Vor dem Hintergrund der Dolimiten stellte Ducati am Mittwoch die neue Desmosedici GP10 vor. "Die größten Veränderungen am Motorrad beziehen sich auf die Regeländerungen, also konzentrierte sich der Hauptteil der Arbeit darauf, eine bessere Performance mit nur noch sechs Motoren für die gesamte Saison zu erzielen", erklärte Claudio Domenicali.

"Das ist ein sehr großer Unterschied, weil wir es gewohnt waren, mehr oder weniger einen Motor pro Rennen zu verwenden." Von 18 auf nur noch 6 Motoren zurück zu gehen, sei ein sehr großer Schritt. "Alle Hauptteile des Motors wurden überarbeitet Kolben, Kurbelstangen, Kurbelwelle, die Grundlagen. Unser erstes Ziel war es, den Leistungsverlust zu minimieren und die Haltbarkeit zu erhöhen."

Mehr Fahrbarkeit

Die zweite große Neuigkeit hat nichts mit den Regeln zu tun, sondern ist Ducatis Versuch, das Motorrad fahrbarer zu machen. "Dabei geht es um die Zündreihenfolge. Unser Motor ist seit dem Wechsel auf 800er ein Screamer", so Domenicali. "Dadurch konnten wir die maximale Leistung herausholen, was sehr wichtig und eine Grundlage für unsere Erfolge in den Jahren 2007, 2008 und 2009 war. Aber ab einem gewissen Punkt begannen wir, uns zu überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, einen Weg zu überprüfen, den wir schon in der Vergangenheit gegangen waren."

Dabei machte man sich bisherige Erfahrungen zunutze: "Unsere letzten 1000er Motoren aus den Jahren 2005 und 2006 hatten eine Big-Bang-Zündreihenfolge und damit hatten wir eine gute Fahrbarkeit. Wir haben dies erneut getestet, zunächst auf dem Prüfstand, dann mit Vittoriano Guareschi in seiner alten Rolle als Testfahrer und am Ende mit Nicky und Casey."

Die Ergebnisse sollen sich in der GP10 wiederspiegeln: "Wir glauben, dass unser Motorrad für 2010 eine bessere Traktion hat und es deswegen einfacher ist, ein gutes Setup zu finden." Weitere Arbeit floss in das Chassis. "Auf der Jagd nach weniger Verschleiß versuchten wir, das Rutschen aufzuheben - deshalb haben wir das gesamte Heck des Motorrads neu designt. Die hintere Struktur trägt den Fahrer - wir nennen das die Sitzunterstützung. Das unterstützt auch die Schwinge." Ducati baute diesen Bereich so um, dass es sechs statt nur vier Ansatzpunkte gibt. "Dadurch wird das Motorrad steifer und das garantiert eine bessere Fahrbarkeit."