Der mit Muskelkraft betriebene Radsport ist auch im Paddock der MotoGP sehr beliebt. Viele Fahrer haben eine Leidenschaft für das Fahrrad, Aleix Espargaro ist nach dem Karriereende sogar offiziell Teil eines Profiradsportteams. Im Land der legendären Tour de France gab sich vor dem Rennen in Le Mans ein ganz besonderer Gast die Ehre und fuhr mit den Stars der Motorrad-Szene um die Wette.
Tour-Legende Mark Cavendish fordert die MotoGP-Stars
Die Rede ist von Radsport-Star Mark Cavendish. Spätestens mit Tour-de-France-Etappensieg Nummer 35 im Jahre 2024 hat sich der Sprinter von der Isle of Man in die Geschichtsbücher des Sports gefahren. Damit übertraf er den Uralt-Rekord von Überfahrer Eddy Merckx, der Jahrelang als unerreichbar galt. Am Donnerstag trat der mittlerweile zurückgetretene Rekordmann auf der Rennstrecke gegen die MotoGP-Fahrer an.

Unter dem Motto 'Le Tour de MotoGP' tauschten die Motorrad-Fahrer die Lederkombi gegen Fahrradklamotten ihrer Teams. Besonders großes Interesse herrschte bei den spanischen Piloten, doch auch Fabio Di Giannantonio oder Lokalmatador Johann Zarco waren mit dabei.
Am Ende des Radrennens kam es dann sogar zu Cavendishs Spezialdisziplin, einem Zielsprint. Eigentlich eine klare Sache, oder? Nein! Denn in der MotoGP gibt es einen anderen Sprint-König. Selbst auf dem Fahrrad war Marc Marquez im Sprint nicht zu schlagen. Auf dem Motorrad hatte er bisher jedes der fünf Kurzrennen am Samstag für sich entscheiden können.
Cavendish beeindruckt: Vor neun Jahren war Marc Marquez noch kein Radrennfahrer
Cavendish zeigte sich vom Sportsgeist der MotoGP-Fahrer begeistert: "Sie haben es alle sehr ernst genommen, das ist wirklich schön. Ich hoffe ihnen hat die Fahrt gefallen. Das ist hier nicht einfach in Le Mans. Da sind einige Hügel drin, die du im Fernsehen nicht siehst. Da ist es einfach, sich am Anfang zu übernehmen. Aber ich war sehr beeindruckt."

Am Ende stach wie zumeist einer heraus. "Am meisten war ich von Marc [Marquez] beeindruckt. Wir haben das schon einmal vor neun Jahren gemacht. Da war er noch jung und ich dachte mir: Ok, der ist kein Radfahrer. Aber was er da am Ende durchgezogen hat, das war wirklich beeindruckend", sprach der Profi ein großes Kompliment aus.
"Mark Cavendish gab im letzten Sektor mächtig Gas, um eine Lücke vor dem Sprint zu reißen. Beim Sprint selbst wusste ich dann aber, dass ich da eine gute Pace habe", gab Marquez zu seinem erneuten Triumph an. Für ihn ist es kein Wunder, wie gut sich die MotoGP-Fahrer schlugen: "Es geht bei uns nicht nur um den Gashebel. Wir sind auch Athleten und wir trainieren zuhause. Manche laufen mehr, andere fahren mehr mit dem Rad."
Francesco Bagnaia scherzt: Meinen Beinen geht’s gut, weil ich nicht gefahren bin
Am Ende gab es aber wohl nur Gewinner bei der besonderen Aktion zur Einstimmung auf den Frankreich Grand Prix. "Das war eine sehr schöne Veranstaltung. Eine Runde mit Mark Cavendish zu fahren... ich bewundere stets die Athleten anderer Sportarten", gab Marquez an. Auch der Brite schwärmte: "Ich bin ein großer Fan der MotoGP, wir schauen immer von zu Hause zu. Hierher zu kommen ist dann aber etwas Besonderes. Motorrad-Fans sind anders drauf und ich liebe es."

Und sogar diejenigen, die nicht mitfuhren, könnten Gewinner sein. Marc Marquez' Teamkollege Francesco Bagnaia witterte scherzhaft einen Vorteil für das Wochenende: "Ich fühle mich gut. Ich bin glücklich, keine Probleme mit meinen Beinen nach einem Radrennen zu haben, welches ich nicht bestritten habe." Ab Freitag steht dann wieder Rennaction mit eingebautem Motor an.



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