WEC

Porsche jubelt nach dem Schrecken - Die LMP1-Stimmen zum Rennen

Am Ende hatten alle was zu feiern: Porsche den Sieg, Toyota alle Titel und Audi ein Podium. Das sagten die LMP1-Fahrer nach dem Rennen.

Porsche Team #14, Platz 1

Nachdem der Schrecken erst einmal verdaut war, platzten bei Porsche alle Dämme - Foto: Andre Lemes

Romain Dumas: "Es ist grandios, dass wir dieses Rennen hier für Porsche gewinnen konnten. Aber natürlich war es jetzt erst einmal wichtig für uns alle, dass Mark okay ist. Mein erster Einsatz heute endete wegen eines Reifendefekt hinten rechts früher als geplant. Vielleicht bin ich über Trümmerteilchen gefahren. Als ich später wieder ins Auto stieg, lief es viel besser. Das Grip-Niveau der Strecke war mittlerweile gestiegen und wir hatten den Reifendruck hinten verändert. Das Auto fuhr sich super."

Neel Jani: "Das war ein hartes Rennen – jede Runde Vollgas und gute Kämpfe mit dem Nummer-8-Toyota. Dass es am Schluss gereicht hat, ist unglaublich. Zusammen mit Romain und Marc habe ich die erste Poleposition und jetzt auch den ersten Sieg mit Porsche in der WEC erreicht. Das ist für mich eine Traumsaison. Der nächste Traum wäre der WM-Titel und ein Sieg in Le Mans. Wir hoffen, dass dies in der nächsten Zeit noch kommt. Jetzt liegen wir in der Fahrer-Weltmeisterschaft sogar auf Platz drei, wer hätte das gedacht?"

Marc Lieb: "Was für ein Tag für unser Team! Ich habe in der ersten Runde leider eine Position an einen Toyota verloren, er hat mich in einer Ecke mit Boost überrascht, in der ich nicht damit rechnete. Anschließend kam ich einfach nicht an ihm vorbei, obwohl ich das schnellere Auto hatte. Ich habe alles versucht, aber er hat sich sehr breit gemacht. Bei meinem zweiten Einsatz im Auto sammelten die Reifen beim Überrunden abseits der Ideallinie so viel Dreck auf, dass es wie fahren auf Eis war."

Toyota Racing #8, Platz 2

Anthony Davidson und Sebastien Buemi sicherten Toyota den Herstellertitel - Foto: Andre Lemes

Anthony Davidson: "So wollten wir die Hersteller-Weltmeisterschaft eigentlich nicht holen, aber es hat Spaß gemacht nach dem Sieg zu greifen. Wir hatten gar nicht erwartet, um den Sieg kämpfen zu können, also war das in gewisser Weise ein Bonus. Das zeigte heute auch, warum wir Weltmeister wurden, denn wir geben uns nie geschlagen. Wir machten Porsche bis zuletzt Druck. Auch wenn wir um die Chance gebracht wurden, bis zur Zielflagge zu kämpfen, so hat es doch Spaß gemacht. Glückwunsch an Porsche, die das ganze Wochenende über gute Arbeit leisteten. Ich möchte mich bei dem gesamten Team für all die harte Arbeit bedanken. Es hat großen Spaß gemacht Teil dieser Erfolgsgeschichte zu sein."

Sebastien Buemi: "Ich bin sehr glücklich, denn zusammen mit Anthony haben wir ein gutes Rennen abgeliefert. Wir haben uns auch Fehler geleistet, aber die Porsche-Jungs haben uns auch ganz schön unter Druck gesetzt und ich denke, sie haben sich diesen Sieg verdient. Wir sind ein wenig enttäuscht, denn wir gingen davon aus, dass wir bei einer Freigabe des Rennens hätten angreifen können. Doch insgesamt sind wir zufrieden mit unserer Leistung und dass wir zwei WM-Titel erringen konnten. Für uns war dies ein großartiges Jahr. Wir sind Fahrer- und Hersteller-Weltmeister und wir freuen uns schon aufs nächste Jahr."

Audi Sport Team Joest, Platz 3

Tom Kristensen verabschiedete sich standesgemäß mit Champagner - Foto: Andre Lemes

Lucas di Grassi: "Es war eines der härtesten Rennen der gesamten Saison. Zum Schluss wurde es mit dem Abschied von Tom noch einmal sehr emotional. Wir haben alles gegeben, aber leider kleinere Probleme gehabt. Wir haben dennoch nie aufgegeben. Es ist toll, beim Finale hier in meiner Heimatstadt São Paulo auf dem Podium zu stehen. Und besonders schön ist es, diesen Moment mit Tom teilen zu dürfen. Einfach unglaublich!"

