser zu sein als bei einer Rallye, bei der jede Kurve einzigartig ist."

Sebastien Ogier beim WEC-Test in Bahrain - Foto: Toyota Gazoo Racing

Sophia Flörsch fährt LMP2-Bestzeit im WRT

Unter den 18 Autos beim Rookie-Test waren auch vier Boliden der LMP2-Klasse vertreten. Als einzige Deutsche im Feld startete Sophia Flörsch erstmals im Wagen von LMP2-Weltmeister WRT. Die 20-Jährige, die ihr zweites Jahr im Prototypen-Sport und ihr erstes in der WEC für das Richard Mille Racing Team bestritten hatte, erzielte dabei sogar die Tagesbestzeit in der Klasse.

Flörsch benötigte nachmittags 1:50.870 Minuten für ihre beste Runde und konnte damit ihre persönliche Bestzeit vom Vormittag (1:51.221 Minuten) unterbieten. Nach eifrigen Wochen inklusive des DTM-Finals auf dem Norisring, einem Podestplatz beim ELMS-Rennen in Portimao sowie zuletzt zwei aufeinanderfolgenden WEC-Rennen in Bahrain reiste die Münchnerin in der Nacht auf Montag - laut eigenen Angaben grippegeplagt - in Richtung Heimat.

Sophia Flörsch testete in Bahrain erstmals für LMP2-Weltmeister WRT - Foto: Brecht Decancq

Den zweiten Platz in der LMP2-Kategorie belegte Jazeman Jaafar im JOTA-Boliden. Seine persönliche Bestzeit von 1:51.311 Minuten war 0,441 Sekunden langsamer als Flörschs beste Rundenzeit. Dahinter folgten Sebastian Montoya (Dragonspeed), Sohn von Dragonspeed-Stammfahrer und Ex-Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya, sowie das gemeldete Damen-Trio Jamie Chadwick, Lilou Wadoux-Ducellier und Alice Powell (Richard Mille Racing Team). Die Britin Powell soll laut Medienberichten nicht am Steuer des Autos gesessen haben, das Flörsch in der WEC-Saison 2021 steuerte.

Porsche kündigt Berufung nach abgelehntem Protest an

In der GTE-Pro-Klasse griff das Porsche GT Team erst nachmittags ins Testgeschehen ein. Kevin Estre sicherte sich die GTE-Bestzeit in seinem Porsche 911 RSR vor Alessandro Pier Guidi. Der Ferrari-Pilot war mit seinem Ferrari 488 GTE 0,052 Sekunden langsamer als der französische Porsche-Werksfahrer.

Unterdessen bleibt der Ausgang in der GTE-Pro-Weltmeisterschaft der WEC vorläufig. Porsche hat laut Medienberichten angekündigt, Berufung gegen den abgelehnten Protest einzulegen. Der Sportwagenbauer aus Stuttgart hatte danach 96 Stunden Zeit, die Berufung schriftlich einzulegen. Kommt es dazu, wird die Weltmeisterschaft am grünen Tisch vor dem FIA-Sportgericht entschieden.

Porsche hatte in Folge des kontroversen Rennausgangs am Samstag gegen eine Entscheidung der Stewards protestiert: Nach einer Kollision zwischen den Titelrivalen Pier Guidi (#51 AF Corse Ferrari) und Michael Christensen im #92 Porsche kam es nicht zu einem zunächst angeordneten Platztausch zwischen beiden Autos. Pier Guidi überquerte die Ziellinie anschließend als Erster, Ferrari ließ sich zunächst als Weltmeister feiern.


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