Es war ein unrühmliches Ende der MotoGP-Saison 2025, das Marc Marquez im letzten Spätherbst erlebte. Nur sieben Tage, nachdem er sich in Motegi endlich wieder zum Weltmeister gekrönt hatte, verletzte er sich bei einer Kollision mit Marco Bezzecchi im Indonesien-GP folgenschwer und musste die restlichen vier Grands Prix des Jahres vom heimischen Sofa aus verfolgen. Während seine MotoGP-Kollegen die zurückliegende Winterpause dann für Urlaub und Erholung nutzten, musste er für das Comeback schuften. Und das verlief offenbar nicht immer nach Plan.
"War ein harter Winter" - Marc Marquez klärt über Fitnesszustand auf
"Es war wieder einmal ein langer Winter", berichtete Marquez am Montag im Rahmen des Ducati-Launches in Madonna di Campiglio. Mit schweren Verletzungen, Operationen, langen Zwangspausen und Rehas kennt sich der 32-Jährige inzwischen ja bestens aus. Und doch musste er gestehen: "Es war diesmal härter, als ich Anfangs gedacht hatte. Es lief zu Beginn eigentlich alles ganz gut, doch dann hatten wir ein paar Probleme. Meine Rückkehr auf das Motorrad hat sich verzögert."
Ursprünglich hatten Marquez und die behandelnden Ärzte gehofft, um eine Operation herumzukommen. Schließlich war aber doch ein Eingriff nötig, der Mitte Oktober erfolgreich und ohne Komplikationen durchgeführt wurde. Daraufhin wurde der rechte Arm erstmal ruhiggestellt, erst rund um das Saisonfinale in Valencia einen Monat später konnte die Reha beginnen. "Alles in allem läuft es gut", hatte Marquez damals noch berichtet. Danach wurde es ruhig um seine Person, erst kurz vor Weihnachten postete er von seinem Comeback auf einer Motocross-Maschine und zu Beginn des neuen Jahres von seiner Rückkehr auf Rennmotorräder von Ducati, die Panigale V2 und V4.
Zu welchem Zeitpunkt es in diesem Zeitraum zu welchen Problemen gekommen war, wollte Marquez am Montag nicht verraten. Dafür aber, was ihm aktuell noch die größten Kopfschmerzen bereitet: "Die Ausdauer. Ich kann am ersten Tag schon sehr gut fahren, aber am zweiten Tag falle ich dann stark ab. Daran müssen wir also noch arbeiten. Auf eine Runde bin ich schon wieder auf meinem normalen Level, aber nicht auf die Distanz." Etwas Arbeit im Fitnessstudio wartet also noch auf die Nummer 93, um auch wieder über ein komplettes Rennwochenende abliefern zu können. Grundsätzlich sieht sich Marquez aber im Soll: "Ich fahre jetzt schon wieder auf eine gute Art und Weise. Es sieht so aus, als würde alles gut verlaufen. Das Hauptziel ist es, 100-prozentig fit in Thailand [Saisonstart, Anm.] anzukommen."
Marc Marquez: MotoGP-Titel 2026 das klare Ziel, aber kein Muss
Knapp anderthalb Monate verbleiben Marquez bis dahin noch. Ernsthafte Zweifel, dass der Superstar aus Cervera das nicht schaffen würde, gibt es nicht. "Ich kann sagen, dass ich zumindest nahe der 100 Prozent in Thailand sein werde", legte er nach. Und das ist auch wichtig, denn die Zielsetzung für die MotoGP-Saison 2026 ist klar. "Wir müssen wieder um den Titel kämpfen", machte Marquez keinen Hehl aus seinen Ambitionen. "Diesen Druck haben wir. Wenn du für das Ducati Lenovo Team fährst, musst du um den Titel kämpfen. Das werden wir versuchen zu tun. Deshalb habe ich über den Winter hart gearbeitet und mich gut erholt. Dieser Prozess läuft immer noch, aber das Ziel ist definitiv, um die Weltmeisterschaft zu kämpfen."
Ein weiterer Titelgewinn würde Marquez' Konto auf acht Weltmeisterschaften in der Königsklasse aufstocken. Das gelang vor ihm nur MotoGP-Legende Giacomo Agostini. Eine zusätzliche Motivation für den Ducati-Star? Marquez winkt ab: "Ich habe die größte Herausforderung meiner Karriere schon geschafft. Ich bin von diesem Albtraum zurückgekommen und letztes Jahr haben wir den Kreis geschlossen." Alles, was jetzt noch kommen mag, sei also nur noch die Kirsche auf der Sahnetorte: "Natürlich werde ich wieder versuchen, um den Titel zu kämpfen. Aus diesem Grund bin ich ein MotoGP-Fahrer. Und wenn wir die Weltmeisterschaft gewinnen, dann nehme ich das auch gerne mit. Aber wenn nicht, dann ist das auch kein Desaster."
Wie sich Marc Marquez bei der Mission Titelverteidigung schlägt, können deutsche MotoGP-Fans auch 2026 wieder im Free-TV verfolgen. In diesem Artikel erfahrt ihr, welche Rennen in der neuen Saison von ServusTV bzw. DF1 gezeigt werden:



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