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MotoGP: Stefan Bradl denkt über Comeback als Stammfahrer nach

Stefan Bradl zeigte zum Ende der MotoGP-Saison 2020 einige starke Rennen. Eine Rückkehr als etatmäßiger Einsatzfahrer wird da wieder interessant.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Was war das für ein verrücktes Jahr in der MotoGP - vor allem für Stefan Bradl. Er hatte sich auf eine Saison als Testfahrer für Honda eingestellt, musste durch die frühe Verletzung von Marc Marquez aber zusätzlich zu seinen normalen Aufgaben in der Entwicklung auch noch satte zwölf Rennwochenenden abspulen. Nach gewissen Anlaufschwierigkeiten zeigte er gegen Saisonende mehrere starke Leistungen.

Sein persönliches Highlight 2020 gelang Bradl am Sonntag beim Finale in Portimao, wo er mit Rang sieben seine beste Saisonplatzierung einfuhr. "Dieses Rennen und das gesamte Wochenende haben wirklich viel Spaß gemacht. Es war toll, endlich wieder zeigen zu können, dass ich noch den nötigen Speed und die Motivation habe. Die Saison war aber insgesamt super für mich, auch wenn es zu Beginn mental und körperlich eine große Herausforderung war. Die Saison jetzt so abzuschließend, ist umso befriedigender", so Bradl.

In Portimao zeigte Bradl, dass er an guten Tagen immer noch mit den besten MotoGP-Fahrern mithalten kann. Motorsport-Magazin.com fragte beim 30-jährigen Bayern deshalb am Sonntag nach, ob nicht eine Rückkehr als Stammpilot noch einmal interessant für ihn wäre. "Haha. Ääääähm", zögerte Bradl etwas mit seiner Antwort. "Ehrlich gesagt habe ich zuletzt schon darüber nachgedacht. Das Problem ist aber, dass nicht wirklich ein Platz frei war. Ich möchte in der MotoGP bleiben. Die Superbike-WM ist für mich aktuell keine Option, denn ich habe es dort ein Jahr versucht, aber ich fühle mich auf Prototypen einfach viel wohler."

Bradls einzige WSBK-Saison 2017 war tatsächlich nicht von Erfolg gekrönt. Am Endes Jahres reichte es, auch verletzungsbedingt, nur zu Gesamtrang 14. "Mein Zuhause ist der Prototypensport", führte er weiter aus. "Ich habe praktisch meine gesamte Karriere in diesem Paddock verbracht und glaube, dass diese Motorräder meinem Fahrstil besser entgegenkommen. Um deine Frage zu beantworten: Ich fühle mich auch als Testfahrer bei Honda sehr wohl und freue mich, weiterhin für HRC zu arbeiten, weil wir eine sehr gute Beziehung haben. Ich sehe meine Zukunft hier."

Bradl duellierte sich in Portimao mit der MotoGP-Elite - Foto: LAT Images

Stefan Bradl hofft 2021 auf MotoGP-Wildcards

Wann Marc Marquez in die MotoGP zurückkehrt, ist immer noch offen. Verläuft seine Heilung weiterhin nicht nach Wunsch, könnte Bradl auch 2021 in einem oder mehreren Rennen für ihn einspringen. Doch auch wenn der Superstar wieder einsatzfähig ist, würde Bradl gerne im nächsten Jahr Grands Prix bestreiten. "Ich hoffe, dass wir ein paar Wildcard-Einsätze bestreiten können", so Bradl. "Das ist mein Ziel, aber natürlich hängt das auch von der globalen Situation in der Coronakrise ab." In der aktuellen Saison waren deshalb Wildcard-Einsätze ja nicht erlaubt.


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