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MotoGP: Vinales-Vater erklärt Grund für das Yamaha-Aus

Maverick Vinales und Yamaha gehen ab 2022 getrennte Wege. Sein Vater gab nun Auskunft über den Grund und die Gefühlswelt seines Sohnes.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Maverick Vinales ließ am Montagmorgen eine MotoGP-Bombe platzen, als er die vorzeitige Trennung von Yamaha per Saisonende bekanntgab. Sein Vater Angel schilderte in der spanischen Sportzeitung "As" die Beweggründe seines Sohnes für dieses überraschende Aus.

"Er geht nicht, weil das Motorrad schlecht ist, sondern weil ihm Yamaha nicht das Motorrad gegeben hat, dass er benötigt", sagte Angel Vinales. "Dieses Motorrad ist für den Fahrstil eines Lorenzo oder Quartararo gebaut. Es ist weich wie Butter."

Maverick brauche aber ganz andere Eigenschaften, um schnell zu sein: "Er ist wie Marc (Marquez; Anm.): Beide fahren sehr hart, um ihr Potenzial auszuschöpfen. Dieses Motorrad (die Yamaha; Anm.) hat aber ein gewisses Limit."

MotoGP-Talk: Warum warf Maverick Vinales bei Yamaha hin?: (37:56 Min.)

Vor allem bei schlechten Gripverhältnissen ging Vinales zuletzt unter. Am Sachsenring belegte er zum ersten Mal in seiner Karriere den letzten Platz in einem Rennen. Neben dem Ärger über das Motorrad, gesellte sich in den vergangenen Monaten auch eine Fehde mit der Öffentlichkeit.

Zoff mit Fans und Medien

Im April legte er sich mit MotoGP-Fans auf Twitter an und löschte anschließend seinen Account. Auch die Kritik der spanischen Sportgazetten ging nicht spurlos an Maverick vorbei, so Angel Vinales: "Die Medien griffen ihn an und gaben ihm die Schuld, dass es nicht lief. Irgendwann explodierte er und hatte genug."

Parallel dazu verfuhr sich die Situation in der Yamaha-Box immer mehr. Auch ein von Yamaha erzwungener Crewchief-Wechsel konnte diesen Trend nicht stoppen. " Sie haben nicht mehr gewusst, wie sie ihm geben können, was er braucht. Und er wusste nicht mehr, wie man hundert Prozent aus diesem Motorrad holt."

Deswegen kam es in Assen schließlich zum Bruch. "Zuerst wollte Yamaha nicht und sie versuchten, ihm zum Bleiben zu bewegen", so Vinales' Vater. Doch die Entscheidung stand fest und so konnte er sich letztlich mit seinem Arbeitgeber einigen. Der Podestplatz am Sonntag kam bereits zu spät, das Band zwischen Maverick und Yamaha war zerschnitten.

Für welches Team der Katalane die MotoGP-Saison 2022 bestreiten wird, ist noch unklar.


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