WEC

Toyota: Hypercar als LMP1-Ableger - Blick in die Zukunft?

Toyota präsentiert im Januar ein Hypercar als Ableger des aktuellen LMP1-Boliden. Nur eine Möglichkeit für eine zukünftige Königsklasse in WEC und Le Mans.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Sieht so die Zukunft des Langstreckensports aus? Toyota macht mit einer aufregenden Konzeptstudie von sich reden: Dem GR Super Sport Concept. Dieses Hypercar, das vom aktuellen LMP1-Boliden TS050 Hybrid abgewandelt ist, feiert seine Premiere auf dem Tokyo Auto Salon vom 12. bis 14. Januar 2018, wie die Japaner nun per Pressemitteilung verkündeten.

Le-Mans-Königsklasse mit Hypercars? Chance wäre da

Interessant ist die neue Konzeptstudie vor allem vor dem Hintergrund, dass ab der WEC-Saison 2020/21 eine komplett neue Königsklasse an den Start gehen und die aktuellen LMP1-Boliden ablösen könnte. Im Gespräch sind dabei auch Prototypen, die ganz klar auf GT-Boliden oder Hypercars basieren, wie die GT1-Klasse in den 90er-Jahren. Der Toyota GR Super Sport Concept wäre dafür ein geeignetes Hypercar, wenn man die Konzeptstudie betrachtet.

"Den Trend in Richtung eines Fahrzeugs mit GT-Optik nehmen wir positiv wahr. Es sieht so aus, als würde es der neuen Kategorie ein gewisses Momentum verleihen", meinte Toyotas Pascal Vasselon schon am 21. November im Gespräch mit 'Sportscar365. Toyota war auch in der GT1-Ära werksseitig in Le Mans vertreten, mit dem bildhübschen GT One in den Jahren 1998 und 1999. Damals gewannen Porsche bzw. BMW den Langstrecken-Klassiker an der Sarthe.

WEC 2017: So verabschiedet sich Toyota von Porsche: (01:10 Min.)

Doch wichtiger in der Hinsicht: Die Markenvielfalt in der GT1-Klasse. Neben Toyota, Porsche und BMW waren auch noch Mercedes, Audi, Panoz und Nissan am Start. Wandeln die Regelhüter von FIA und ACO die Regeln der künftigen Königsklasse so ab, dass man abgewandelte Hypercars einsetzen könnte, würde man die Tür für mehrere Hersteller öffnen. Aston Martin und Mercedes haben solche Hypercars im Angebot, nun zieht Toyota nach. Auch bei McLaren würde man diesen Schritt sehr positiv aufnehmen.

Zweite Möglichkeit: DPi als LMP1-Ersatz

Positiv aufgenommen würde auch die Anwendung der DPi-Regularien aus der IMSA-Serie. Die US-amerikanische Sportwagen-Meisterschaft führte die DPi-Klasse zur Saison 2017 ein. Hersteller können hier ein LMP2-Chassis als Basis nehmen und daraus ein eigenes Auto mit seriennaher Optik entwickeln. Cadillac, Mazda und Nissan starteten hier 2017, im kommenden Jahr stößt Acura mit dem Penske-Team dazu. Auch dieser Schritt ist jedoch erst zur Saison 2020/21 möglich.

Acura ist ab 2018 in der DPi-Klasse der IMSA dabei - Foto: Acura

Für die nächsten beiden Jahre ist die Chance vertan, nachdem die WEC-Macher im September in Mexiko die neuen Regeln nach dem Porsche-Ausstieg verkündeten. Eine Königsklasse nach DPi-Regeln würde man ebenfalls bei McLaren positiv aufnehmen. Firmen-CEO Zak Brown bestätigte schon, dass man daran interessiert sei, weil man dann mit einem Fahrzeug Siegchancen in Daytona, Sebring und Le Mans haben könne. Wie die aktuelle LMP1-Klasse mittelfristig aussieht, wird sich weisen. Die Konzeptstudie von Toyota wäre ein möglicher Ausblick in die Zukunft von Le Mans und der gesamten Szene.


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