Die MotoGP-Welt blickt an diesem Wochenende eigentlich nur auf eine Person: Marc Marquez. Der spanische Superstar kann sich am Sonntag zum ersten Mal seit 2019 wieder zum Weltmeister krönen und hat dies inzwischen auch als klares Ziel ausgegeben. Klar, dass Marquez da aktuell alle Schlagzeilen gehören. Dabei hätte ein Landsmann des 32-Jährigen aus Cervera das Rampenlicht am Donnerstag wohl genauso verdient.
Die Rede ist natürlich von Pedro Acosta. Der heutige KTM-Werkspilot fuhr im Vorjahr beim Japan-Grand-Prix nämlich zum bislang einzigen Mal in seiner MotoGP-Karriere auf die Pole Position und lag im Sprint auch lange auf Kurs für seinen ersten Sieg in der Königsklasse, ehe er dreieinhalb Runden vor Schluss aufgrund eines "dummen Fehlers" im Kiesbett landete. Eine vertane Chance, denn so nahe kam der Youngster aus Mazarron, der seinerzeit noch für GasGas-Tech3 fuhr, der obersten Podeststufe seither nicht mehr. Gibt es ausgerechnet zwölf Monate später an gleicher Stelle die Chance zur Wiedergutmachung?

Pedro Acosta in MotoGP-Topform, aber ohne Ambitionen
Zum engeren Favoritenkreis muss man Acosta vor dem Japan-Grand-Prix jedenfalls zählen, nicht nur aufgrund der Performance im letzten Jahr. Spätestens seit der Sommerpause 2025 befindet sich die Startnummer 37 nämlich im Aufwind, verpasste die Top-Fünf seither einzig im Ungarn-Sprint aufgrund eines Sturzes und im San-Marino-GP aufgrund einer gerissenen Kette. Einzig Marc Marquez (168) und Marco Bezzecchi (99) holten aus den letzten fünf Rennwochenenden mehr WM-Punkte als Acosta (89). Die Vorzeichen stehen also gut, dass auch in Motegi wieder einiges gehen könnte.
Von einer möglichen Favoritenrolle wollte Acosta am Donnerstag allerdings nichts wissen. "Ja, letztes Jahr war ich hier vom ersten Moment an konkurrenzfähig. Aber warten wir erst ab, was dieses Jahr passieren wird. Wenn ich ehrlich bin, erwarte ich mir aktuell gar nichts. Warten wir einfach den Freitag ab und arbeiten hart", spielte der 21-jährige KTM-Pilot seine Chancen im MotoGP-Format 'Gear Up' herunter. Warum er sich so pessimistisch zeigte? "Unser Motorrad hat sich stark verändert, hat jetzt eine bessere Balance. Letztes Jahr waren wir auf der Bremse stark, dieses Jahr sind wir das nicht mehr ganz so sehr."
KTM verliert große Motegi-Stärke - um in Summe noch besser zu werden?
Mit vielen langsamen 90- oder 180-Grad-Kurven ist das Mobility Resort von Motegi eine der klassischen Stop-and-Go-Kurse schlechthin im Rennkalender der MotoGP, hartes Anbremsen spielt neben dem Kurvenausgang eine zentrale Rolle. Daher könnte sich das veränderte Bremsverhalten der KTM RC16 durchaus negativ auf die Performance Acostas in Motegi auswirken. Gleichzeitig könnte die verbesserte Balance allerdings auch Rundenzeit in anderen Streckenabschnitten bringen und dass die orangene Maschine auch 2025 noch auf Stop-and-Go-Kursen funktioniert, zeigte sich bereits beim Heimspiel in Spielberg. Dort holte Acosta die Plätze drei und vier und auch Brad Binder sowie Enea Bastianini mischten jeweils mit den Plätzen fünf und sieben vorne mit.
Womöglich hätte es am Red Bull Ring sogar noch zu mehr gereicht, wäre das Qualifying nicht - zum wiederholten Male - in die Hose gegangen. Nach Platz zwei im Training und Rang drei im FP2 gelang Acosta nur Startplatz sieben. "Das Q2 ist aktuell unsere Schwachstelle. Wir sind bis zum Qualifying immer in den Top-Fünf und dann schaffen wir es nur in die dritte Reihe", haderte der Moto2-Champion von 2023. In genau diesem Bereich müsse sich KTM also bis zum Saisonende noch verbessern, denn "wir verlieren viel Zeit in der Anfangsphase des Rennens durch das Überholen. Das ist zwar im TV ziemlich schön anzusehen, aber für das Rennergebnis ist das nicht ganz so gut."
Motegi könnte daher wie gerufen kommen, fand sich Acosta dort doch letztmals in der ersten Startreihe wieder. Gelingt ihm eine Wiederholung, kann er sicherlich auch optimistischer gen Sprint und Grand Prix blicken als aktuell. Doch was meint ihr: Kann Acosta beim Japan-GP mal wieder um den Rennsieg mitkämpfen? Gebt uns eure Prognosen in den Kommentaren ab!



diese MotoGP Nachricht