IMSA

McLaren: Neuer DPi-Prototyp für US-Langstrecke und Le Mans?

McLaren prüft den Einsatz eines DPi-Prototypen. Damit würde man vom GT-Werkssport abkehren. Der Einsatz in IMSA und Le Mans hängt von einer Voraussetzung ab
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - McLaren liebäugelt immer stärker mit einem globalen Werksengagement in der Sportwagen-Welt. Bisher gab es ja hauptsächlich Gerüchte, die Briten würden über einen Einstieg in die GTE-Pro-Kategorie der FIA WEC nachdenken und damit gegen Aston Martin, BMW, Ferrari, Ford und Porsche antreten. Doch nun scheint alles ganz anders zu kommen! Firmen-CEO Zak Brown bestätigte gegenüber Sportscar365, dass man den Prototypen-Sport ganz genau im Auge hat.

Wir evaluieren ein DPi-Programm.
Zak Brown, McLaren-CEO

"Wir evaluieren es", bestätigte Brown auf die Frage nach einem DPi-Programm. Diese Formel wurde erst zur aktuellen Saison in der amerikanischen Sportwagenserie IMSA eingeführt. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die auf der neuen LMP2-Generation basieren, von den involvierten Herstellern jedoch überarbeitet wurden. Aktuell treten Chevrolet, Mazda und Nissan in den USA in der DPi-Klasse an, 2018 kommt Acura dazu. Ein McLaren-Einstieg wäre frühestens 2019 im Bereich des Möglichen.

"Wir sind zwar sehr fokussiert auf unsere F1-Situation. Aber genau wie beim Indy500 haben wir im Sportwagen-Bereich eine große Historie. Wir schauen es uns also an", bekräftigte Brown nochmals. Unvergessen dabei natürlich der Gesamtsieg in Le Mans 1995 mit dem F1 GTR. In jüngerer Vergangenheit war man vor allem mit dem McLaren 650S GT3 erfolgreich. 2016 gewann man die 12h von Bathurst und die Team- und Fahrer-Wertung im Endurance Cup der Blancpain-GT-Serie. Die Zukunft hingegen sieht man offenbar im Prototypen-Rennsport.

LMP1 oder DPi? McLaren-CEO Brown fordert Einigung

McLaren - Die Geschichte einer Legende: (7:00 Min.)

Dieser befindet sich allerdings derzeit in der Krise - zumindest in Europa. Während die DPi-Klasse in den USA floriert, steigen immer mehr Hersteller aus der LMP1-Klasse aus. 2018 ist Toyota Alleinunterhalter - wenn sie denn überhaupt noch dabei sind. Die Organisatoren müssen schnell eine Lösung finden und präsentieren sie hoffentlich am kommenden Freitag bei einer Sonder-PK in Mexiko. Immer wieder wird die Einführung der DPi-Klasse in Le Mans und der WEC ins Spiel gebracht. Doch können die stolzen Franzosen bei der FIA und beim ACO über ihren Schatten springen?

Würden sie sich auf die DPi-Formel oder etwas Ähnliches einigen, dann hätten wir etwas, das wir sehr ernsthaft in Betracht ziehen würden.
Zak Brown, McLaren-CEO

Brown würde die Implementierung der DPi-Formel stark befürworten: "Würden sie sich auf die DPi-Formel oder etwas Ähnliches einigen, dann hätten wir etwas, das wir sehr ernsthaft in Betracht ziehen würden. Ich hoffe zumindest, dass sie sich auf eine globale Formel einigen können." Gelingt dies, könnte McLaren mit einem Prototypen gleich bei drei der prestigeträchtigsten Langstrecken-Rennen im Kampf um den Sieg mitmischen: Den 24h in Le Mans und Daytona sowie den 12h in Sebring. "Ich würde es lieben, Racing in einer Top-Kategorie zu sehen in der man versuchen kann, die Großen Drei zu gewinnen."

Zustimmung erfährt Brown von Mazdas Motorsport-Direktor John Doonan. Auch er spricht sich für eine globale Prototypen-Plattform auf Basis der DPi-Regularien aus: "Bei allem Respekt gegenüber dem, was Audi, Porsche und Toyota in der LMP1-Klasse gezeigt haben: Es wäre ein logischer Schritt nach vorne. Wir müssen eine gemeinsame Grundlage für alle Wettbewerber finden." Schafft man dies, steht einem McLaren-Einstieg für 2019 wohl nichts mehr im Wege. Zumindest von Seiten der Regelhüter.


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