Loïc Duval: "Ich freue mich über unseren gelungenen Saisonabschluss insbesondere für Tom. Das Rennen war alles andere als einfach. Aber wir waren wettbewerbsfähig und standen auf dem Podium – ein schöner Lohn für das Team. Und ich bin natürlich froh, dass Mark Webber von gravierenden Folgen verschont worden ist."

Tom Kristensen: "Vielen Dank an alle! Mein erstes Rennen mit Audi habe ich 2000 in Sebring auf dem Podium beendet, zum Schluss meiner Karriere stehe ich wieder auf dem Treppchen. Und das nach einem schwierigen Rennen. Um uns einen weiteren Boxenstopp zu ersparen, mussten wir zum Ende hin sparsamer fahren. Das traf dann mich. Es wurde noch einmal spannend, bis das Safety-Car kam. Glückwunsch an Porsche zum ersten Sieg und an Toyota zum Titel. Und ich freue mich, meine Karriere bei Audi mit dem besten Team der Welt verbracht zu haben. Emotional war es das beste Wochenende meiner Karriere."

Toyota Racing #7, Platz 4

Durch das Safety Car verpuffte der Angriff der Startnummer 7 auf das Podium - Foto: Andre Lemes

Alexander Wurz: "Als Team die Konstrukteurs Weltmeisterschaft zu gewinnen war einmalig, und für Toyota Racing mehr als verdient. Das Rennen hat Spaß gemacht, mir hat es gefallen. Das Auto lief prima, vor allem während meines zweiten Stints. Weniger spaßig fand ich die Durchfahrtsstrafe für einen Zwischenfall, der für mich normaler Positionskampf war. Egal, ich respektiere – wie sonst auch immer – die Entscheidung der Rennkommissare. Aber das ist schon schwer zu verdauen, wirft uns das doch vom dritten auf den fünften Rang der Fahrer-WM zurück. Wir waren heuer oft flott unterwegs aber hatten einfach nicht das nötige Glück während der Saison."

Stephane Sarrazin: "Eine gute Saison für Toyota und für mich. Wir sind Hersteller-Weltmeister, einfach irre. Das ganze Team hat so unglaublich hart gearbeitet, und nicht nur dieses Jahr, sondern seit Beginn dieses Projekts. Und dies ist nun der verdiente Lohn. Unser Auto war in jedem Rennen stark und das zeigt nur, wie gut das Team gearbeitet hat. Wir sind aber, was unser Auto betrifft, sehr enttäuscht von dieser harschen Bestrafung. Das kostete uns mehrere Positionen im Rennen und auch in der WM-Wertung, was schon enttäuschend ist."

Mike Conway: "Als das Rennen erst einmal in Gang war, entstand ein Dreikampf zwischen Toyota, Porsche und Audi. Und da ging es zur Sache. Die Strategien waren sehr unterschiedlich, aber wir zielten auf einen Podestplatz ab. Wir gaben über die gesamte Distanz hinweg ordentlich Gas, um das zu erreichen. Es ist ein Jammer, dass das Rennen am Ende nicht wieder frei gegeben wurde, denn ich glaube, beide Autos hätten noch Plätze gut gemacht. Natürlich ist es für Toyota dennoch ein großartiger Tag. Weltmeister zu werden, das war die Ansage für dieses Wochenende, riesiger Glückwunsch an alle. Großartig, Teil dieser Mannschaft zu sein."

Audi Sport Team Joest #2, Platz 5

Die Elektronik machte Marcel Fässler, Andre Lotterer und Benoit Treluyer einen Strich durch die Rechnung - Foto: Andre Lemes

Marcel Fässler: "Es war eine große Ehre für mich, zusammen mit Tom Kristensen in einem Team zu fahren. Einen derart großen Motorsportler zu verabschieden, ist natürlich ein riesiger Schritt und für uns ein Verlust. Was unser Auto anbelangt: Im Rennen hatten wir gleich zu Anfang Pech und mussten die Systeme neu starten. Das hat leider viel Zeit gekostet, danach haben wir eine Jagd nach vorn gestartet. Am Ende überwiegt die Freude als Vizeweltmeister. Es war ein harte, schwierige Saison, auf die wir mit diesem Endergebnis dennoch stolz sein können."

André Lotterer: "Wir haben zum Schluss noch einmal ein starkes Rennen gefahren. Ich freue mich besonders für Tom Kristensen, der sein Karriereende mit einem weiteren Podestplatz krönt. Wenn eine Rennlegende wie er seinen Helm an den Nagel hängt, ist das wirklich etwas Besonderes. Er war ein Vorbild für mich und hat mich stets inspiriert. Unser Rennen ist eigentlich bis auf ein paar Probleme, die uns leider das Podium gekostet haben, gut verlaufen. Ich hatte Spaß am Auto und das Tempo hat ebenfalls gepasst. Wir konnten auch die schnellste Rennrunde verbuchen."

