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MotoGP

Saudi-Sponsor klärt auf: 18 Mio. Dollar pro Jahr für Rossi-Team

Hinter der Finanzierung von Valentino Rossis MotoGP-Team tauchten zuletzt Fragezeichen auf. Nun stellte das saudische Königshaus einiges klar.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Valentino Rossi wird 2022 zum ersten Mal seinen VR46-Rennstall in der MotoGP-Klasse an den Start bringen. Das wurde bereits Ende Juni offiziell bekanntgegeben. Damals wurde der saudische Öl-Gigant Aramco als Geldgeber des Projekts genannt, was der Konzern zuletzt aber öffentlich bestritt. Das wiederum warf einige Fragen auf, ob das VR46-Projekt denn auf so stabilem Fundament steht wie erhofft.

Am Donnerstag meldete sich Prinz Abdulaziz bin Abdullah Al Saud, der den Deal eingefädelt hat, in einem Videocall zu Wort, zu dem allerdings nur eine kleine handverlesene Auswahl italienischer Motorrad-Reporter zugelassen war. Mit diesem Auftritt versuchte er, die Zweifel hinter der Finanzierung des VR46-Teams aus dem Weg zu räumen.

"Wir finalisieren gerade die letzten Details mit den vier involvierten Ministerien Sport, Finanzen, Internationale Finanzen und Medien", wir der saudische Prinz von unseren Kollegen von "GPone" zitiert. "Am nächsten Mittwoch wird es dazu eine offizielle Regierungskonferenz geben, in der wir alle Details darlegen."

MotoGP-Talk: Valentino Rossi bleibt Racer - wo fährt er 2022?: (17:49 Min.)

Deal nächste Woche final abgesegnet?

Das Sponsor-Dementi sei demnach einem Missverständnis innerhalb des saudischen Königshauses bzw. der nicht optimalen Kommunikation zwischen der für das MotoGP-Projekt zuständigen Tanal Holding und Aramco geschuldet. So versicherte der Prinz: "Der Vertrag (mit Rossi; Anm.) ist bereits unterzeichnet und wir werden den kompletten Betrag in der nächsten Woche überweisen."

Dabei soll es sich um rund 18 Millionen US-Dollar (ca. 15,4 Mio. Euro) für das erste Jahr handeln. Dabei handelt es sich aber lediglich um den Zuschuss für das MotoGP-Team. Denn die Talal Holding hat mit Valentino Rossis Berühmtheit und Markennamen noch viel mehr vor. So soll ein Themenpark in Saudi-Arabien entstehen, ebenso wie eine Fabrik für Autos und Motorräder. Mittelfristig wünscht man sich in Saudi-Arabien auch die Austragung eines eigenen MotoGP-Rennens. Für die diversen Investitionen soll der Holding die stattliche Summe von einer Milliarde US-Dollar zur Verfügung stehen.

Somit scheint auch klar, warum das VR46-Team noch immer keinen einzigen Fahrer für die kommende Saison bestätigt hat. Zwar darf man davon ausgehen, dass Luca Marini für das Team seines Bruders fahren wird und Marco Bezzecchi beste Karten auf den MotoGP-Aufstieg innerhalb der VR46-Struktur hat, offiziell bestätigt ist das bislang aber noch nicht.


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