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Kawasaki wollte MotoGP mit Superbike fahren

MotoGP-Boss Carmelo Ezpeleta verrät eine kuriose Anfrage: Kawasaki plante eine Wildcard in der Königsklasse mit seinem Superbike.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Seit dem MotoGP-Ausstieg 2008 ist Kawasaki der große Abwesende in der Königsklasse. Die Japaner dominieren im Gegenzug seit Jahren die Superbike-Weltmeisterschaft und haben dort die letzten fünf Konstrukteurs- und mit Jonathan Rea auch die letzten fünf Fahrertitel geholt. An einem Wiedereinstieg in die MotoGP schien Kawasaki deshalb kein Interesse zu haben.

Nun aber plauderte Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta, dessen Unternehmen ja als Promoter für beide Serie fungiert, ein Anfrage von Kawasaki aus, die ihn vor kurzen erreichte. "Kawasaki hat bei mir eine MotoGP-Wildcard mit ihrem Superbike angefragt", erzählte er bei 'GPone'. Ezpeleta lehnte allerdings ab: "Wildcards sind für Hersteller reserviert, die ohnehin schon in der MotoGP engagiert sind."

Kawasakis Anfrage nährt nun aber Spekulationen, wonach man dort vielleicht doch über ein MotoGP-Comeback nachdenkt. Die Wildcard mit dem Superbike hätte dann als eine Art Standortbestimmung dienen können. So einfach wäre ein Einstieg in die Königsklasse für Kawasaki aber ohne nicht. Denn das MotoGP-Feld ist auf 24 Maschinen beschränkt. Aktuell sind 22 Plätze vergeben, ab 2022 werden alle 24 Slots besetzt sein.

Denn Aprilia wird seine Zusammenarbeit mit dem Team von Fausto Gresini beenden und als vollwertiges Werksteams einsteigen. Gresini könnte dann zum Kundenteam von Suzuki werden, wo man seit längerer Zeit mit einer Aufstockung auf vier Maschinen liebäugelt.

2008 war Kawasaki letztmals werksseitig in der MotoGP vertreten - Foto: Bridgestone

Konkret bedeutet das, dass sich Kawasaki mit einem bestehenden MotoGP-Kundenteam zusammenschließen müsste. Eine Aufstockung auf 26 Motorräder scheint aktuell nicht denkbar. "Von einem sportlichen Standpunkt aus ist es natürlich immer besser, mehr Teams zu haben. Wenn man an das Budget denkt, ist die derzeitige Lösung meiner Meinung nach aber die beste. Jedes Kundenteam bedeutet für uns sechs Millionen Euro an Investitionen", gibt Ezpeleta zu bedenke. Die privaten Rennställe werden von der Dorna ja finanziell unterstützt, um ein dauerhaftes Überleben und echte Konkurrenzfähigkeit garantieren zu können.


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