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MotoGP Brünn 2020: Die Reaktionen zum Rennsonntag

Wahnsinnsrennen in Brünn! Brad Binder lässt das restliche Fahrerfeld alt aussehen und fährt einen ersten MotoGP-Sieg ein. Alle Reaktionen vom Rennsonntag.
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

1. Brad Binder (KTM): "Im Moment kann ich noch gar nichts sagen. Von diesem Tag habe ich schon geträumt, als ich ein kleiner Junge war. Es ist mein erster Grand Prix-Sieg. Ich wünschte, meine Eltern wären hier, denn sie haben mich all die Jahre unterstützt. Ich möchte außerdem meinem Team danken, sie haben mir heute ein unfassbares Motorrad gegeben."

2. Franco Morbidelli (Petronas Yamaha): "Mein erstes Podium fühlt sich toll an. Ich bin einfach überwältigt und genieße den Moment. Das Rennen war super. Ich bin gut gestartet und habe meinen Plan verfolgt. Ich bin nur meinem Rhythmus gefolgt und habe versucht, den Reifen nicht zu sehr zu strapazieren. Ich habe dann aber gemerkt, dass Brad aufholt. Ich habe mich dann aber entschieden, nichts Dummes zu veranstalten und einfach mein Bike über die Ziellinie zu fahren. Ich möchte mich bei meinem Team bedanken."

3. Johann Zarco (Avintia Ducati): "Die Top-3 ist noch besser als die Top-5. Ich muss an meinem Start arbeiten, die sind manchmal gut und manchmal schlecht. Heute lief es nicht so gut und ein paar Fahrer haben mich überholt. Ich wollte zurückschlagen, denn ich habe gemerkt, dass Morbidelli flüchtet. Ich hatte nicht die Pace, ihn einzuholen. Pol hat mich schließlich überholt und ist dann aber weit gegangen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass er da zurückschlagen würde. Ich glaube, er ist deshalb leider gestürzt. Als ich die Strafe abgefahren bin, habe ich eigentlich damit gerechnet, dass mich jemand überholt. Das ist aber nicht passiert und da habe ich auf den letzten Runden noch versucht, Morbidelli einzuholen."

4. Alex Rins (Suzuki): "Im Rennen habe ich immer noch Schmerzen gespürt. Es war nicht einfach, aber ich habe versucht, gut zu starten und habe mich auf meinen Job konzentriert. Runde für Runde habe ich einen besseren Rhythmus gefunden, auch als die Reifen schon abgebaut haben. Ich war entschlossen, das bestmögliche Ergebnis einzufahren und mit dem vierten Platz haben wir jede Menge Punkte mitgenommen."

5. Valentino Rossi (Yamaha): "Es war ein guter Rennsonntag. Das zweite Rennen in Jerez war natürlich besser, weil ich da auf dem Podium stand, aber ich würde sagen, dass meine gesamte Performance heute besser war, denn ich bin aus Reihe vier gestartet. Die Rennen sind heutzutage sehr kompliziert, aber ich fühle mich gut auf dem Bike und habe eine tolle Performance abgeliefert. Ich habe mich vom Beginn bis zum Ende des Rennens stark gefühlt."

6. Miguel Oliveira (Tech3 KTM): "Es war ein gutes Ende des Wochenendes heute. Wir hatten ein solides Rennen. Ich bin überzeugt, dass wir das ganze Wochenende über schon einen guten Job gemacht haben. Nur unsere Startposition hat uns ein noch besseres Ergebnis gekostet. Aber damit müssen wir jetzt leben und unsere Arbeit im nächsten Rennen besser machen. Bis dahin sind es ja nur ein paar Tage."

Tech3-Pilot Miguel Oliveira wurde mit Rang sechs die zweitbeste KTM in Brünn - Foto: MotoGP.com

7. Fabio Quartararo (Petronas Yamaha): "Wir haben in diesem Rennen von der ersten bis zur letzten Runde Probleme gehabt. Wir müssen jetzt analysieren, sodass wir rausfinden können, wie das passiert ist und sicherstellen, dass es nicht nochmal vorkommt. Wir haben schon am Freitag mit dem Reifenabbau Probleme gehabt, aber uns dann im FP4 darin verbessert. Deshalb habe ich nicht erwartet, im Rennen so große Schwierigkeiten zu haben. Ich bin mit dem siebten Rang nicht zufrieden, aber wir haben immerhin neun Punkte für die WM gesammelt und sogar unsere Führung ausgebaut."

