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MotoGP-Schock für Yamaha: Droht Strafe wegen illegaler Motoren?

Fabio Quartararo, Maverick Vinales und Franco Morbidelli zittern in Valencia um ihre MotoGP-Titelhoffnungen. Das besagen Gerüchte aus dem Fahrerlager.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - UPDATE: Am Freitagabend bestraften die FIM MotoGP-Stewards Hersteller Yamaha und seine beiden Teams für die Verwendung illegaler Motoren bei einzelnen Fahrern im ersten Rennen von Jerez und im zweiten Rennen von Spielberg. Yamaha verlor in der Konstrukteurswertung 50 Punkte, also das Doppelte der durch den Sieg von Fabio Quartararo in Jerez erzielten Zähler. In Spielberg waren die besten Yamaha-Fahrer jeweils mit legalen Motoren unterwegs, somit hat dieser GP keine Auswirkung. Dem Petronas-Team wurden 37 Punkte abgezogen. 25 von Quartararo und 11 von Franco Morbidelli aus dem ersten Jerez-GP und ein weiterer von Morbidelli aus dem zweiten Spielberg-GP. Monster Energy Yamaha wurden die 20 Punkte von Maverick Vinales aus Jerez I gestrichen. Sämtliche Details zur Strafe:

+++ Die ursprüngliche Meldung vor der Urteilsverkündung +++

Yamaha könnte zum MotoGP-Finale Probleme mit den Regelhütern bekommen, die Fabio Quartararo, Maverick Vinales und Franco Morbidelli aus dem Titelrennen werfen könnten. Gegen den japanischen Hersteller soll eine Untersuchung wegen illegaler Motorkomponenten laufen, wie das üblicherweise gut informierte Onlineportal "The Race" berichtet.

Konkret soll es dabei um Ventile gehen, die im Auftaktrennen in Jerez zum Einsatz kamen. Diese könnten sich womöglich von der zuvor homologierten Variante unterscheiden, was einen Verstoß gegen das Technische Reglement bedeuten würde. Schuld daran könnte ein Produktionsfehler bei einem Zulieferer sein. Eine Entscheidung könnte noch am Donnerstagabend fallen, so die Gerüchte aus dem Fahrerlager in Valencia.

Verwirrung um Yamahas Motoren

Yamahas Motor-Kontingent hatte bereits in den vergangenen Wochen für Verwunderung gesorgt. So kamen etwa bei Fabio Quartararo und Valentino Rossi die beiden Motoren vom Auftaktwochenende in Jerez nicht wieder zum Einsatz, während Franco Morbidelli und Maverick Vinales nur noch jeweils eines der beiden Aggregate am Freitag und Samstag beim zweiten Spielberg-Rennen einsetzten.

In Aragon blockte Yamahas MotoGP-Leiter Takahiro Sumi eine Frage nach dem Verbleib der Motoren in einer offiziellen Pressekonferenz ab: "Diese Information ist vertraulich." Motorsport-Magazin.com widmete dieser Situation bereits in der vergangenen Woche eine ausführliche Analyse.

Disqualifikation für Yamaha?

Sollte sich der Verdacht des Einsatzes nicht homologierter Ventile erhärten, so droht den Yamaha-Fahrern eine nachträgliche Disqualifikation. Fabio Quartararo würde 25 Punkte für den Sieg verlieren, Maverick Vinales 20 für den zweiten Platz. Für Franco Morbidelli stehen 11 Punkte für den fünften Rang auf dem Spiel, wobei unklar ist, ob der Italiener in der laufenden Saison den baugleichen Motor wie seine Markenkollegen einsetzt. Yamaha sprach immer von einer "A-Spec", mit der sich Morbidelli zufrieden geben muss.

Im Falle einer Disqualifikation würde Andrea Dovizioso der Sieg zufallen, der dadurch mit nur noch 19 Punkten Rückstand der erste Verfolger von WM-Leader Joan Mir wäre. Suzukis Punktebilanz würde von einer Disqualifikation der Yamahas nicht profitieren: Alex Rins verpasste das erste Jerez-Rennen verletzungsbedingt, Mir schrieb dort eine von nur zwei Nullnummern in diesem Jahr an.

Die drei betroffenen Fahrer wurden in der offiziellen MotoGP-Pressekonferenz am Donnerstag nach ihrer Einschätzung der Lage gefragt, gaben sich aber zugeknöpft: "Diese Frage müsst ihr Yamaha stellen", meinte Quartararo. "Ich kann zur Motor-Situation nichts sagen", gab Morbidelli zu Protokoll.

Einzig Vinales gab ein wenig Auskunft: "Mir gehen jedenfalls die Motoren aus. Schon in Aragon musste ich im Training zu lange an der Box bleiben und konnte das Motorrad nicht ordentlich für das zweite Rennen einstellen. Ich werde wohl auch hier viel Zeit in der Garage verbringen."


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