WEC

WEC-Saison 2017: LMP1-Rückblick mit Porsche und Toyota

Die WEC wurde auch in der Saison 2017 vom Kampf um die Krone in der LMP1-Klasse bestimmt. Wir blicken auf das Jahr von Porsche und Toyota zurück:
von Tobias Ebner

Porsche

Das Highlight: Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt - Le Mans war in diesem Jahr wieder mal ein Rennen der Extreme. So auch bei Porsche. Als erster Hersteller verlor man ein Auto im Siegkampf durch Defekt. Doch nach dem Toyota-Drama in der Nacht war man plötzlich konkurrenzlos - bis auch den zweiten Porsche der Defektteufel heimsuchte. Prompt lag der Fokus wieder auf den weit zurückgefallenen #2-Porsche. Dieser gewann das Rennen am Ende nach Aufholjagd von Gesamtrang 55 aus. Es ist der dritte Porsche-Sieg in Folge.

Der Tiefpunkt: Porsche entschied sich dazu, die WEC-Saison 2017 mit der Le-Mans-Spezifikation, also mit Low-Downforce-Paket, zu starten. Dass man in Silverstone und Spa unterliegt, damit war zu rechnen. Weniger zu rechnen war mit der Niederlagenserie am Ende der Saison. In den letzten drei Rennen hatte Porsche jeweils das Nachsehen gegen Toyota. Auch wenn man wegen des riesigen Vorsprungs schon in Shanghai Fahrer- und Hersteller-Titel holte - SO wollten sich die Zuffenhausener nicht aus der LMP1-Klasse verabschieden.

Ging hinten raus die Luft aus? Porsche musste am Ende drei Niederlagen einstecken - Foto: Porsche

Kurioses:
- In Spa zweifelte man die Legalität des Toyota-LMP1 an
- Irre Aufholjagd: Porsche gewinnt in Le Mans nach Defekt von P55 aus noch
- Ende Juli verkündete man den Ausstieg aus der LMP1-Klasse

Das Fazit: "Toyota war in den vergangenen vier Saisons ein großartiger Gegner, herzlichen Glückwunsch zum Sieg heute. Danke an das ganze Team hier und in Weissach, an unsere Fahrer und unsere Partner für vier sensationelle Jahre auf den Rennstrecken dieser Welt. Das war heute definitiv der letzte Renneinsatz des 919 Hybrid. Wir sind sehr stolz auf die Erfolge, die wir mit diesem Technologieträger eingefahren haben – wir werden sie im kommenden Jahr mit einigen besonderen Veranstaltungen nochmal extra feiern. Worum es dabei geht, können wir erst zu einem späteren Zeitpunkt verraten." Andreas Seidl (Teamchef) nach dem Bahrain-Rennen

24h Le Mans 2017: So hat Porsche das Rennen erlebt: (02:22 Min.)

Toyota

Das Highlight: Toyota startete mit zwei Siegen in Silverstone und Spa in die Saison und schloss sie mit Siegen in Fuji, Shanghai und Bahrain ab. Emotionaler Höhepunkt dabei natürlich: Der Triumph auf der in Firmenbesitz befindlichen Strecke in Japan. Und das berüchtigte Wetterloch am Mount Fuji enttäuschte nicht. Regen und Nebel machten das Rennen zu einer anstrengenden Angelegenheit, zwei Rennunterbrechungen inklusive. Trotzdem gewann Toyota zum fünften Mal bei sechs WEC-Rennen auf dem Fuji Speedway.

Der Tiefpunkt: Wieder mal belohnte Le Mans Toyota für einen couragierten Auftritt nicht. Wieder mal hielt das Rennen an der Sarthe für die Japaner besonderes Drama bereit. Obwohl man nach der unfassbaren Enttäuschung von 2016 auf drei Autos aufgestockt hatte, kam nur ein Auto ins Ziel - nach einem Defekt mit zehn Runden Rückstand. Die #8 und die beiden Schwesterauto fielen in der Nacht innerhalb von zwei Stunden aus dem Siegkampf. Unglaublich ist hier die Geschichte um den Fake-Marshal, der der #7 das Rennen kostete.

Toyota kann offenbar nur Drama in Le Mans - Foto: Toyota

Kurioses:
- In Spa und Le Mans setzte Toyota drei Fahrzeuge ein
- Kamui Kobayashi fährt im Le-Mans-Qualifying neuen Rundenrekord
- Ein Fake-Marshal ließ den Toyota #7 in Le Mans ins Verderben rennen
- Beim Heimspiel in Fuji packte man das Low-Downforce-Paket aus - und gewann
- Fernando Alonso fährt beim Rookie-Test in Bahrain für Toyota

Das Fazit: "Es war eine gemischte Saison für uns. Wir hatten sicher ein sehr konkurrenzfähiges Auto und es war sehr befriedigend für uns, vor allem gegen einen Wettbewerber wie Porsche fünf von neun Rennen zu gewinnen. Jedoch haben wir unsere Ziele, den Sieg in Le Mans und die Weltmeisterschaft, verfehlt. Wenn man das bedenkt, können wir nicht happy mit unserer Performance sein. Genauer betrachtet war es aber beeindruckend, wie wir auf die schwierigen Rennen am Nürburgring und in Mexiko geantwortet haben. Vielen Dank ans Team, dass sie so zurückgeschlagen haben. In den letzten drei Rennen konnten wir nur noch gewinnen und darauf hoffen, im Sinne der WM etwas Glück zu haben. Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, aber Porsche war außer Reichweite." (Rob Leupen)

WEC Fuji 2017: Das Rennen aus Toyota-Sicht: (02:12 Min.)


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