8. Takaaki Nakagami (LCR Honda): "Ich hatte einen sehr guten Start. Nach den ersten beiden Runden habe ich mich richtig stark gefühlt. Ich konnte aggressiv sein und Positionen gut machen. Meine Pace war von Anfang an stark. Aber nach den ersten fünf Runden haben die Reifen nachgelassen und es war schwierig, das Rennen zu Ende zu fahren. Wir haben dasselbe wie in Jerez gemacht: Versucht, seine Fehler zu machen und ruhig zu bleiben."

9. Jack Miller (Pramac Ducati): "Ich bin gut gestartet, aber auf der zweiten Runde in der zweiten Kurve hatte ich einen schwierigen Moment und habe die Bremse verloren. Ich konnte ein paar Positionen gut machen und bin schließlich Neunter geworden. Es ist schade, denn meine Pace war gut und ich schnell. Aber ich bleibe positiv und werde nächste Woche mein Bestes geben."

10. Aleix Espargaro (Aprilia): "Ich bin zufrieden, dass ich das Rennen in Brünn beendet habe, nach dem, was in Jerez passiert ist. Ich bin aber nicht vollständig glücklich. Leider waren wir nicht so stark im Rennen wie im Qualifying. Ich hatte nicht die Pace, um mit den Besten mitzuhalten. Aber immerhin sind wir in den Top-10 geblieben, auf einer Strecke, auf der wir traditionell Probleme haben. Das kann für unsere Saison wirklich ein Startpunkt sein."

11. Andrea Dovizioso (Ducati): "Es war ein wirklich seltsames Wochenende. Leider habe wir noch immer nicht den Grund für unsere Probleme ermitteln können. Heute haben sich die Reifen wirklich sehr schnell abgenutzt, sodass wir unser Potenzial nicht zeigen konnten. Wir wissen aber immer noch nicht, ob wirklich die Reifen den Unterschied gemacht hätten."

12. Danilo Petrucci (Ducati): "Wir wussten, dass es ein harter Sonntag werden würde, aber ich hätte nicht erwartet zu Beginn so langsam zu sein. Ich hatte wirklich Probleme mit wenig Grip, wie schon am ganzen Wochenende. Ich hatte Schwierigkeiten, das ganze Rennen über eine gute Pace zu halten. Heute habe ich alles gegeben, ohne ein gutes Resultat zu erhalten, also müssen wir jetzt nach vorn schauen."

Danilo Petrucci wurde von seinem Teamkollegen Andrea Dovizioso im Tschechien GP geschlagen - Foto: MotoGP

13. Cal Crutchlow (LCR Honda): "Es war kein guter Tag für uns. Mein Start war furchtbar, sodass ich am Ende des Feldes lag. Dort konnte ich auf den ersten Runden nichts tun. Ich habe mein Bestes getan, um weiter nach vorne zu kommen und es scheint so, als könnte ich meine Honda allein viel besser fahren als in einer Gruppe. Dort habe ich nicht die korrekten Linien fahren können. Ich habe mein Bestes gegeben, um heut ein gutes Ergebnis einzufahren. Aber ich bin nicht nach Brünn gekommen, um 13. Zu werden."

14. Maverick Vinales (Yamaha): "Ich glaube, das ist mein schlechtestes Ergebnis mit Yamaha. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was passiert ist. Am Morgen habe ich mich toll gefühlt und bin gute Rundenzeiten gefahren, auch auf gebrauchten Reifen. Aber im Rennen konnte ich die Pace nicht halten und habe von Anfang an Grip verloren. Es ist immer schlimmer geworden. Das einzige, was ich tun konnte, war, das Rennen zu Ende zu fahren und ein paar Punkte zu sammeln. Hätte ich mehr riskiert, wäre ich vielleicht gestürzt und das wäre ein Fehler gewesen."

