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MotoGP

Suzuki bringt als letzter MotoGP-Hersteller Holeshot-Device

Lange mussten die Suzuki-Piloten darauf warten, nun sind auch ihre Bikes endlich mit einem Holeshot-Device ausgestattet. So verlief der erste MotoGP-Tag.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Für die Weltmeister von Suzuki verlief die erste MotoGP-Halbzeit 2021 etwas schleppend. Drei dritte Plätze durch Joan Mir waren das höchste der Gefühle. Mir und Teamkollege Alex Rins klagten dabei über einen technischen Nachteil, den man sich eingefangen hatte. Denn als einziger der sechs MotoGP-Hersteller hatte Suzuki kein Holeshot-Device verbaut, das mittlerweile ja auch im normalen Fahrbetrieb zum Absenken des Hecks verwendet wird.

Mir und Rins machten mächtig Druck auf die Ingenieure in Hamamatsu und ihr Wunsch wurde erfüllt. Am Freitag kamen die neuen Systeme in Spielberg an, am Samstag wurden sie erstmals eingesetzt. Beide Fahrer hatten je ein Motorrad mit und eines ohne dem Device zur Verfügung, um einen direkten Vergleich zu ermöglichen. Wohin die Reise gehen wird, wurde aber schnell klar.

"Das System macht einen riesigen Unterschied", jubelte Mir bereits nach FP3. "Das Motorrad neigt viel weniger zu Wheelys, dementsprechend fühle ich deutlich mehr Schub beim Beschleunigen. Außerdem brauche ich deutlich weniger Energie, um das Vorderrad unten zu halten. Wenn man bedenkt, dass es sich um einen ersten Prototypen handelt, hat Suzuki wirklich einen super Job gemacht."

MotoGP erklärt: So funktionieren die Holeshot-Devices: (09:44 Min.)

Tatsächlich machte sich das System für Mir schon im Qualifying bezahlt. Er stellte die Suzuki am Samstag auf den P5 und fuhr damit seinen mit Abstand besten Startplatz in dieser Saison ein. Bislang war das Rang neun. "Ich habe mich schnell wohlgefühlt mit dem System", so Mir.

Etwas mehr Probleme hatte Rins, der den Einzug in Q2 um 33 Tausendstelsekunden verpasste und so nicht über Startplatz 13 hinauskam. "Spielberg ist vielleicht nicht die beste Strecke, um das System zum ersten Mal auszuprobieren", überlegte er. "Hier gibt es drei harte Bremszonen und wenn du das Heck abgesenkt hast, spürst du beim Bremsen mehr Bewegung nach oben. Dadurch verbremst du dich leicht und gehst weit. Es ist nicht einfach zu lernen."

Einig sind sich beide Fahrer, dass sie das System bei einem Trockenrennen am Sonntag verwenden wollen. Sollte es regnen, wird das Renndebüt wohl noch verschoben und man wird versuchen, zuvor einige Testkilometer auf nasser Strecke zu sammeln.


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