Zum vorerst letzten Mal gastiert die MotoGP an diesem Wochenende auf Phillip Island, denn im kommenden Jahr wird nach Adelaide verlagert. Wer nun gehofft hat, den Grand Prix auf der spektakulären Highspeedstrecke zum Abschluss nochmal in vollen Zügen genießen zu können, scheint aber enttäuscht zu werden. Denn es droht abermals ein Wetterchaos auf der Insel im Süden von Melbourne, welches vielleicht sogar für einen Umbau des Zeitplans zum Australien-GP sorgen könnte.

MotoGP fürchtet Schlechtwetter am Sonntag auf Phillip Island

Soll es am Freitag noch recht sonnig zugehen, wird beginnend mit dem Samstag zum aktuellen Zeitpunkt immer schlechter werdendes Wetter prognostiziert. Rund um die geplante Startzeit des Sprints (6:00 Uhr MEZ) werde laut offiziellen Angaben der MotoGP ein Regenschauer beginnen, der fast den kompletten Sonntag über anhalten könnte. Die Wahrscheinlichkeit auf Regen am Morgen während des Warm Ups (0:40 Uhr MEZ) liegt aktuell etwa bei 95 Prozent und am Nachmittag während des Grands Prix (4:00 Uhr MEZ) bei 84 Prozent.

Die MotoGP könnte 2026 wieder im Regen fahren müssen, Foto: IMAGO / Icon Sportswire
Die MotoGP könnte 2026 wieder im Regen fahren müssen, Foto: IMAGO / Icon Sportswire

Es dürfte also nass werden, doch das ist nicht die größte Sorge der Königsklasse. Dies ist einmal mehr der Wind, der auf Phillip Island ungebrochen vom Pazifik über die Rennstrecke donnert. Es wird pünktlich zum Rennen zwar nur mit durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten von 14 km/h gerechnet, einzelne Böen könnten laut aktueller Prognose aber bis zu 35 km/h erreichen und damit sind wir dann längst nicht mehr in einem Bereich, in dem sich problemlos Motorradfahren lässt. Zur Einordnung: In der Beaufort-Windskala wird bei solchen Windgeschwindigkeiten von "einer frischen Brise" gesprochen. Kleine Laubbäume beginnen zu schwanken und der Wind seit deutlich hörbar.

"Es könnte schwierig werden, an Samstag und Sonntag zu fahren", fürchtete Francesco Bagnaia am Donnerstag deshalb. "Am Sonntag brauchen wir vielleicht den Jetski", versuchte sich Brad Binder gar in Galgenhumor und ordnete anschließend ein: "Die Menge an Niederschlag könnte ein Problem werden, speziell aber der Wind. Wenn der über die Strecke pfeift, wird es herausfordernd. Du hast hier auf dieser Strecke kaum Platz für Fehler. Außerdem ist es nicht einfach, die Bremsen auf Temperatur zu halten und auch die rechte Flanke vom Reifen wird schnell eiskalt. Das könnte also ein Abenteuer werden."

Anpassung des MotoGP-Zeitplans zum Australien-GP nötig?

"Sonntag scheint ein verrückter Tag zu werden", meinte auch Fabio Di Giannantonio und ließ daraufhin durchklingen, dass es in den nächsten Stunden und Tagen durchaus noch Veränderungen am Ablauf des Wochenendes auf Phillip Island geben könnte: "Das Gute ist, dass wir es jetzt schon wissen und einen schlechten Tag für alle Klassen verhindern können. Wir sprechen über den Zeitplan und darüber, ob wir ihn anpassen können, um die Rennen in besseren Bedingungen durchzuführen."

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Es könnte also wie 2023 laufen. Damals reagierte die MotoGP auf eine Schlechtwetterprognose für den Sonntag mit der Verschiebung des Grand Prix auf den Samstag, während die Rennen von Moto3 und Moto2 sowie der Sprint der MotoGP am Sonntag jeweils eine Stunde nach vorne verlegt wurden. Zudem gab es Warm Ups für alle drei Klassen, um sich an die Bedingungen herantasten zu können - mit einem Teilerfolg. Die Rennen von Moto3 und Moto2 konnten noch über die Bühne gebracht werden, einzig der Sprint der MotoGP musste letztlich abgesagt und ersatzlos gestrichen werden.

Ob es beim letzten Tanz von Phillip Island nun zur Wiederholung kommt? Klar ist jedenfalls, dass die Prognosen für den Rennsonntag nach aktuellem Stand nicht ganz so schlecht aussehen wie 2023. Damals wurden Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h befürchtet, womit wir laut Beaufort-Windskala längst von "sturmähnlichen Bedingungen" und "erheblichen Behinderungen beim Gehen" sprechen. "Das war apokalyptisch", blickte Alex Rins am Donnerstag zurück. Diesmal sind es aber 'nur' 35 km/h, die erwartet werden. "Auf Phillip Island weißt du es nie. Es kann extrem kalt und innerhalb weniger Stunden auch wieder sehr sonnig sein", wollte Di Giannantonio die Hoffnung auf einen normalen Wochenendablauf deshalb noch nicht aufgeben. "Wir werden sehen."

So oder so, es warten spannende Stunden auf die MotoGP. 2023 wurde die Entscheidung zur Anpassung des Zeitplans am Freitag nach den Trainings getroffen. Sollte sich dieses Szenario 2026 nochmal wiederholen, ist hierzulande folglich bis 12 Uhr MEZ am Freitag mit einer Verkündung zu rechnen. Falls eine entsprechende Meldung kommen sollte, informieren wir euch auf Motorsport-Magazin.com natürlich sofort. Damit ihr das nicht verpasst, könnt ihr beispielsweise unseren WhatsApp-Kanal abonnieren. Wie das schnell und einfach geht, erfahrt ihr hier: