WEC

Ausgelassene Stimmung bei Toyota - Fuji: Die LMP1-Fahrerstimmen zum Rennen

Toyota jubelt, Porsche freut sich, Audi grübelt: Alle Stimmen zum WEC-Rennen auf dem Fuji Speedway in Japan.

1. Platz: Toyota Racing #8

Anthony Davidson: "Es war ein absolut perfektes Rennen und ein perfektes Wochenende für uns alle bei Toyota Racing. Das war großartige Arbeit des gesamten Teams: Wir hatten das stärkste Auto, die richtige Strategie und großartige Boxenstopps. Platz eins und zwei bei unserem Heimrennen, besser könnte es nicht sein. Dass das Team hier drei Mal in Folge gewann, ist auch etwas besonderes. Unsere Führung in der Fahrer-WM haben wir ausgebaut und die Spitze in der Konstrukteurs-WM zurück erobert, als Team hätten wir uns nicht mehr wünschen können. Großes Dankeschön an alle, insbesondere an die Jungs der Toyota Motor Corporation, die uns übers Wochenende so großartig unterstützt haben."

Sébastien Buemi: "Fuji mit einem Doppelsieg und der Führung in beiden WM-Wertungen in der Tasche verlassen zu können, das ist schon ein sehr spezielles Gefühl. Nach dem Start war es recht mühsam, die Reifen auf Betriebstemperatur zu bekommen, und schon wurde ich in Positionskämpfe verwickelt. Diese erste Runde war komplett verrückt. Danach hielten wir aber das Zepter in der Hand. Anthony leistete, wie das gesamte Team, gute Arbeit. Ehrlich, so überlegen zu sein, hätten wir uns nicht träumen lassen. Aber das ist das Ergebnis harter Arbeit. Jetzt genießen wir den Augenblick, aber schon bald geht es an die Vorbereitung für die nächsten Rennen. Das Resultat heute setzt aber gute Vorzeichen für den Rest der Saison."

Dank des zweiten Platzes eroberte Toyota die Führung in der Herstellerwertung zurück - Foto: Toyota

2. Platz: Toyota Racing #7

Alex Wurz: "Gleich einen Doppelsieg einzufahren, ist unfassbar. Das hatten wir so nicht unbedingt erwartet. Die Strecke war recht knifflig, aber wir hatten unsere Hausaufgaben, was Reifenwahl und Abstimmung angeht, gemacht. Das ermöglichte uns, heute dieses Resultat heraus zufahren. So ein Doppelsieg macht alle glücklich: Die Fans, unsere Kollegen bei Toyota und vor allem das Team. Jetzt reisen wir zuversichtlich nach China."

Stéphane Sarrazin: "Ein brillantes Resultat für Toyota und das gesamte Team, einfach unfassbar. Das Team leistete großartige Arbeit und ein Doppelsieg ist das bestmögliche Resultat. Beide Autos waren schnell und wir haben uns gegenseitig nichts geschenkt. Ich freue mich sehr, wieder auf dem Treppchen zu stehen. Unsere Zielsetzung hier für Fuji war es, die Führung in der Konstrukteurs-WM zurück zu erobern und das haben wir geschafft. Nach dem Frust von Le Mans und Austin ist das ein riesiges Resultat für uns. Auf zum nächsten Rennen."

Kazuki Nakajima: "Meinen Glückwunsch an die Mannschaft der Nummer 8. Sie haben sehr gute Arbeit geleistet und gemeinsam haben wir ein großartiges Ergebnis für das Team erzielt, was fantastisch für die Konstrukteurs-WM ist. Schön, dass wir vor unseren heimischen Fans zeigen konnten, wozu wir fähig sind. Das Rennen verlief gut für mich, obwohl dies mein erster Start war, den ich in einem WEC-Lauf absolvierte, und es war zudem ziemlich knifflig wegen der unterschiedlichen Sprit-Strategien. Ich kam gut durchs Feld und wir waren recht flott. Ein sehr guter Tag also."

Für Mark Webber war es der erste Podiumsplatz in der World Endurance Championship - Foto: Porsche

3. Platz: Porsche Team #20

Timo Bernhard: "Meine beiden Stints verliefen ohne Probleme. Allerdings hat uns der vorzeitige Reifenwechsel in der Anfangsphase aus dem normalen Rhythmus geworfen. Deshalb bin ich praktisch nur gegen die Uhr gefahren, ohne auf der Strecke einen Gegner in Sicht zu haben. Das ist gar nicht so einfach. Dass die Reifen so viel Gummiabrieb aufsammelten, war tückisch. Wir haben aus eigener Kraft unser zweites Podiumsresultat erzielt – mehr konnten wir kaum erwarten. Auch für meine Mechaniker und Ingenieure freut mich das Ergebnis tierisch."

Brendon Hartley: "Ich habe das Rennen wirklich genossen. Toll, als Porsche-Werksfahrer zum zweiten Mal auf dem Podium zu stehen. Trotz des Reifendefekts kurz nach dem Start haben wir das Beste aus der Situation gemacht und auch Doppelstints mit den Reifen versucht. Ich bin wirklich stolz darauf, Mark und Timo als Teamgefährten zu haben. Wir alle, die Fahrer und das Team, haben in der bisherigen Saison eine steile Lernkurve hingelegt. Das müssen wir fortsetzen – dann können wir auch bald um Platz eins kämpfen. Das Auto war wirklich gut, wir haben hier zwei Schritte nach vorne gemacht."

