WEC / Rennbericht

WEC Fuji 2017: Toyota gewinnt chaotisches Abbruchrennen

Toyota hat sein Heimrennen in der WEC in Fuji gewonnen. Wetterkapriolen sorgten für einen Abbruch. Schwerer Unfall in der LMP2. Der Rennbericht:
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Der siebte Saisonlauf der Langstrecken-WM in Fuji wurde durch extreme Wetterkapriolen beeinträchtigt. Starker Regen sowie aufziehender, dichter Nebel sorgten für zwei rote Flaggen und mehrere Safety-Car-Phasen. Schlussendlich wurde das Rennen nach fünf Stunden abgebrochen und nicht mehr neu gestartet. Den Sieg holte sich zum fünften Mal in den letzten sechs Jahren in Fuji Toyota. Das Fahrzeug mit der #8 um Nakajima/Buemi/Davidson gewann vor dem Schwesterfahrzeug mit der #7 mit der Besetzung Conway/Kobayashi/Lopez.

Die beiden Porsche, im Qualifying noch die dominante Kraft, mussten sich geschlagen geben. Damit ist auch die Entscheidung in der Fahrer-WM mindestens auf das nächste Rennen in Shanghai vertagt. In der LMP2 setzte sich Rebellion vor Signatech-Alpine und Jackie Chan-DC Racing durch. Die GTE-Pro-Klasse entschied Ferrari für sich, die GTE-Am sah den Sieg von Spirit of Race.

WEC Fuji 2017: Das Rennen der LMP-Klassen

Das Rennen wurde unter Safety Car gestartet, nach einer knappen Viertelstunde ging die Action los. Zunächst verteidigte Porsche die Führung, doch schon bald zeigte sich, dass Toyota gerade mit zunehmendem Regen über die bessere Rennpace verfügte. Zwischen dem Toyota mit der #8 sowie dem Porsche mit der #1 kam es zu einem Kontakt, infolge dessen der Porsche zurückfiel. Zunächst konnte das Schwesterauto mit der #2 die Führung behalten, doch Toyota hielt den Kontakt. Die Führung übernahmen die Japaner dann durch großes Rennpech für Porsche.

Während Toyota knapp vor der ersten Rennunterbrechung jeweils den ersten großen Service erledigte, schaffte Porsche den Stopp nicht mehr. Als die rote Flagge herauskam, hatte der Porsche mit der #2 den Boxenstopp noch nicht absolviert. Die Autos mussten auf der Start/Ziel-Geraden warten, Arbeiten waren nicht gestattet. Somit musste der Porsche direkt nach Wiederaufnahme des Rennens an die Box, was die WM-Leader zurückwarf. Insgesamt 70 Sekunden kostete der Boxenstopp.

Hinzu kam danach mangelnder Grip am 919 Hybrid, der bei den Rundenzeiten zu einem Verlust von drei Sekunden pro Runde führte. Nach etwas mehr als zwei Stunden wurde die #2 überrundet, Toyota lag mit beiden Autos in Führung und gab diese bis zum endgültigen Abbruch nicht mehr her.

Die LMP2 erlebte den Sieg des Rebellion mit der #31 mit Prost/Senna/Canal am Steuer. Das Schwesterauto mit Mathias Beche am Steuer schied nach einem schweren Unfall mit Manor-Pilot Jean-Eric Vergne aus. Bereits einige Runden zuvor kamen sich die beiden ins Gehege, was später dann in dem bösen Abflug des Schweizers endete. Der Wagen wurde komplett zerstört, Beche aber blieb unverletzt. Die Wirren nutzte Signatech-Alpine aus, um den zweiten Platz zu erobern. Jackie Chan-DC Racing kam mit der #38 auf Rang drei. Auch die Chinesen verloren früh das zweite Auto.

WEC Fuji 2017 - Die Top-3 der LMP-Klassen im Rennen:

Kl. P Fahrer Team Distanz Gap
LMP1 1. Nakajima / Buemi / Davidson Toyota #8 113 Runden
2. Conway / Kobayashi / Lopez Toyota #7 1.498
3. Jani / Lotterer / Tandy Porsche #1 2.272
LMP2 1. Prost / Canal / Senna Rebellion-Oreca #31 110 Runden
2. Lapierre / Menezes / Negrao Signatech-Alpine #36 1.389
3. Tung / Jarvis / Laurent Jackie Chan DC-Oreca #38 2.170

WEC Fuji 2017: Das Rennen der GTE-Klassen

Auch in der GTE-Pro konnte Porsche die Pole-Position nicht in einen Sieg ummünzen. AF Corse holte sich mit dem #51-Ferrari um Calado/Pier Guidi den Erfolg in Fuji und ließ beide Porsche-Fahrzeuge hinter sich. Einen schlimmen Tag erwischte Ford. Die #66 um Stefan Mücke und Olivier Pla fiel trotz zwischenzeitlicher Führung nach dem Boxenstopp zurück und hatte danach noch einen Ausritt zu beklagen, der möglicherweise das Podium gekostet hat.

Das Schwesterfahrzeug mit der #67 bekam eine einminütige Stop-and-Go-Strafe wegen Überfahrens der roten Ampeln am Boxenausgang. Und auch dieses Fahrzeug hatte einen Zwischenfall zu beklagen, der schlussendlich viele Runden kostete und alle Chancen zunichtemachte. In der GTE-Am gewann der Spirit of Race-Ferrari um Ex-DTM-Pilot Miguel Molina. Clearwater Racing belegte Rang zwei vor dem Dempsey-Proton-Porsche um Marvin Dienst und Christian Ried. Den in der Gesamtwertung führenden Dalla Lana/Lamy/Lauda blieb nur der fünfte und letzte Platz in der Klasse.

WEC Fuji 2017 - Die Top-3 der GT-Klassen im Rennen:

Kl. P Fahrer Team Zeit Gap
GTE-Pro 1. Calado / Pier Guidi Ferrari #51 109 Runden
2. Makowiecki / Lietz Porsche #91 0.968
3. Christensen / Estre Porsche #92 3.449
GTE-Am 1. Flohr / Castellacci / Molina Spirit of Race-Ferrari #54 107 Runden
2. Mok / Sawa / Griffin Clearwater-Ferrari #61 1.137
3. Dienst / Cairoli / Ried Dempsey-Proton-Porsche #77 1:32.241

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