WEC

WEC: Rebellion zieht sich nach Le Mans aus Motorsport zurück

Paukenschlag in der WEC: Rebellion Racing stellt nach Le Mans ihre Motorsport-Aktivitäten ein, trotz Hypercar-Kooperation mit Peugeot. Die Auswirkungen.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Schlechte Nachrichten für die Topklasse der WEC: Rebellion Racing beendet ihr Engagement im Motorsport. Das Schweizer Team, das seit 13 Jahren besteht und 2008 zum ersten Mal in Le Mans am Start stand, wird nach den 24 Stunden von Le Mans des Jahres 2020 den Stecker ziehen. Ebenso wird die Unterstützung von Projekten bei der Rallye Dakar eingestellt.

Besonders das WEC-Aus kommt jedoch überraschend, nachdem erst im Dezember eine große Kooperation mit Peugeot für ein WEC-Hypercar verkündet wurde. Eigentlich hätte Rebellion für Peugeot deren Rückkehr in die Topklasse des Langstreckensportes durchführen sollen. Nun ist Peugeot hier auf sich allein gestellt, wird das Projekt aber weiter durchziehen.

Peugeot beruhigt: WEC-Projekt trotz Rebellion-Aus nicht in Gefahr

Gleich im Anschluss an die offizielle Ausstiegs-Erklärung von Rebellion am Mittwoch gab Peugeots Sport-Abteilung ein erstes Statement ab und beruhigt: "Wir befinden uns gegenwärtig in der Frühphase unseres technischen Projektes, und wir nehmen Rebellions Entscheidung an, was uns dazu führt, unser operatives Herangehen für 2022 zu verändern."

Peugeots Hypercar-Projekt läuft ohne Rebellion weiter - Foto: Peugeot

Eine neue Aufstellung des Rennteams mag notwendig sein, doch sonst sieht Peugeot keinen Grund zur Panik: "Ihre Rückzugs-Entscheidung ändert nichts an Peugeots WEC-Programm." Rebellion-CEO Calim Boudhadra wird in der Rücktrittserklärung zitiert: "Ich bin sicher, dass das WEC-Projekt von Peugeot ein großer zukünftiger Erfolg sein wird, und bereue, dass ich ihm nicht beiwohnen kann."

Neue Markenausrichtung für Rebellion

Als Grund für den Rückzug gab Rebellion eine Neuausrichtung der Marketingstrategie an. Das Unternehmen, ein Uhrenhersteller, sieht die Marken-Wahrnehmung nach 13 Jahren ausreichend gesteigert, heißt es offiziell.

"Motorsport war für Rebellion eine großartige Ressource", kommentiert Unternehmens-Präsident Alexandre Pesci das Aus. "Wir geben uns jetzt Zeit, um die Kontouren unseres Geschäftes neu zu definieren, aber die Auswirkungen dieser Entscheidung sind unverzüglich für die Rennabteilung, sobald die WEC-Saison endet. Es war keine einfache Entscheidung, und wir sind traurig, dass wir unsere Verpflichtungen für die nächsten Jahre nicht einhalten können."

Rebellion war in der neuen WEC jahrelang ein populäres Privatteam und der erste, wenngleich chancenlose, Verfolger der großen Werke in der Topklasse LMP1. Nachdem sich alle bis auf Toyota aus dem Sport zurückzogen, schaffte es das Team dann schließlich doch zwei Mal ganz nach vorne - mit Siegen in Silverstone und zuletzt in Schanghai. In der aktuellen Fahrerwertung liegen sie mit dem Fahrertrio Gustavo Menezes, Norman Nato und Bruno Senna auf Platz drei hinter den beiden Toyotas.


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