WEC

McLaren mit LMP1-Auto in Le Mans und WEC? Das sagt der Boss

McLaren wird nachgesagt, ein LMP1-Auto für die WEC und die 24h von Le Mans bauen zu wollen. Das muss passieren, damit die Briten einsteigen:
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - McLaren wird bereits seit längerer Zeit mit einem Einstieg in die Sportwagen-Szene in Verbindung gebracht. Zunächst war von einem Start in der GTE-Pro-Klasse in der Langstrecken-WM FIA WEC und bei den 24 Stunden von Le Mans die Rede, im Laufe des Jahres kamen jedoch immer mehr Gerüchte auf, laut denen McLaren an einem Prototypen arbeitet! Nun gibt die Firmenleitung dazu ein neues Statement ab.

Die aktuelle LMP1-Klasse ist nichts, was meiner Meinung nach geeignet für McLaren wäre.
Mike Flewitt, CEO McLaren Automotive

Und dort macht man deutlich, dass die LMP1-Klasse in ihrer aktuellen Form keinen Reiz auf McLaren ausübt. "Die aktuelle LMP1-Klasse ist nichts, was meiner Meinung nach geeignet für McLaren wäre. Beim allem Respekt gegenüber dem ACO, man muss erst mal schauen, wohin die Reise für die LMP1-Klasse geht. Das Racing war herausragend, aber ich bin mir nicht sicher, wohin sich die LMP1 entwickeln wird. Ich bin mir da unschlüssig", so Mike Flewitt, CEO McLaren Automotive, im Gespräch mit 'Dailysportscar'.

McLaren-CEO: LMP1 nur bei Straßenlook

Für Flewitt ist klar: Ein LMP1-Prototyp aus dem Hause McLaren könnte dann kommen, wenn eine gewisse Ähnlichkeit zum Straßenprodukt gegeben ist. Damit reiht sich McLaren ein in den Reigen derer, die einer neue Le-Mans-Königsklasse mit überarbeiteten Hypercars bevorzugen. Solche Hypercars haben aktuell Aston Martin, Mercedes, und seit neuestem auch McLaren im Angebot. Die Briten stellten vor wenigen Tagen den McLaren Senna vor. Auch Toyota präsentiert im Januar eine Hypercar-Konzeptstudie, die vom LMP1-Auto abgeleitet wurde.

Der McLaren Senna: Das Hypercar der Briten - Foto: McLaren

"Wenn man mit etwas fährt, das aussieht wie die Straßenautos, dann wäre es ein wundervoller Ort und wir wären gerne involviert. Wir sind in der Formel 1 dabei, das ist die Königsklasse. Wir sind im GT-Sport dabei, da es hier um die Autos geht, die wir bauen. In eine weitere Formel einzusteigen muss auch zur Marke passen und zu unserem Geschäft", bekräftigt Flewitt, der daher eine GT-basierte Königsklasse in WEC und Le Mans bevorzugt, nochmals.

Wenn man mit etwas fährt, das aussieht wie die Straßenautos, dann wäre es ein wundervoller Ort und wir wären gerne involviert.
Mike Flewitt, CEO McLaren Automotive

Welche Abteilung ein entsprechendes Rennprogramm abwickeln würde, steht laut Flewitt indes noch nicht fest. Durch die Umstrukturierungen im Unternehmen nach dem Ausscheiden von Ron Dennis hängt das auch von den zukünftigen Regeln ab. "Durch die Veränderungen nach Ron Dennis' Rücktritt sind wir wieder ein einziges Unternehmen. Wir platzieren daher jedes neue Programm dort, wo es auch am meisten Sinn macht", erklärt Flewitt.

Rückblende: So änderten sich McLarens Sportwagen-Ambitionen

McLaren - Die Geschichte einer Legende: (7:00 Min.)

Den ersten Fingerzeig in Richtung Sportwagen-Einstieg gab es im Februar von Zak Brown, der die Rennsport-Geschicke McLarens leitet. "Wir haben Le Mans gewonnen, das Rennen ist Teil unserer Historie. Zu meinem Job gehört es, zu entscheiden, wo McLaren unterwegs ist. Nach Le Mans zurückzukehren haben wir auf jeden Fall auf dem Schirm, das wird aktuell diskutiert. Persönlich würde ich es lieben, wenn wir nach Le Mans gehen, und ich bin nicht der Einzige, der das so sieht", so Brown damals gegenüber 'Autosport'.

Damals wurde McLaren aber noch in Verbindung mit einem GT-Engagement gebracht. Zumal die Briten auch in der jüngeren Vergangenheit im GT-Sport erfolgreich waren. 2016 wurde McLaren Langstrecken-Champion in der Blancpain GT Serie, auch beim 12-Stunden-Rennen im australischen Bathurst setzte man sich im selben Jahr mit neuem Distanzrekord durch. Im August war dann von einem GT-Engagement plötzlich nicht mehr die Rede - es sollte nämlich ein Prototyp gebaut werden!

Zunächst wurde McLaren mit einem GTE-Renner in Verbindung gebracht - Foto: McLaren

Auch das hatte Brown verlautbart, dieses Mal gegenüber 'Sportscar365'. "Wir evaluieren ein DPi-Programm", so Brown ganz offen. Der CEO von McLaren knüpfte daran allerdings eine Bedingung: Es soll eine weltweit anerkannte Plattform für Top-Prototypen geschaffen werden. Immerhin visiert man an, in Daytona, Sebring und Le Mans mit ein und demselben Prototypen um den Gesamtsieg fahren zu können. Das ist derzeit nicht möglich: In der IMSA fahren DPi und LMP2 gegeneinander, in der WEC und Le Mans ist LMP1 die Königsklasse.


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