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Enge Zusammenarbeit zwischen Oreca und AER - Motorenumrüstung: Rebellion vor harter Aufgabe

Rebellion Racing arbeitet fieberhaft an der Umrüstung auf den Turbomotor. Dabei kann AER helfen, schließlich hat man Erfahrung mit ungeplanten Wechseln.
von Heiko Stritzke

Motorsport-Magazin.com - Viel Arbeit für Oreca und Rebellion Racing: Der R-One muss an den neuen AER-Motor angepasst werden. Der Wechsel vom 3,4-Liter-V8 von Toyota auf den V6-Biturbo birgt viele Herausforderungen, Advanced Engine Development steht dabei Oreca beratend zur Seite. Glücklicherweise kann AER bereits auf Erfahrungen mit Blitz-Umrüstungen zurückblicken. Dem Lotus-Team (heute: ByKolles) erging es Anfang 2014 nicht anders, als der CLM P1/01 von einem Saugmotor auf den P60 angepasst wurde, dessen Hubraum nach wie vor ein Geheimnis ist.

Es ist eine große Herausforderung, die gesamte Konfiguration des Pakets zu ändern.
Mike Lancaster

AER-Vorstand Mike Lancaster erklärt die Herausforderungen, die sich ergeben haben: "Wir arbeiten momentan eng mit Rebellion Racing zusammen, um alles für Spa im Mai fertig zu bekommen", sagte er gegenüber Motorsport.com. "Es ist eine große Herausforderung, die gesamte Konfiguration des Pakets zu ändern. Wir arbeiten hart mit den Oreca-Ingenieuren, um den Motor und alle Nebenaggregate im Fahrzeug unterzubringen."

Und diese Herausforderungen sind vielfältig, wie er weiter ausführt: "Beispielsweise hat das Oreca-Chassis niemals Ladeluftkühler beherbergt. Die müssen jetzt irgendwie im Layout untergebracht werden. Obwohl der P60 eine geringe Hitzeabgabe hat, muss man noch immer ein ausgeklügeltes Kühlsystem unterbringen. Das sind in etwa die Herausforderungen und Veränderungen, die man vornehmen muss, um das Gesamtkonstrukt vernünftig unterzubringen."

Die Erfahrungen aus dem Testprogramm mit Lotus kommen auch Rebellion zugute - Foto: Lotus

Lotus-Erfahrung bedingt hilfreich

Eher unfreiwillig werden die AER-Ingenieure zu Spezialisten bei der Fahrzeugumrüstung, schließlich wiederholt sich die Lotus-Geschichte aus dem Vorjahr: "Der Lotus war ursprünglich für einen V8-Saugmotor ausgelegt, dasselbe gilt für das Oreca-Chassis. Hier gibt es also Gemeinsamkeiten." Das ist es dann aber auch schon gewesen, allzu viele Erfahrungen aus der Umrüstung des CLM P1/01 lassen sich nämlich nicht mitnehmen: "Die beiden Chassis sind komplett unterschiedliche Designs."

Wir konnten das Know-How und die Erfahrung aus dem F1-Projekt wunderbar für den P60 nutzen.
Mike Lancaster

Dennoch wird Rebellion von der Erfahrung des Motorenpartners profitieren: "Wir sind sehr offen an die LMP1-Regularien von 2014 herangegangen", so Lancaster. "Wir mussten zunächst einmal unser Triebwerk auf die Strecke bringen. Das Lotus-Team war eine exzellente Wahl dafür zu Beginn des Jahres, deshalb haben wir während der Installation [des Motors] eng mit ihnen zusammengearbeitet. Obwohl ihr Auto sich in einer sehr früheren Entwicklungsphase befand, ist es sehr gut gelaufen." So sei die Zuverlässigkeit sehr gut gewesen, "und wir konnten viele Kilometer sammeln."

Der Test mit dem Lotus-Team war der letzte Schritt in einer langen Entwicklungsphase: "Wir haben diesen Motor drei Jahre lang entwickelt und in diesem Prozess signifikant von der Arbeit, die wir für ein Formel-1-Team erledigt haben, profitiert. Wir konnten das Know-How und die Erfahrung wunderbar für das P60-Projekt nutzen. Der Hauptunterschied zwischen einem Formel-1- und einem Sportwagenmotor sind die unterschiedlichen Performanceziele und speziell der Benzindurchfluss. Man muss ein völlig anderes Ziel verfolgen."

Während ByKolles weiterhin mit AER-Power die gesamte Saison 2015 bestreiten wird, lässt Rebellion Racing aufgrund der späten Entscheidung zum Motorenwechsel Silverstone aus. Im Vorjahr war es umgekehrt: Damals stieß das Lotus-Team erst in Austin dazu.


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