Benoît Tréluyer: "Ich bin überglücklich, dass Tom in seinem letzten WEC-Rennen ein Podiumsergebnis feiern konnte. Er hat genauso wie seine Teamkollegen eine bemerkenswert starke Leistung gezeigt. Ich möchte zugleich Porsche zum ersten Sieg gratulieren. Es war für uns ein schwieriges Rennen und wir hatten einige Rückschläge. Dennoch war unser Auto schnell. Wir haben zum Schluss noch einmal Punkte gesammelt – das ist positiv."

Rebellion Racing #13, Platz 18

Der LMP1-L-Sieg von Kraihamer, Belicchi und Leimer war wenig wert - Foto: Andre Lemes

Dominik Kraihamer: "Das Rennen war hart für mich, da ich ein bisschen krank war, aber ich kann mit meinem Doppelstint zufrieden sein. Es war eine gute Saison mit Rebellion Racing. Ich möchte allen im Team für die harte Arbeit danken."

Andrea Belicchi: "Wir hatten viele Schwierigkeiten mit dem Auto bis Le Mans in diesem Jahr, aber dann sind wir zusammengewachsen und haben ein sehr gutes Team mit einem guten Spirit aufgebaut. Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr wieder gemeinsam mit Fabio und dodo fahren können und bin glücklich, mit ihnen drei Rennen diese Saison gewonnen zu haben."

Fabio Leimer: "Es war ein schwieriges Rennen, aber am Ende haben wir den Sieg geholt. In meinem letzten Stint war ich nicht glücklich mit meinen Bremsen, die gerade auf dieser Strecke sehr wichtig sind. Ich habe uf die Kupplung verloren, so dass das Safety Car un sletztlich geholfen hat, da wir keinen Splash mehr einlegen mussten. Es hätte schwierig werden können, das Auto nach dem Boenstopp wieder zu starten!"

Rebellion Racing #12, Platz 19

Nick Heidfeld erlebte in seinem vermutlich letzten Rennen für Rebellion viel Frust - Foto: Andre Lemes

Nicolas Prost: "Wir hatten verglichen mit unserem Schwesterfahrzeug eine gute Pace. Wir waren klar schneller und ich denke, wir hätten den Sieg recht einfach holen können. Aber wir hatten ein technisches Problem, was ein bisschen enttäuschend ist. Wir hätten die Saison gerne mit einem Sieg beendet, müssen uns jetzt aber mit Rang zwei zufrieden geben."

Nick Heidfeld: "Es war heute ein recht emotionales Rennen. Zunächst einmal war es das Letzte der Saison, dann gab es den großen Crash von Mark, und es war das letzte Rennen für Tom Kristensen, der der erfolgreichste Fahrer in Le Mans und den Sportwagen ist. Es war schön, ihn auf dem Podium zu sehen, eine gute Art, die Karriere zu beenden."

Mathias Beche: "Wir können stolz sein auf das, was wir dieses Jahr mit unserem neuen Auto erreicht haben. Klar, wir hatte ein par Zuverlssigkeitsprobleme in diesem Rennen, aber die sind nicht repräsentativ für die großen Fortschritte, die wir mit dem R-One dieses Jahr erzielt haben. Für mich war es eine große Ehre, mir das Cokpit mit Nico und Nick zu teilen. Ich habe eine Menge gelernt. Ich freue mich wirklich auf den nächsten Schritt mit diesem Auto."

Porsche Team #20, Ausfall

Nach Webbers furchtbarem Crash war erst einmal Durchatmen angesagt - Foto: Andre Lemes

Timo Bernhard: "Ich hatte einen perfekten ersten Stint, führte vom Start bis zum ersten Boxenstopp und konnte Mark das Auto mit zwölf Sekunden Vorsprung übergeben. Hier durch den Verkehr zu kommen, ist wirklich schwierig, vor allem gegen Ende meines ersten Turns hatte ich ein paar Mal Pech mit langsameren Fahrzeugen. Die Hitze war auch heftig. Mein späterer zweiter Einsatz war natürlich weniger schön, weil unser Auto nicht mehr die volle Leistung besaß. Aber im Nachhinein spielt das jetzt alles keine Rolle mehr – Hauptsache Mark ist nichts Ernsthaftes passiert."

Brendon Hartley: "Das war eine emotionale Achterbahn mit der entscheidenden Nachricht, dass Mark in Ordnung ist. Der Anfang meines ersten Stints verlief großartig, ich führte das Rennen an. Timo und Mark haben ganze Arbeit geleistet, das Auto in diese Position zu bringen, es fuhr sich fantastisch. Nach etwa zehn Runden haben wir leider etwas Motorleistung verloren, konnten uns nicht mehr verteidigen und sind zurückgefallen. Aber nach Marks Unfall ist das nur noch zweitrangig."


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter