Superbike WSBK

WSBK Phillip Island 2018: So hat Flag-to-Flag Lauf 2 verändert

Das 2. Superbike-Rennen 2018 auf Phillip Island startete unter Flag-to-Flag-Regeln. Wir zeigen, wie das den WSBK-Rennverlauf in Australien verändert hat.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Die Superbike-WM entschloss sich beim Saisonauftakt 2018 auf Phillip Island zu einem historischen Schritt: Erstmals in der WSBK-Geschichte wurde ein trockenes Rennen nach Flag-to-Flag-Regeln abgehalten. Ein Schritt, der in Australien allerdings notwendig war. Im ersten Rennen spielte die Haltbarkeit der Reifen eine entscheidende Rolle, bei vielen Piloten wie etwa Jonathan Rea brachen sie ein. Doch welchen Einfluss hatten die Flag-to-Flag-Regeln auf den Rennverlauf am Sonntag.

Superbike-WM: Stopp sorgt für wenig Taktik-Geplänkel

Zunächst einmal mussten die Fahrer nicht taktieren und mit ihrem Reifenmaterial haushalten. Der Grund: Statt der ursprünglichen vollen Renndistanz von 22 Runden waren auf einem Satz Reifen maximal zwölf Umläufe erlaubt. Damit wurde ein Pflichtboxenstopp zwischen Runde zehn und zwölf fällig. Ein Einbruch wie bei Jonathan Rea am Samstag oder im Vorjahr bei den Milwaukee-Aprilia, war damit nicht zu sehen.

So konnten die Fahrer von den ersten Metern an attackieren und Vollgas geben - für Phillip Island wegen des Highspeed-Charakters der Strecke eigentlich untypisch. Auch im Zweikampf gingen die Superbike-Fahrer aggressiver zu Werke. Berührungen, wie schon beim MotoGP-Rennen im vergangenen Oktober, waren an der Tagesordnung. Eine richtige Strategie konnte daher zwar nicht greifen, doch die ruppigere Fahrweise sorgte bei einigen Piloten für ein Lächeln im Gesicht. Sie hatten ihren Spaß mit dem Rennen.

Gefährliche Situationen bei der Boxenausfahrt

Die Pflichtboxenstopps im Rennen waren ein Novum für das WSBK-Feld. Um den Teams genügend Zeit für den Reifenwechsel einzuräumen, wurde im Vorfeld eine Mindeststandzeit von 63 Sekunden beschlossen. In einigen Fällen sorgte diese großzügig bemessene Mindeststandzeit dafür, dass die Fahrer wie etwa Jonathan Rea während des Stopps noch einen Schluck zu sich nehmen konnten, bevor es wieder auf die Piste ging.

Auf die Piste gehen ist das richtige Stichwort, denn die Boxenausfahrt war dann wieder ein großes Thema. Auf Phillip Island fahren die Piloten auf der Außenbahn der schnellen ersten Kurve wieder auf Strecke. Das sorgte für einige brenzlige Situationen, denn die Ideallinie liegt am Kurvenausgang auf der Außenseite und so kann es vorkommen, das sich die Linien kreuzen. Xavi Fores etwa beschwerte sich darüber, dass ihm die Gegner direkt vor die Nase gefahren sind, als er sich wieder einscherte. Doch werfen wir selbst einen Blick auf die Aussagen.

Phillip Island: Das sagen die WSBK-Fahrer zum Flag-to-Flag-Rennen

Marco Melandri: "Das war ein sehr verrücktes Rennen. Mit dem Reifenwechsel war ein sehr schwer, sich eine Strategie für das Rennen zu überlegen. Viele Fahrer konnten für acht, neun Runden schnell sein. Einige Fahrer, die sonst nicht um den Sieg kämpfen, haben einfach Vollgas gegeben ohne nachzudenken. Das war sehr schwierig, vor allem mit dem Reverse Grid."

Xavi Fores: "Es war ein verrücktes Rennen mit den Flag-to-Flag-Regeln. Das war etwas beängstigend als wir wieder aus der Box raus sind. Aber bei Flag-to-Flag habe ich solche gewagten Manöver erwartet. Beim Reifenwechsel musste man ja mindestens 63 Sekunden in der Box verbringen, und ich habe gewartet und gewartet. Auf meiner Outlap haben mich Marco und ich glaube Chaz eingeholt und es war etwas beängstigend, denn ich bin rausgefahren und sie kamen mit vollem Speed an."

Leon Camier: "Der Boxenstopp hat viel verändert, alle waren viel aggressiver unterwegs. Man hat gesehen, wie Eugene vorne gleich angezogen hat. Johnny machte einen Fehler am Ausgang der letzte Kurve und hatte fast einen Highsider. Alle haben von Anfang an so sehr gepusht, die Zeiten waren wirklich stark. Das hat für hartes Racing gesorgt, alle haben bis ans Limit gepusht. Aber es hat auch viel Spaß gemacht. Das hat etwas Würze ins Rennen gebracht."

Michael Van Der Mark: "Ich glaube, jeder hatte Spaß. Alle haben einfach alles gegeben und nicht auf die Reifen geschaut. Jeder wollte an der Spitze sein. Für die Zuschauer war das einfach unglaublich."


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