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Joan Mir holt MotoGP-Führung: Wie er das Saisonfinale anlegt

Erstmals in seiner Karriere ist Joan Mir MotoGP-WM-Leader. Er glaubt an den Titel. So geht er in die letzten vier Saisonrennen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Joan Mir muss weiter auf seinen ersten MotoGP-Sieg warten. Am Sonntag in Aragon gewann Suzuki-Teamkollege Alex Rins. Mir wurde hinter ihm und Alex Marquez Dritter. Das Rennen im Motorland verlief für ihn trotz eines überdurchschnittlich guten Qualifyings und Startplatz sechs nicht nach Wunsch.

"Ich bin etwas enttäuscht, denn in den letzten Runden hätte ich mir mehr erwartet", gestand Mir, der in dieser Saison zum großen Reifenflüsterer der MotoGP wurde. "Den Hinterreifen habe ich gut verwaltet, weil ich in den ersten Runden und auch gegen Rennhälfte sehr geschmeidig gefahren bin. In der Schlussphase habe ich aber mit dem Vorderreifen Probleme bekommen, vor allem auf der linken Seite. Das lag wohl an den höheren Temperaturen und weil ich ständig hinter anderen Piloten nachgefahren bin."

Tatsächlich war das Rennen am Sonntag mit 21 Graf Außentemperatur und 31 Grad am Asphalt die wärmste Session des teilweise bitterkalten Aragon-Wochenendes. Und Mir verbrachte weite Strecken des Grand Prix hinter vorausfahrenden Gegnern. Zunächst hinter Jack Miller, dann hinter Franco Morbidelli oder Maverick Vinales, währen Teamkollege Rins bereits in Runde acht von 23 die Führung übernehmen und so kühlen Fahrtwind auf seinen Vorderreifen lenken konnte.

Joan Mir übernimmt WM-Führung

"Heute war für mich einfach nicht der Tag, um den ersten Sieg zu holen. Es war aber der Tag, um die WM-Führung zu übernehmen", nahm Mir die teaminterne Niederlage entspannt. Dazu hatte er auch allen Grund. Obwohl er seit seiner letzten Moto3-Saison 2017 kein Rennen mehr gewonnen hat, führt er nun die WM-Wertung der Königsklasse an - als erster Suzuki-Pilot seit Kenny Roberts Junior im Jahr 2000, der damals auch den 500ccm-Titel gewann.

Rins gewinnt, Mir neuer WM-Leader - Traumtag für Suzuki - Foto: MotoGP.com

Mir geht nun mit breiter Brust in die letzten vier Saisonrennen in Aragon, Valencia (zwei Grands Prix) und Portimao. "Ich bin wohl der konstanteste Fahrer in diesem Jahr, also glaube ich auch, dass ich diese Führung verteidigen kann", sagt er. "Es wäre aber ein Fehler, jetzt nur zu versuchen, diese Führung zu verwalten. Ich werde meine Herangehensweise nicht ändern. Ich denke weiterhin nur von Rennen zu Rennen, versuche den ersten Sieg und so viele Punkte wie möglich holen. In den letzten zwei Rennen können wir dann schauen, wo wir in der Meisterschaft stehen und einen dementsprechenden Plan ausarbeiten."


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