Mark Webber: "Ich habe einen guten Start erwischt und konnte die Toyota unter Druck setzen, doch dann hat irgend etwas den hinteren rechten Reifen beschädigt – das war nicht gut für unser Rennen. Mit dem neuen Satz Pneus haben wir einen Doppelstint ausprobiert, dabei aber Zeit verloren. Der Plattfuß war bitter, aber Timo und Brendon haben den Porsche 919 Hybrid mit tollem Einsatz wieder auf Rang drei gebracht."

Die Porsche-Piloten in der Startnummer 14 haderten mit dem Pickup auf der Strecke - Foto: Porsche

4. Platz: Porsche Team #14

Romain Dumas: "Platz drei und vier ist ein gutes und wichtiges Resultat für das Team. Aber darüber vergessen wir nicht, dass auch weiterhin viel Arbeit vor uns liegt. Wir haben das Potenzial des 919 noch lange nicht ausgeschöpft."

Neel Jani: "Ich bin einen Doppelstint gefahren. Es war sehr schwierig, das Auto zu beherrschen. Wir konnten unmöglich mit einem Satz Reifen durchfahren. Ein großes Problem ist der viele Gummiabrieb auf der Strecke. Den sammeln die Reifen auf, sobald du zum Überrunden die Ideallinie verlässt. Danach ist es schwierig, das Zeug wieder loszuwerden. Je länger das Rennen dauerte, desto schlimmer wurde das natürlich."

Marc Lieb: "Ich bin mit unserem Porsche 919 Hybrid den Start und den Schlussturn gefahren. In der ersten Runde war auf der Strecke mit den ganzen Positionswechseln einiges los. Aber ich bin da sauber durchgekommen und war auch nachher bei den Überrundungen der GT-Autos vorsichtig. Die Reifen bauten gegen Ende des Stints zwar nicht so stark ab, wie wir erwartet haben, für einen Doppelstint hätte es aber nicht gereicht. Der Porsche 919 Hybrid ist definitiv besser geworden."

Perfektes Rennen und trotzdem überrundet: Die Audi-Piloten sind ratlos - Foto: Audi

5. Platz: Audi Sport Team Joest #1

Lucas di Grassi: "Wir haben nicht das erreicht, was wir uns vorgenommen hatten. Dabei sind wir im Prinzip kein schlechtes Rennen gefahren. Wir haben von Beginn an alles gegeben, hatten eine gute Strategie und auch gute Boxenstopps. Wir merken nun, dass es noch einiges zu verbessern gibt. Aber es gibt eben Kurse, auf denen man weniger konkurrenzfähig ist. Wir dürfen nun nicht resignieren, sondern wir müssen beim nächsten Rennen wieder besser sein."

Loïc Duval: "Wir haben heute alles probiert. Im Prinzip können wir uns nichts vorwerfen, denn uns sind keine Fehler unterlaufen und wir hatten auch keinerlei technische Probleme. Wir waren einfach nicht schnell genug. So ist der Rennsport eben manchmal. Wir müssen das analysieren und uns bis zum nächsten Rennen verbessern."

Tom Kristensen: "Gratulation an Toyota zum verdienten Sieg. Wir sind mit großen Erwartungen nach Japan gereist. Wir wollten unsere zahlreiche Fans hier mit einem schönen Ergebnis beschenken. Doch so sehr wir Japan lieben, so groß ist auch die Herausforderung für uns, auf dem Fuji International Cicuit zu bestehen."

Die Audi-Fahrer haben die WM-Hoffnung noch nicht aufgegeben - Foto: Audi

6. Platz: Audi Sport Team Joest #2

Marcel Fässler: "Es war ein schwieriges Rennen für uns, da wir das Tempo nicht mitgehen konnten. In meinem ersten Stint war es sehr schwierig, in einen vernünftigen Rhythmus zu kommen. Irgendwie habe ich die Balance nicht gefunden. Später fühlte sich das Auto zum Glück deutlich besser an. Doch insgesamt bin ich nicht zufrieden. Wir müssen das ganze Wochenende analysieren, nach vorn schauen und in Shanghai zurückschlagen."

André Lotterer: "Es ist kein tolles Ergebnis. Die Plätze fünf und sechs sind für uns sehr ungewöhnlich. Wir müssen der Tatsache ins Auge blicken, dass wir an diesem Wochenende das Potenzial nicht hatten. Wir haben im Rennen in jeder Hinsicht alles richtig gemacht. Daraus werden wir unsere Lehren ziehen und versuchen, uns zu verbessern. Die Meisterschaft ist weiterhin offen."

Benoît Tréluyer: "Es war ein schwieriges Rennen. Wir waren heute nicht schnell genug für einen Platz auf dem Podium. Wir haben an verschiedenen Stellen einfach zu viel Zeit auf die Konkurrenz verloren. Aber so ist Motorsport. Wir müssen uns verbessern, um auch auf einem Streckenlayout wie diesem ganz vorn zu sein. Jetzt beginnt die Vorbereitung auf das nächsten Rennen."


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