15. Alex Marquez (Repsol Honda): "Es war ein harter Tag. Ich habe viel mehr von diesem Wochenende erwartet. Manchmal erwartet man einfach zu viel. Aber wir haben dennoch viele neue Dinge gelernt. Es war das erste Rennen für mich, in dem sich die Reifen so stark verändert haben. Ich habe viel Zeit dabei verloren, Bradl und Smith zu überholen, da ist mir das Rennen wirklich entglitten. Aber meine Pace war nicht schlecht und ich habe viel gelernt."

16. Tito Rabat (Avintia Ducati): "Nach dem Qualifying gestern hatten wir eine gute Startposition, aber in der ersten Kurve bin ich innen geblieben und habe viele Positionen verloren. Es war ein schwieriger Tag, denn es war schwierig, die richtige Pace zu finden. Trotzdem konnte ich ein paar Positionen gut machen. Ich möchte Johann und dem ganzen Team für das tolle Podium gratulieren."

17. Bradley Smith (Aprilia): "Der Start und die Anfangsphasen des Rennens waren gut und es war auf jeden Fall schön, Aleix so weit vorn zu sehen. Leider ist meine Pace nach ein paar Runden sehr viel schlechter geworden. Es war ähnlich wie in Jerez, ich habe früh Probleme mit dem Hinterrad-Grip gekriegt. Aber da wir das Rennen beendet haben, haben wir viele Daten gesammelt, die uns helfen, das Projekt wachsen zu lassen."

18. Stefan Bradl (Repsol Honda): "Es war wirklich kein einfacher Tag. Direkt in ein Rennwochenende geworfen zu werden, ist nie einfach, also habe ich getan, was ich konnte. Im Rennen habe ich mich nicht wirklich wohl auf dem Bike gefühlt, aber konnte dennoch gut starten. Auf Runde sieben oder acht habe ich leider auf der Bremse einen Fehler gemacht und bin von der Strecke abgekommen. Von da an bin ich alleine gefahren und habe getan, was ich konnte."

HRC-Testpilot Stefan Bradl beendete das Rennen in Brünn als Letzter - Foto: MotoGP

DNF Pol Espargaro (KTM): "Es ist einfach unfair, aber so ist Racing halt manchmal. Wir müssen mit diesen Dingen umgehen. Ich lag hinter Brad und habe die anderen beobachtet. Gleichzeitig habe ich mit den Mappings gespielt, um am Ende des Rennens stark zu sein. Ich konnte 1:58er-Zeiten fahren, also habe ich versucht, entspannt zu sein, bis es zur Berührung kam. Ich konnte mein Potenzial nicht zeigen, aber ich freue mich für Brad, denn er ist ein guter Typ und arbeitet hart."

DNF Joan Mir (Suzuki): "Das einzige, was ich nicht wollte, das im Rennen passiert, ist passiert. Mein Start war in Ordnung, aber ich habe auf den ersten Runden im Kampf mit Petrucci Boden verloren. Ich habe einen Rhythmus gefunden und bin ruhiger geworden, weil ich wusste, dass ich eine gute Pace habe. Ich habe mich darauf vorbereitet, meinen Weg durchs Feld zu arbeiten, aber dann ist Lecuona vor mir gestürzt und ich hatte keine Möglichkeit, auszuweichen. Er hat mein Rennen versaut, aber ich mache ihm keine Vorwürfe. Solche Dinge passieren."

DNF Iker Lecuona (Tech3 KTM): "Ich habe mich gut vorbereitet für das Rennen gefühlt. Ich habe zu Beginn ein paar Fahrer überholt und bin in Kurve 13 an Mir vorbeigegangen. Ich wusste, dass dort einige Bodenwellen waren. Er war auf der Geraden ziemlich langsam unterwegs. Ich war zu seiner Linken, in einer guten Position. Aber er hat die Linie dicht gemacht, sodass ich versuche habe, die Bremse ein bisschen zu lockern und die Situation zu retten. Leider habe ich ihn aber berührt und wir sind gestürzt. Vielleicht hätte ich ein wenig länger warten sollen, aber es sah nach einer guten Gelegenheit aus."


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