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MotoGP

Fabio Quartararo: So geht es ihm nach dem üblen Crash

Mit schmerzverzerrtem Gesicht lag Fabio Quartararo nach einem Sturz im FP2 in Silverstone am Boden. Am Abend klärte der MotoGP-WM-Leader über den Crash auf.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Es hätte einer dieser Momente sein können, die eine MotoGP-Saison völlig auf den Kopf stellen. Fabio Quartararo verlor im 2. Freien Training von Silverstone in Kurve acht die Kontrolle über das Hinterrad seiner Yamaha. Als sich ein Highsider anbahnte, ließ der Franzose seine Maschine rechtzeitig los, wurde von ihr aber hart am Bein getroffen. Quartararo musste von einem Marshall gestützt die Unfallstelle verlassen. Eine schwere Verletzung hätte ihm möglicherweise die WM kosten könnte.

So schlimm kam es glücklicherweise nicht. "Es ist nur eine Verstauchung des Knöchels. Mir geht es gut", gab Quartararo am Abend Entwarnung. Seine Medienrunde wurde zuvor aufgrund von genaueren Untersuchungen verschoben. "Auf dem Motorrad habe ich eigentlich keine Schmerzen. Das ist das Wichtigste. Am Samstag sollte alles wieder ziemlich normal sein. Der Knöchel kann höchstens etwas entzündet sein."

Bei seiner Rückkehr an die Box nach dem Crash hatte Quartararo sichtlich Probleme, die Treppe zu seinem Raum im Team-Truck hochzukommen. Umso erstaunlicher, dass er anschließend die klare Tagesbestzeit hinlegte und den Rest des Feldes um mehr als eine halbe Sekunde hinter sich ließ. "Es war gut, dass ich in Eile war und keine Zeit zum Ausruhen hatte", so Quartararo. "Ich bin gestürzt und wollte sofort zurück auf das Motorrad, aber der Marshall hat mir gesagt, dass ich vorher ins Medical Center muss. Das habe ich gemacht, bin dann zurück zur Box, habe mich umgezogen und bin zurück auf das Motorrad. Es ist alles so schnell gegangen, dass ich gar keine Zeit hatte, um über den Sturz nachzudenken. Ich war auf einer Mission und wollte möglichst viele Runden drehen.

Fabio Quartararo sieht Reifen als Sturzursache

Wie aber kam es überhaupt zu dem etwas ungewöhnlichen Sturz? "Ich war gar nicht wirklich am Limit. Der harte Hinterreifen war bei diesen Verhältnissen einfach eine Katastrophe", verrät der Yamaha-Star. " Es war ein Fehler von uns, diesen Reifen überhaupt zu verwenden. Da sind wir ein unnötiges Risiko eingegangen. Ich wäre schon vor meinem Crash ein paar Mal fast gestürzt und in Kurve acht hat es mich dann schließlich erwischt. Für mich war es wichtig, nach dem Sturz noch super Runden auf dem Medium zu drehen. Ich war wirklich schnell, obwohl ich nicht extrem gepusht habe. So zwei Mal eine Zeit von 2:00.1 zu drehen ist sehr positiv. Der Sturz hat mich nicht gebremst und ich konnte sofort wieder Vollgas geben."

Quartararo kam also mit einem blauen Knöchel davon. Er ist sich aber im Klaren darüber, dass sein Crash auch ganz anders enden hätte können: "Ich habe das Motorrad wohl im idealen Moment losgelassen. Bei einem Highsider wäre ich richtig hoch geflogen und hätte jetzt mit Sicherheit größere Schmerzen. Es hätte also definitiv schlimmer ausgehen können. Ich hatte definitiv Glück, mich nicht schwer zu verletzen."


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