MotoGP

MotoGP - Marquez vs. Quartararo: Das sagen sie zum Sepang-Duell

Die Spannung zwischen Marc Marquez und Fabio Quartararo im MotoGP-Qualifying von Sepang war zu spüren. Das sagen die beiden Rivalen zur Psycho-Schlacht.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Marc Marquez wurde in den vergangenen Jahren zum Meister des Psychokrieges in der MotoGP. Valentino Rossi, Maverick Vinales oder auch Jorge Lorenzo knickten nicht nur unter seinem unglaublichen Speed ein, sondern zogen auch auf mentaler Ebene den Kürzeren. Nächstes logisches Opfer für Marquez ist Shooting-Star Fabio Quartararo. Doch in diesem Duell musste sich Marquez am Samstag in Sepang geschlagen geben.

Quartararo war als großer Favorit auf die Pole Position ins MotoGP-Qualifying gegangen, nachdem er in den beiden Freitags-Trainings jeweils eine neue Rekordzeit in den malaysischen Asphalt gebrannt hatte. Marquez' schnellste Trainingsrunde war um fast eine halbe Sekunden schlechter.

Dem Repsol-Honda-Star war wohl klar, dass die Pole Position für ihn ohne externe Hilfe außer Reichweite ist. Also bummelte er zu Beginn des Qualifyings auf der Suche nach einem Windschatten um die Strecke. Als schließlich Quartararo an ihm vorbeifuhr, nahm Marquez die Verfolgung auf. So richtig ging der Plan aber nicht auf, denn Quartararo war dennoch schneller als Jäger Marquez.

Es folgte der Boxenstopp nach dem ersten Run. Und als Quartararo für seinen zweiten Anlauf die Boxengasse verließ, hing Marquez schon wieder an seinem Hinterrad. Die Repsol-Honda-Crew hatte offensichtlich nach dem Yamaha-Youngster Ausschau gehalten. So bummelten Marquez und Quartararo ein weiteres Mal um den Sepang International Circuit. Kein Fahrer wollte dem Rivalen Windschatten schenken. Quartararo gab aber schließlich nach und übernahm die Führungsrolle.

Quartararo ließ sich nicht verunsichern und holte seine 5. MotoGP-Pole - Foto: Petronas Yamaha SRT

Er holte sich so schließlich die Pole Position, während Marquez' Qualifying in der Auslaufzone von Kurve zwei und damit nur auf P11 endete. Er wurde per Highsider von seiner Honda katapultiert. Ein klarer Fall eines zu stark abgekühlten Reifens, geschuldet dem Bummeln in der Outlap. Eine Theorie, die Marquez entschieden bestritt: "Der Reifen war warm genug, denn ich bin schon die letzte Kurve in der Outlap mit vollem Tempo gefahren."

Marquez verstrickt sich in Widersprüche

Generell wirkte Marquez aber in seinen Aussagen am Samstagnachmittag etwas widersprüchlich. Im TV-Interview mit Sky Sports Italia erklärte er noch, er habe - wie andere Fahrer - das Hinterrad Quartararos gesucht, weil er der schnellste Pilot auf der Strecke war. Wenige Minuten später behauptete er das Gegenteil: "Auf manchen Strecken bin ich stark und dann pushe ich allein. Auf anderen Strecken muss ich mir aber eine andere Strategie zurechtlegen. Die Zeiten der Yamaha-Fahrer hätte ich in diesem Qualifying allein nicht erreichen können. Ich habe eigentlich nach einem anderen Fahrer gesucht, aber es ist dann Fabio geworden. Ihm zu folgen ist nämlich ziemlich schwierig, denn er erzielt seine Rundenzeiten auf eine sehr spezielle Art. Da ist es nicht ideal, wenn du mit einer Honda hinterherfährst."

Worte, denen auch Quartararo wenig Glauben schenkt. Darauf angesprochen reagierte er in der Pressekonferenz mit einem Schmunzeln. "Er war ja auch schon im ersten Run hinter mir", stellte er fest. "Wenn er mir folgen will, dann bedeutet das, dass wir gute Arbeit leisten. Darauf können wir stolz sein. Solche Spielchen sind 'Part of the Game'. Wenn ich die Chance dazu habe, werde ich es auch tun."


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